Diplomarbeit, 2012
141 Seiten
1. Einleitung
1.1 Motivation meiner Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Partizipation
2.1.1 Was ist Partizipation?
2.1.2 Rechtliche Grundlagen
2.1.3 Kinder- und Jugendbericht Rheinland-Pfalz
2.1.4 Formen der Partizipation
2.1.5 Partizipationsfördernde Strukturen an Schulen
2.2 Förderschwerpunkt Lernen
2.2.1 Der Begriff der Lernbehinderung
2.2.2 Ursachen von Lernbehinderung
2.2.3 Verfahren zur Beurteilung von Lernbehinderung
2.3 Warum Partizipation an Schulen
2.4 Das Schülerparlament
3. Methodik
3.1 Stand, Auf- und Ausbau der Schülerparlamente in Rheinland-Pfalz
3.2. Der Weg zum Schülerparlament - Aufbauphasen
3.3 Aufbau des Fragebogens
4. Auswertung des Fragebogens
5. Möglichkeiten, Grenzen und (Aus-)Wirkungen des Schülerparlaments
5.1 Möglichkeiten, Grenzen und (Aus-)Wirkungen bei den Schülern
5.1.1 Möglichkeiten und ihre (Aus-)Wirkungen
5.1.2 Grenzen und ihre (Aus-)Wirkungen
5.2 Möglichkeiten, Grenzen und (Aus-)Wirkungen an der Schule
5.2.1 Möglichkeiten und ihre (Aus-)Wirkungen
5.2.2 Grenzen und ihre (Aus-)Wirkungen
6. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht, ob Schülerpartizipation an Schulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen lediglich als Alibi-Veranstaltung fungiert oder ob sie reale Möglichkeiten zur Mitgestaltung bietet. Dabei wird die Forschungsfrage beantwortet, welche Potenziale, Grenzen und Auswirkungen ein Schülerparlament für diesen Schultyp mit sich bringt, basierend auf empirischen Daten einer durchgeführten Befragung.
2.4 Das Schülerparlament
Nachdem nun die wichtigen Begriffe geklärt wurden, soll in diesem Unterkapitel skizziert werden, was mit dem Begriff Schülerparlament gemeint ist und wo der Unterschied zu der an allen Schulen etablierten Schülervertretung (SV) liegt. Dies geschieht hauptsächlich nach Tobias DIEMER, der sich in seinem Aufsatz ‚Das Schülerparlament – ein Modell der Erweiterung innerschulischer Partizipation‘ mit Konzepten der Schülerparlamente befasste.
Schülerparlamente stellen nach DIEMER eine Gelegenheitsstruktur dar, welche Schülern Gelegenheiten eröffnet, „mit Unterstützung von und in Zusammenarbeit mit Lehrern, Schulleitung und Eltern Verantwortung […] zu übernehmen und das Schulleben prägend mitzugestalten.“
Strukturell betrachtet liegt der Fokus auf regelmäßig stattfindenden Treffen, in denen die gewählten Vertreter der Schülerschaft aktuelle Themen diskutieren und Beschlüsse hierzu fassen. Der Ablauf dieser Sitzungen folgt einem festgelegten Schema, welches sich an den allgemein bekannten Tagesordnungen orientiert. Ein Vorsitzender aus den Reihen der Schüler leitet und bereitet die Sitzungen vor. Hier können auch weitere Themen durch die anderen Parlamentarier eingereicht werden, welche besprochen werden sollen. Innerhalb der Sitzungen wird die Tagesordnung chronologisch abgearbeitet. Über die einzelnen Themen wird diskutiert und abgestimmt. Als Sitzungsnachweis wird ein Protokoll erstellt. Weiterhin soll hierdurch auch die gesamte Schülerschaft über den Sitzungsverlauf informiert werden.
Es ist zu offensichtlich, dass eine Ähnlichkeit mit den üblicherweise etablierten Schülervertretungen (SV) zu erkennen ist, welche durch das jeweilige Landesschulgesetz verbindlich vorgeschrieben sind. „Schülerparlamente stellen wie die SV eine institutionalisierte, repräsentativ-demokratische Form der Mitbestimmung und Mitgestaltung bei der Planung und Gestaltung von Schule und Unterricht dar.“
1. Einleitung: Die Arbeit motiviert das Thema durch die aktuelle Relevanz von Partizipation und hinterfragt kritisch, ob Schülerbeteiligung an Förderschulen tatsächlich gelebt oder nur pro forma praktiziert wird.
2. Theoretischer Hintergrund: Es werden zentrale Begrifflichkeiten wie Partizipation, der Förderschwerpunkt Lernen und das Modell des Schülerparlaments unter Einbeziehung relevanter Qualitätskriterien definiert.
3. Methodik: Der Autor erläutert den Prozess der Implementierung von Schülerparlamenten an zwei Förderschulen sowie den Aufbau der quantitativen Befragung, um Einstellungen der Schülerschaft zu erfassen.
4. Auswertung des Fragebogens: Dieser Teil präsentiert die Ergebnisse der Befragung hinsichtlich der Mitgestaltungswünsche der Schüler sowie deren Selbsteinschätzung zur Verantwortungsübernahme.
5. Möglichkeiten, Grenzen und (Aus-)Wirkungen des Schülerparlaments: Es wird reflektiert, wie sich Schülerpartizipation auf die Schülerschaft und die Schulorganisation auswirkt, wobei Chancen und strukturelle Barrieren gegenübergestellt werden.
6. Fazit und Ausblick: Die Arbeit resümiert, dass Partizipation an Förderschulen trotz Mehraufwand für das Kollegium einen wertvollen Beitrag zur Demokratiebildung leisten kann, und schlägt weiterführende Langzeitstudien vor.
Schülerpartizipation, Schülerparlament, Förderschwerpunkt Lernen, Mitbestimmung, Demokratiebildung, Schulkultur, Selbstbestimmung, Partizipationsampel, Sozialkompetenz, Schülermitwirkung, Lernbehinderung, Partizipationsförderung, Schulmitbestimmung, Empowerment, Demokratiepädagogik.
Die Arbeit untersucht das Thema Schülerpartizipation an Schulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen und hinterfragt, ob die vorhandenen Strukturen echte Beteiligung ermöglichen oder bloß eine Alibi-Funktion erfüllen.
Zentrale Felder sind die theoretische Fundierung von Partizipation, das Verständnis von Lernbehinderung, rechtliche Grundlagen der Mitbestimmung sowie der praktische Aufbau und die Evaluation von Schülerparlamenten.
Ziel ist es, zu analysieren, welche Möglichkeiten und Grenzen Schülerparlamente an Förderschulen bieten und wie sie zur Persönlichkeitsentwicklung und Kompetenzstärkung der Schüler beitragen können.
Es wurde ein deduktives, quantitatives Forschungsdesign mit einer Fragebogenerhebung (Querschnittsdesign) gewählt, um die Einstellungen und Wünsche der Schüler systematisch zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, das methodische Vorgehen bei der Parlamentsgründung, die Auswertung der empirischen Daten sowie die differenzierte Betrachtung von Chancen und Risiken.
Wichtige Begriffe sind Schülerpartizipation, Schülerparlament, Förderschwerpunkt Lernen, Partizipationsförderung und demokratische Schulkultur.
Während die SV landesgesetzlich vorgegeben ist, fungiert das Schülerparlament als erweiterte, projektorientierte Gelegenheitsstruktur, die versucht, durch regelmäßige Arbeit an konkreten Themen eine breitere Schülerschaft einzubinden.
Der Autor stellt fest, dass Schüler mit Förderschwerpunkt Lernen oft aus sozio-kulturell belasteten Umfeldern kommen, was die Verbindlichkeit und Kontinuität in Partizipationsprojekten zur besonderen Herausforderung macht.
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