Bachelorarbeit, 2011
32 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen – die Kapitalmarkttheorie
2.1. Die klassische Portfoliotheorie
2.2 Das Capital Asset Pricing Model (CAPM)
2.3 Das International Asset Pricing Model (IAPM)
2.4 Vorteilhaftigkeit internationaler Diversifikation
3. Beschreibung des Home Bias
3.1 Definition des Home Bias
3.2 Das Ausmaß des Home Bias
3.3 Messung des Home Bias
3.4. Home Bias unter Einbeziehung von Humankapital
4. Ursachen des Home Bias
4.1 Rationale Erklärungsansätze
4.1.1 Monetäre und regulative Investitionsbarrieren
4.1.2 Hedging gegen Inflationsrisiko
4.1.3 Asymmetrische Informationsverteilung
4.2 Verhaltenswissenschaftliche Erklärungsansätze
4.2.1 Relativer Optimismus
4.2.2 Ambiguitätsaversion
4.2.3 Weitere Erklärungsansätze
5. Auswirkungen des Home Bias
6. Fazit
Die Arbeit analysiert das Phänomen des "Home Bias", bei dem Investoren einen überproportionalen Anteil ihres Portfolios in heimischen Aktien halten. Ziel ist es, die Ausprägung dieses Verhaltens weltweit zu untersuchen, die zugrunde liegenden rationalen sowie verhaltenspsychologischen Ursachen zu identifizieren und die daraus resultierenden ökonomischen Folgen, insbesondere in Form von Renditeverlusten, zu quantifizieren.
3.1 Definition des Home Bias
Allgemein definiert wird das Phänomen Home Bias als eine Abweichung des realisierten vom optimalen Portfolioanteil heimischer Wertpapiere im Portfolio eines Landes nach den Erkenntnissen des CAPM beziehungsweise des IAPM. Mit anderen Worten ist der Home Bias die Beobachtung, dass Individuen zu wenig ihres Vermögens in ausländischen Aktien halten und somit ein Mangel an Risikostreuung entsteht. Veranschaulicht werden kann diese Definition an einer vereinfachten Form des CAPM, welche in Abbildung 1 dargestellt ist.
Wird in dieser Abbildung 1 entlang der Kurve von 100 % U.S.-Aktien bis zu 100 % ausländische Aktien gegangen, sind auf der dazwischen liegenden Linie die Renditen und Standardabweichungen von dem Besitz eines ansteigenden Anteils an ausländischen Aktien geplottet. Um die Besonderheit des Home Bias zu erkennen, werden die einzelnen Punkte betrachtet. Es ist dabei festzustellen, dass der Punkt 100 % U.S.-Aktien eine geringere Rendite aufweist als der Punkt C, welcher einige ausländische Aktien beinhaltet. Beide Punkte haben aber dieselbe Standardabweichung. Somit ist Punkt C vorzuziehen, wenn ein Investor höhere Renditen präferiert. Wenn ein Investor höhere Renditen und ein geringeres Risiko vorzieht, dann ist der Punkt B dem Punkt 100 % U.S.-Aktien vorzuziehen. Der optimale Punkt für einen Investor mit der Indifferenzkurve Uo ist Punkt O. Ein nutzenmaximierender Investor wählt also einen Punkt auf der Linie, der gleich oder höher gelegen ist als Punkt B. Alle anderen Punkte unter Punkt B sind ineffizient. Punkt A beispielsweise stellt das Portfolio eines typischen U.S.-Investors dar, welches zu einem Großteil aus heimischen Aktien besteht. Es ist eindeutig, dass dieses Portfolio nicht optimal ist, egal welche Präferenzen ein Investor hat. Auch viele andere Länder weisen ein Portfolio um diesen Punkt herum auf. Auf diese Weise dargestellt, ist der Home Bias also das Phänomen, dass sich das Portfolio inländischer Investoren unter dem Punkt B befindet und somit ineffizient ist.
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die zunehmende Globalisierung der Finanzmärkte und stellt das Phänomen des "Home Bias" als Abweichung von der optimalen internationalen Diversifikation vor.
2. Theoretische Grundlagen – die Kapitalmarkttheorie: Hier werden die zentralen Modelle wie Portfoliotheorie, CAPM und IAPM dargelegt, die als Benchmark für eine effiziente Kapitalanlage dienen.
3. Beschreibung des Home Bias: Dieses Kapitel definiert den Home Bias, verdeutlicht sein Ausmaß in verschiedenen Ländern und erläutert Ansätze zu dessen empirischer Messung.
4. Ursachen des Home Bias: Die Arbeit analysiert hier sowohl rationale Faktoren wie Transaktionskosten und Inflationsrisiko als auch verhaltenswissenschaftliche Einflüsse wie kognitive Verzerrungen und Angst.
5. Auswirkungen des Home Bias: Es wird untersucht, welche Renditeverluste Investoren durch ihre suboptimale Heimatmarktorientierung im Vergleich zu einem global diversifizierten Portfolio erleiden.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Home Bias maßgeblich durch verhaltensökonomische Faktoren geprägt ist und führt zu erheblichen Renditeeinbußen für Privatinvestoren.
Home Bias, Portfoliotheorie, Internationale Diversifikation, Kapitalmarkttheorie, CAPM, IAPM, Behavioral Finance, Renditeeinbußen, Anlegerverhalten, Risikoreduktion, Ambiguitätsaversion, Humankapital, Portfolioallokation, Weltmarktportfolio, Finanzmärkte
Die Arbeit befasst sich mit dem "Home Bias", der Beobachtung, dass Anleger trotz der theoretischen Vorteile globaler Diversifikation einen übermäßig hohen Anteil ihres Vermögens in inländische Aktien investieren.
Die Arbeit verknüpft klassische Finanzwissenschaften, wie die Portfoliotheorie und das CAPM, mit verhaltenspsychologischen Ansätzen, um zu erklären, warum Anleger von rationalen Anlagestrategien abweichen.
Das Hauptziel ist es, die Ursachen dieses ineffizienten Anlageverhaltens zu ergründen und die daraus resultierenden finanziellen Nachteile in Form von Renditeeinbußen zu beziffern.
Es werden theoretische Modellansätze sowie empirische Datenanalysen und Studien zu Rendite-Risiko-Vergleichen von internationalen versus heimischen Portfolios ausgewertet.
Der Hauptteil ist zweigeteilt: Er analysiert zunächst die Erklärungsversuche für den Home Bias (rational vs. verhaltensökonomisch) und quantifiziert im Anschluss die tatsächlichen Renditeverluste der Investoren.
Zu den prägenden Schlüsselbegriffen zählen Home Bias, Behavioral Finance, Portfoliodiversifikation, Renditeeinbußen und das Risiko-Rendite-Verhältnis.
Der Autor zeigt auf, dass der Home Bias noch deutlicher ausgeprägt erscheint, wenn man das immobil vorhandene Humankapital (die Arbeitskraft) als Teil des Portfolios betrachtet, da dieses meist stark mit dem heimischen Aktienmarkt korreliert ist.
Sie gilt als einer der wichtigsten Erklärungsfaktoren für den Home Bias, da Anleger dazu neigen, Situationen mit bekannteren Risiken (dem Heimatmarkt) gegenüber unbekannten ausländischen Märkten aufgrund eines Kontrollbedürfnisses zu bevorzugen.
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