Examensarbeit, 2011
85 Seiten, Note: 2,0
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
I. Einleitung
I.1 Vorwort
I.2 Der Mythos von der „saubere“ Wehrmacht
II. Die verbrecherische Planung des Unternehmens Barbarossa
II.1 Der ideologische Schulterschluss der Wehrmachtsgeneralität
II.2 Die Regelung des Einsatzes der SS-und Polizeiverbände im Operationsgebiet des Heeres
II.3 Der Kriegsgerichtsbarkeitserlass
II.4 Der Kommissarbefehl
II.5 Die Richtlinien für das Verhalten der Truppe in Russland und weitere rassistische und antisemitische Befehle
III. Die Zusammenarbeit der Wehrmacht mit den SS- und Polizeiverbänden
III.1 Die Vernichtung der Juden im Militärverwaltungsgebiet
III.1.1 Struktur des Militärverwaltungsgebietes
III.1.2 Der Reichenau-Befehl
III.1.3 Die systematische Vernichtung der sowjetischen Juden
III.1.3.1 Antijüdische Maßnahmen: Registrierung, Erfassung und Gettoisierung
III.1.3.1.1 Das Vorgehen gegen jüdische Zivilpersonen
III.1.3.1.2 Das Vorgehen gegen jüdische Kriegsgefangene
III.1.3.2 Organisatorische Hilfe der Wehrmacht
III.1.3.3 Aktive Teilnahme der Wehrmacht an Exekutionen
III.2 Die Vernichtung der Juden im Zivilverwaltungsgebiet
Die Arbeit untersucht die aktive Beteiligung und die strukturelle Zusammenarbeit der deutschen Wehrmacht mit SS- und Polizeiverbänden beim Völkermord an den Juden während des Russland-Feldzuges (Unternehmen Barbarossa). Ziel ist es, den Mythos der „sauberen Wehrmacht“ kritisch zu hinterfragen und die spezifischen Formen der Kooperation – von der ideologischen Planung über die organisatorische Unterstützung bis hin zur aktiven Teilnahme an Massenmorden – nachzuweisen.
II.1 Der ideologische Schulterschluss der Wehrmachtsgeneralität
Am 3. März 1941 konfrontierte Hitler seinen persönlichen und militärischen Stab, das Oberkommando der Wehrmacht (OKW), mit dem Vernichtungscharakter des anstehenden Feldzuges. Anwesend bei dieser Besprechung war Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, der nach dem Führererlass vom 4. Februar 1938 in seiner Position als Chef des Oberkommando der Wehrmacht die Spitze des Stabes von Hitler bildete. Er übte in Hitlers Auftrag die bisher dem Reichskriegsminister zustehende Befugnisse aus. Des Weiteren war bei dieser Besprechung Generaloberst Alfred Jodl anzutreffen, der als Chef des Wehrmachtsführungsstabes im OKW die Aufgabe hatte, die operativen Weisungen nach einem Entschluss Hitlers auszuarbeiten und zur endgültigen Formulierung dem Chef des OKW oder Hitler selbst vorzulegen.
Zuletzt war noch Reichsführer-SS Heinrich Himmler in dieser Besprechung vorzufinden. In dieser kleinen Runde führte Hitler aus: „Dieser Kampf ist mehr als nur ein Kampf der Waffe; er führt auch zu einer Auseinandersetzung zweier Weltanschauungen. […] Die jüdisch-bolschewistische Intelligenz, als bisheriger „Unterdrücker“ des Volkes muß beseitigt werden. […] Diese Aufgaben sind so schwierig, daß man sie nicht dem Heere zumuten kann.“
Hitler gab deutlich zu erkennen, welchen Adressaten der zukünftige Feldzug haben wird: die „jüdisch-bolschewistische Intelligenz“, deren Vernichtung oberstes Ziel war. Er konnte sich nicht deutlicher ausdrücken, welch schwerwiegendes Verbrechen er in der Sowjetunion beabsichtigt. Dieses wollte er allerdings nicht der deutschen Wehrmacht zumuten. Keitel und Jodl konnten ab diesem Zeitpunkt erahnen, welch fatale Folgen dieser Feldzug für die in der Sowjetunion lebenden Menschen, allem voran für die Juden haben würde. Doch statt Widerspruch einzulegen und gegen das Vorhaben zu protestieren, trugen sie Hitlers Entschluss willig mit.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein und setzt sich kritisch mit dem historisch belasteten Mythos der „sauberen Wehrmacht“ auseinander, die angeblich nicht am Völkermord beteiligt gewesen sei.
II. Die verbrecherische Planung des Unternehmens Barbarossa: Hier werden die frühen ideologischen Absprachen zwischen Hitler und der Wehrmachtführung sowie die erlassenen Befehle analysiert, die den Weg für den Vernichtungskrieg ebneten.
III. Die Zusammenarbeit der Wehrmacht mit den SS- und Polizeiverbänden: Dieses Hauptkapitel detailliert die operative Kooperation in den Militär- und Zivilverwaltungsgebieten, die von logistischer Unterstützung bis hin zur direkten Beteiligung an Exekutionen reichte.
IV. Zusammenfassung: Dieses Kapitel zieht ein Fazit der Untersuchung und bekräftigt die aktive, freiwillige Rolle der Wehrmacht bei der Umsetzung des nationalsozialistischen Vernichtungskonzepts.
Wehrmacht, Unternehmen Barbarossa, Judenmord, Vernichtungskrieg, SS, Polizei, Kommissarbefehl, Kriegsgerichtsbarkeitserlass, Nationalsozialismus, Völkermord, Rassenideologie, Russland-Feldzug, Besatzungspolitik, Kooperation, Einsatzgruppen.
Die Arbeit untersucht die aktive Rolle und die strukturelle Zusammenarbeit der Wehrmacht mit SS- und Polizeieinheiten bei der systematischen Ermordung der Juden im Russland-Feldzug ab 1941.
Zentrale Themen sind die ideologische Indoktrination der Wehrmachtführung, die Herausgabe verbrecherischer Befehle, die logistische und operative Unterstützung der Einsatzgruppen sowie die aktive Teilnahme von Wehrmachtangehörigen an Massenmorden.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, nachzuweisen, dass die Wehrmacht nicht nur passiver Zeuge, sondern aktiver und williger Täter sowie Organisator des Völkermordes war, womit der Mythos der „sauberen Wehrmacht“ widerlegt wird.
Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, die auf der Auswertung primärquellenbasierter Literatur, Kriegstagebüchern, Befehlsnotizen und zeitgenössischen Lageberichten basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der verbrecherischen Planungsphase (Unternehmen Barbarossa) und die Analyse konkreter Kooperationsformen zwischen Wehrmacht und SS in den verschiedenen Verwaltungsgebieten der besetzten Sowjetunion.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Vernichtungskrieg, Wehrmacht, SS-Einsatzgruppen, Kriegsgerichtsbarkeitserlass, Kommissarbefehl, Judenmord und Rassenideologie.
Der Befehl von Generalfeldmarschall von Reichenau vom Oktober 1941 dient als Beleg für die Radikalisierung der Truppenführung und deren Identifikation mit der nationalsozialistischen Vernichtungslogik.
Die Arbeit differenziert zwischen dem Militärverwaltungsgebiet, in dem die Wehrmacht die Befehlsgewalt innehatte, und den Zivilverwaltungsgebieten, in denen trotz der formalen Übergabe an Reichskommissare die Wehrmacht weiterhin maßgeblich an den Verbrechen mitwirkte.
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