Bachelorarbeit, 2009
41 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
2 Die ökonomischen Bestimmungsfaktoren der internationalen Arbeitsmigration
2.1 Migration als Investitionsentscheidung des Individuums
2.2 Charakteristika von Migranten
3 Migrationstheorien
3.1 Ausgewählte ökonomische Erklärungsansätze für Migration
3.2 Kritische Würdigung der ökonomischen Erklärungsansätze für Migration
4 Auswirkungen und Folgen von Migration
4.1 Einfaches Modell zur Erklärung der internationalen Arbeitsmigration
4.2 Arbeitsmarkteffekte bei heterogener Arbeit
4.3 Ergebnisse empirischer Analysen zu den Arbeitsmarkteffekten der Zuwanderung
4.3.1 Empirische Studien zu den Arbeitsmarkteffekten der Zuwanderung in Europa
4.3.2 Empirische Studien zu den Arbeitsmarkteffekten der Zuwanderung in den Vereinigten Staaten
5 Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die ökonomischen Auswirkungen der internationalen Arbeitskräftemigration auf die Arbeitsmärkte in den Zielländern zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern zunehmende Zuwanderung zu Lohnkürzungen oder erhöhter Arbeitslosigkeit der einheimischen Bevölkerung führt und wie diese Effekte theoretisch und empirisch einzuordnen sind.
2.1 Migration als Investitionsentscheidung des Individuums
Migrationsentscheidungen fallen den Menschen schwer. Die Entscheidungen werden von unterschiedlichen ökonomischen, politischen, institutionellen und sozialen Motiven beeinflusst. Der Wunsch nach wirtschaftlicher Besserstellung, Ausbildungschancen, beruflichen Karriereschritten, politischer Sicherheit bzw. Flucht vor kriegerischen Auseinandersetzungen sind die häufigsten Gründe für Migration.
Die Wissensdisziplin der Ökonomie betrachtet die Wanderungsentscheidung meistens als Investition und analysiert die Arbeitskräftemobilität mit Hilfe des Humankapitalmodells. Die Mobilität ist demnach kostspielig. Die Arbeitnehmer müssen sich Zeit nehmen, um Informationen über andere Arbeitsstellen zu beschaffen. Die Arbeitssuche ist am effizientesten, wenn die Erwerbstätigen zuerst ihren gegenwärtigen Arbeitsplatz kündigen, um beispielsweise nach einer geeigneten Arbeit in einer neuen geographischen Region zu suchen. Die Kündigung des gegenwärtigen Arbeitsverhältnisses und Auswanderung in ein neues Land bedeutet, sowohl Freunde und vertraute Umgebung zu verlassen, als auch wertvolle Sozialleistungen oder einen eventuellen zukünftigen Berufseinstieg aufzugeben. Demzufolge umfassen die Migrationskosten die monetären und die psychischen Kosten. Die monetäre Kosten beinhalten, zum Beispiel, Kosten für Transport und Unterkunft, Suchkosten einer neuen Arbeitsstelle und Opportunitätskosten im Sinne des potenziellen Einkommensverlustes während des Umzugs und der Arbeitssuche. Bei psychischen Kosten handelt es sich um den Umgang mit einhergehenden Problemen, die beim Verlust von sozialen Netzen und vertrautem Umfeld entstehen. Eingeschlossen sind die Kosten der Anpassung an die neue Umgebung und ihre sozialen Gepflogenheiten. Zudem sind die Kosten für den Aufbau von neuen sozialen Netzen zu berücksichtigen.
Das einfache Humankapital-Modell betrachtet Mobilität der Arbeitskräfte als Investition, deren Kosten im Anfangsstadium entstehen, um Nutzen im Laufe einer längeren Zeitspanne zu erzielen. Wenn diskontierte Nettoerträge die monetären und psychischen Kosten übersteigen, wird angenommen, dass sich die Arbeitskraft dafür entscheidet, Arbeitsstelle und Umgebung zu wechseln.
1 Einführung: Die Einleitung definiert den Migrationsbegriff und umreißt den Fokus der Arbeit auf die ökonomischen Lohn- und Beschäftigungseffekte im Zielland sowie die Struktur der Untersuchung.
2 Die ökonomischen Bestimmungsfaktoren der internationalen Arbeitsmigration: Dieses Kapitel erläutert Migration als individuelle Investitionsentscheidung unter Berücksichtigung von Humankapital sowie die demografischen und bildungsrelevanten Charakteristika von Migranten.
3 Migrationstheorien: Hier werden klassische und moderne ökonomische Erklärungsansätze für Migrationsbewegungen, wie das Humankapitalmodell und der Harris-Todaro-Ansatz, vorgestellt und kritisch gewürdigt.
4 Auswirkungen und Folgen von Migration: Dieses Kapitel analysiert sowohl grafisch als auch durch eine Auswertung empirischer Studien die Lohn- und Beschäftigungseffekte bei homogener und heterogener Arbeit in Europa und den USA.
5 Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Migration komplexe ökonomische Effekte hat, jedoch die Befürchtung einer starken negativen Beeinträchtigung der Einheimischen empirisch kaum gestützt wird.
Internationale Migration, Arbeitsmigration, Humankapital, Lohneffekte, Beschäftigungseffekte, Arbeitsmarkt, Migrationsentscheidung, Push-Faktoren, Pull-Faktoren, Qualifikation, Arbeitslosigkeit, Substitution, Komplementarität, empirische Analyse, Wanderungsströme.
Die Arbeit untersucht aus einer ökonomischen Perspektive, wie internationale Migration von Arbeitskräften die Arbeitsmärkte in den Zielländern beeinflusst.
Die Schwerpunkte liegen auf den Bestimmungsfaktoren für Migration, verschiedenen theoretischen Erklärungsmodellen und der empirischen Analyse von Auswirkungen auf Lohnniveau und Beschäftigung.
Das Ziel ist es, zu klären, ob die Sorge berechtigt ist, dass Zuwanderung zu sinkenden Löhnen und steigender Arbeitslosigkeit bei der einheimischen Bevölkerung führt.
Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Theorieanalyse sowie die Auswertung bestehender empirischer Studien und statistischer Daten zur ökonomischen Migrationsforschung.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Migrationsmodelle (z. B. Humankapitalansatz) und eine detaillierte empirische Auswertung von Arbeitsmarkteffekten in Europa und den USA.
Wichtige Begriffe sind Humankapital, Lohn- und Beschäftigungseffekte, Qualifikation, Substitution, Komplementarität sowie Push- und Pull-Faktoren.
Das Bildungsniveau bestimmt die Effizienz der Arbeitssuche und die Komplementarität zu einheimischen Arbeitskräften, was entscheidend für die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt ist.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die empirische Literatur die Befürchtung massiver negativer Auswirkungen auf einheimische Arbeitnehmer nicht unterstützt.
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