Examensarbeit, 2010
64 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Nationalidee und Nationaldenkmal in Deutschland im 19. Jahrhundert
3 Nation – Religion – Kunst
4 Der Kölner Dom als Nationaldenkmal: 1813/1815 – Befreiungskriege, nationale Romantik und Denkmalspläne
4.1 Nation und Geschichte: Der Kölner Dom als Symbol nationaler Größe
4.2 Nation und Konfession: Der Kölner Dom zwischen Sakral- und Säkularbau
4.3 Nation und Kunst: Der Kölner Dom als Symbol nationaler Schaffenskraft
5 Der Kölner Dom als Nationaldenkmal: 1840/1842 – Rheinkrise, Re-Konfessionalisierung und Grundsteinlegung
5.1 Nation und Geschichte: Der Kölner Dom als Symbol nationaler Größe
5.2 Nation und Konfession: Der Kölner Dom zwischen Sakral- und Säkularbau
5.3 Nation und Kunst: Der Kölner Dom als Symbol nationaler Schaffenskraft
6 Der Kölner Dom als Nationaldenkmal? 1871/1880 – Reichsgründung, Kulturkampf und Vollendung
7 Fazit
Die Arbeit untersucht den Bedeutungswandel des Kölner Doms als Nationaldenkmal im 19. Jahrhundert. Im Zentrum steht die Frage, wie der Dom in drei verschiedenen Hochphasen der deutschen Nationalbewegung – den Befreiungskriegen, der Rheinkrise und der Reichsgründung – in den Diskurs um nationale Identität, Religion und Kunst integriert und als Symbol der Nation instrumentalisiert wurde.
4.1 Nation und Geschichte: Der Kölner Dom als Symbol nationaler Größe
Es ist bereits an anderer Stelle deutlich geworden, dass die Rückbesinnung auf die Vergangenheit zur Bewusstmachung der nationalen Identität und zur Beschwörung der nationalen Zukunft im 19. Jahrhundert ein beliebtes Motiv von Nationalbewegungen darstellt. Es ist auch deutlich geworden, dass dieser Rekurs auf eine große nationale Vergangenheit für gewöhnlich seinen Ausdruck im Medium Denkmal findet; dass diese Rückbesinnung in Deutschland auf Epochen stattfindet, die als Glanz- und Hochzeiten der Deutschen angesehen werden: das Mittelalter, aber auch das Germanenzeitalter. Deshalb dürfte es niemanden überraschen, wenn man innerhalb der deutschen Nationalbewegung der Befreiungskriegszeit den Versuch der Vergangenheitsrückbesinnung durch die Interpretation des Kölner Doms als Nationaldenkmal, beobachten kann. Überraschen dürfte in einem multikonfessionellen Land wie Deutschland nur die Wahl eines katholischen Gotteshauses als deutsch-nationales Denkmal.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Kölner Doms als Träger nationaler Identität im 19. Jahrhundert ein und umreißt die methodische Herangehensweise der Untersuchung.
2 Nationalidee und Nationaldenkmal in Deutschland im 19. Jahrhundert: Dieses Kapitel erläutert die drei Hochphasen des deutschen Nationalismus und beschreibt die parallel verlaufende Entwicklung der Denkmalbewegung.
3 Nation – Religion – Kunst: Hier werden die zentralen Topoi des deutschen Nationsdiskurses analysiert, insbesondere die Verknüpfung von Geschichte, christlicher Religion und gotischer Kunst.
4 Der Kölner Dom als Nationaldenkmal: 1813/1815 – Befreiungskriege, nationale Romantik und Denkmalspläne: Dieses Kapitel untersucht die erste Phase der Bewusstmachung des Doms im Kontext der Befreiungskriege.
4.1 Nation und Geschichte: Der Kölner Dom als Symbol nationaler Größe: Die Analyse der Nutzung historischer Bezüge zur Legitimation des Doms als nationales Symbol steht hier im Fokus.
4.2 Nation und Konfession: Der Kölner Dom zwischen Sakral- und Säkularbau: Das Kapitel beleuchtet die Spannung zwischen der religiösen Funktion des Doms und seiner neuen Rolle als überkonfessionelles nationales Symbol.
4.3 Nation und Kunst: Der Kölner Dom als Symbol nationaler Schaffenskraft: Hier wird die Gotik als Ausdruck des „deutschen Wesens“ und der Schaffenskraft der Nation diskutiert.
5 Der Kölner Dom als Nationaldenkmal: 1840/1842 – Rheinkrise, Re-Konfessionalisierung und Grundsteinlegung: Diese Phase wird hinsichtlich der Rheinkrise und des neuen Interesses des preußischen Staates am Weiterbau analysiert.
5.1 Nation und Geschichte: Der Kölner Dom als Symbol nationaler Größe: Die erneute Konjunktur der Geschichtsmythen während der Rheinkrise wird detailliert dargestellt.
5.2 Nation und Konfession: Der Kölner Dom zwischen Sakral- und Säkularbau: Dieses Unterkapitel analysiert die zunehmende konfessionelle Kritik und die Schwierigkeiten einer überkonfessionellen Nutzung des Doms.
5.3 Nation und Kunst: Der Kölner Dom als Symbol nationaler Schaffenskraft: Die Rolle der Kunst bleibt auch in der zweiten Phase ein zentraler Integrationspunkt trotz aufkommender wissenschaftlicher Zweifel am Ursprung der Gotik.
6 Der Kölner Dom als Nationaldenkmal? 1871/1880 – Reichsgründung, Kulturkampf und Vollendung: Die Vollendung des Doms unter dem Eindruck der Reichsgründung und des Kulturkampfes markiert das Ende seiner Funktion als integratives Nationaldenkmal.
7 Fazit: Das Fazit fasst den Bedeutungswandel des Kölner Doms zusammen und ordnet ihn in den Kontext der sich ändernden politischen und gesellschaftlichen Bedingungen des 19. Jahrhunderts ein.
Kölner Dom, Nationaldenkmal, 19. Jahrhundert, Nationsidee, Denkmalbewegung, Befreiungskriege, Rheinkrise, Reichsgründung, Kulturkampf, Gotik, Identitätskonstruktion, Nationalismus, Konfession, Preußen, Geschichtsmythen
Die Arbeit untersucht den Kölner Dom als ein zentrales Symbol der deutschen Nation im 19. Jahrhundert und analysiert, wie sich seine Bedeutung in verschiedenen politischen Phasen wandelte.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Nationalismus und Denkmalbau, die Bedeutung der christlichen Religion für die nationale Identität sowie die Deutung der gotischen Architektur als nationale Kunstform.
Das Ziel ist es, den Bedeutungswandel des Doms vom katholischen Gotteshaus zum nationalen Denkmal und schließlich zur rein kirchlichen Bedeutung in drei historischen Schlüsselphasen (Befreiungskriege, Rheinkrise, Reichsgründung) aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt eine diskursanalytische Herangehensweise, indem sie Primärquellen (zeitgenössische Schriften, Reden, Publikationen) und fachwissenschaftliche Sekundärliteratur auswertet, um die Konstruktion des nationalen Gedankens nachzuzeichnen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die drei Phasen der Dombaugeschichte und jeweils die Rolle von Geschichte, Religion und Kunst als identitätsstiftende Topoi.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Nationaldenkmal, Kölner Dom, 19. Jahrhundert, Identitätskonstruktion, Konfessionalisierung und Gotik beschreiben.
Die Gotik wurde im 19. Jahrhundert als „urdeutsche“ Kunstform interpretiert. Dieser Glaube war maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Kölner Dom als Symbol für die historische Schaffenskraft und Größe der deutschen Nation dienen konnte.
Während der Kulturkampf die interkonfessionellen Spannungen verschärfte, führte er dazu, dass der Kölner Dom seine Funktion als überkonfessionelles, nationales Integrationssymbol einbüßte und zunehmend wieder als rein katholisches Bauwerk wahrgenommen wurde.
Der preußische König war als Romantiker und Liebhaber des Mittelalters ein zentraler Förderer. Sein Ziel war es, durch den Weiterbau die Integration des überwiegend katholischen Rheinlands in den preußisch-protestantischen Staat zu fördern.
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