Bachelorarbeit, 2010
47 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Principal-Agent-Theorie
3 Vergütungsmodell
3.1 Grundvergütung
3.2 Variable Bezüge
3.3 Zusatz- und Nebenleistungen
4 Variable Vergütung
4.1 Short- Term Incentives
4.1.1 Bonus-Modell
4.1.2 Tantieme
4.2 Kritische Anmerkung
4.3 Long-Term Incentives
4.3.1 Bedingte Aktienüberlassung (Restricted Stock)
4.3.2 Performance Shares
4.3.3 Aktienoptionen
4.3.4 Wertsteigerungsrechte
5 Rahmen und Entwicklung der Managementvergütung
6 Managementvergütung in der Finanzkrise
6.1 Vorstandsvergütung der Commerzbank AG
6.2 Vorstandsvergütung der Deutschen Bank AG
6.3 Überblick über die Vorstandsvergütung der DAX-30 Unternehmen
7 Regulierung der Managergehälter
7.1 Empfehlung
8 Fazit und Ausblick
Diese Arbeit analysiert kritisch die Vergütungssysteme für Topmanager in börsennotierten Unternehmen vor dem Hintergrund der Finanzkrise. Die Forschungsfrage untersucht, inwiefern eine anreizeffiziente Gestaltung der variablen Vergütung sowie der Einsatz von Performance- und Risikokenngrößen dazu beitragen können, exzessive Gehaltsentwicklungen zu begrenzen und Managern Anreize für eine langfristige Unternehmenswertsteigerung zu setzen.
4.3.3 Aktienoptionen
Aktienoptionen stellen in Deutschland ein wichtiges erfolgsabhängiges Vergütungsinstrument dar. Bei Aktienoptionen (Stock Options) hat man „das Recht, eine Aktie zu einem festgesetzten Preis (meist dem Aktienkurs bei Gewährung der Option) nach Ablauf einer Sperrfrist über einen bestimmten Zeitraum innerhalb bestimmter Ausübungszeiträume zu erwerben“(Vgl. KRAMARSCH 2004: 138). Anders ausgedrückt hat der Manager somit das Recht, zukünftig eine Aktie des Unternehmens zum vorher definierten Basispreis zu kaufen. Der Manager wird selbstverständlich die Option nur dann ausüben, wenn der aktuelle Börsenkurs höher ist als der vorher definierte Basispreis, andernfalls lässt er die Option verfallen. Der Manager partizipiert nur bei Kursanstieg. Bei einem Aktienkursrückgang wird die Option nicht ausgeübt und verfällt am Ende der Laufzeit für den Manager wertlos. Die Anreizwirkung der Aktienoptionen soll an dem folgenden Beispiel verdeutlicht werden.
Die Siemens AG gibt am 1. Dezember 2000 Aktienoptionen an ihre Manager aus. Nehmen wir an, der Börsenkurs der Siemens AG beträgt zum Ausgabezeitpunkt 200 EUR und es ist eine Mindesthaltedauer auf 5 Jahre festgelegt worden. Eine Stock Option berechtigt dann den Manager am 1.Dezember 2005 zum Bezug einer Siemens AG Aktie zum Bezugspreis (Basispreis) von 200 EUR. Der Manager wird sich dann bemühen den Börsenkurs der Siemens AG bis zum Dezember 2005 zu steigern. Beträgt dann der Börsenwert der Siemens AG im Dezember 2005 beispielsweise 400 EUR, wird der Manager seine Aktienoption ausüben. Er wird dann die Aktie zum Bezugspreis (Basispreis) in Höhe von 200 EUR beziehen und diese an der Börse zum Preis von 400 EUR verkaufen. Die Differenz zwischen Börsenkurs und dem Bezugspreis von 200 EUR ist die Managementvergütung.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die mediale Kritik an exzessiven Managergehältern und definiert das Ziel der Arbeit, anreizeffiziente Vergütungssysteme aufzuzeigen.
2 Principal-Agent-Theorie: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund der Interessenskonflikte zwischen Aktionären (Prinzipal) und Managern (Agenten) und diskutiert Lösungsansätze.
3 Vergütungsmodell: Es werden die Hauptkomponenten der außertariflichen Vergütung, bestehend aus Grundgehalt, variablen Bezügen und Nebenleistungen, vorgestellt.
4 Variable Vergütung: Dieses Kapitel analysiert detailliert Short-Term-Incentives (Boni, Tantiemen) sowie Long-Term-Incentives (Aktienoptionen, Performance Shares) und kritisiert deren ineffiziente Gestaltung.
5 Rahmen und Entwicklung der Managementvergütung: Der Fokus liegt auf der historischen Entwicklung der Vorstandsbezüge in DAX-Unternehmen im Vergleich zur allgemeinen Lohnentwicklung.
6 Managementvergütung in der Finanzkrise: Die Analyse untersucht die Auswirkungen der Krise auf die Vergütung bei beispielhaften Banken und gibt einen Gesamtüberblick über die DAX-30-Unternehmenslandschaft.
7 Regulierung der Managergehälter: Das Kapitel diskutiert staatliche Eingriffe und formuliert Handlungsempfehlungen zur künftigen Gestaltung nachhaltigerer Vergütungssysteme.
8 Fazit und Ausblick: Abschließend wird die Notwendigkeit unterstrichen, Vergütungssysteme konsequent am langfristigen Unternehmenserfolg auszurichten.
Managementvergütung, Prinzipal-Agent-Theorie, Variable Vergütung, Short-Term Incentives, Long-Term Incentives, Aktienoptionen, Finanzkrise, Vorstandsgehälter, Shareholder Value, Performance Shares, Unternehmensführung, Corporate Governance, Anreizsysteme, Vergütungsexzess, Nachhaltigkeit.
Die Arbeit untersucht die Struktur und die Auswirkungen von Vergütungssystemen für Topmanager in börsennotierten Unternehmen, insbesondere vor dem Hintergrund der Finanzkrise.
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Erklärungsmodellen für Anreizprobleme, der Analyse verschiedener Vergütungsinstrumente wie Boni und Aktienoptionen sowie deren Einfluss auf das unternehmerische Verhalten.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine anreizeffiziente Ausgestaltung der Vergütung, beispielsweise durch risikoorientierte Kennzahlen, opportunistisches Verhalten vermieden und langfristiger Unternehmenserfolg gefördert werden kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse ökonomischer Theorien sowie auf eine empirische Auswertung von Vergütungsdaten aus Studien, insbesondere von Prof. Dr. Joachim Schwalbach.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die detaillierte Beschreibung variabler Vergütungsformen, die historische Entwicklung der Vorstandsgehälter und eine Analyse spezifischer Fallbeispiele in der Finanzkrise.
Wichtige Begriffe sind Managementvergütung, Prinzipal-Agent-Theorie, Short- und Long-Term Incentives, Aktienoptionen, Shareholder Value und Corporate Governance.
Die Finanzkrise fungierte als Katalysator, der die Schwächen kurzfristig orientierter Vergütungssysteme offenlegte, die Manager zu unverantwortlichem Risikoverhalten motiviert hatten.
Der Autor empfiehlt, den Fokus weg von kurzfristigen Boni hin zu langfristigen Instrumenten wie Performance Shares zu verschieben und eine stärkere Einbindung von risikoorientierten Kennzahlen vorzunehmen.
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