Masterarbeit, 2012
53 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Anforderungen an die Gestaltung von Bilderbüchern zum Thema Nationalsozialismus und Holocaust
2.1 Kriterien aus erziehungspädagogischer Sicht
2.2 Kriterien aus geschichtsdidaktischer Sicht
3. Analyse und Bewertung der Bilderbücher
3.1. Rosa Weiss von Roberto Innocenti (1986)
3.1.1 Inhaltsangabe
3.1.2 Literarische Gestaltung
3.1.3 Analyse nach den unter Kapitel 2 genannten Kriterien
3.2 Judith und Lisa von Elisabeth Reuter (1988)
3.2.1 Inhaltsangabe
3.2.2 Literarische Gestaltung
3.2.3 Analyse nach den unter Kapitel 2 genannten Kriterien
3.3. Papa Weidt. Er bot den Nazis die Stirn von Inge Deutschkron (1999)
3.3.1 Inhaltsangabe
3.3.2 Literarische Gestaltung
3.3.3 Analyse nach den unter Kapitel 2 genannten Kriterien
4. Vergleichende Betrachtung und Bewertung der Bilderbücher
5. Fazit
Ziel dieser Arbeit ist es, bei drei exemplarisch ausgewählten Bilderbüchern für Kinder im Grundschulalter zu untersuchen, ob und inwieweit die Darstellung von Nationalsozialismus und Holocaust gelungen ist, ohne die kindliche Zielgruppe zu überfordern oder das historische Geschehen zu verharmlosen.
3.1.1 Inhaltsangabe
Das Bilderbuch beschreibt die Entwicklung und Folgen des zweiten Weltkrieges und den Holocaust aus der Perspektive eines ca. acht bis neun Jahre alten Mädchens, das in einer deutschen Kleinstadt zur Zeit des Nationalsozialismus aufwächst. Am Anfang der Geschichte werden die zur Front ziehenden Soldaten jubelnd verabschiedet. Rosas Leben bleibt zunächst recht unbeschwert bis zu dem Tag, an dem sie beobachtet, wie ein kleiner Junge aus einem Militärlastwagen springt und zu fliehen versucht. Er wird jedoch vom Bürgermeister aufgehalten und wieder den Soldaten übergeben, welche ihn zurück in das übervolle Fahrzeug befördern. Rosa Weiss ist neugierig und läuft dem Wagen hinterher, bis sie schließlich im Wald auf einer Lichtung ein von Stacheldraht eingezäuntes Lager entdeckt, in dem viele abgemagerte Kinder gefangen sind. Einem hungernden Kind reicht sie den Rest ihres Schulbrotes durch den Zaun. In den nächsten Wochen sucht Rosa Weiss immer wieder das Lager auf und bringt den jungen Gefangenen Lebensmittel. Durch die Stadt ziehen wieder Soldaten, die offensichtlich auf dem Rückweg von der Front sind. Sie sind erschöpft und verwundet. Nur der Bürgermeister ist noch optimistisch und hält tapfere Reden. Als eines Tages die Bevölkerung und die Soldaten aus der Stadt fliehen, sucht Rosa Weiss erneut das Lager auf. Die Baracken sind jedoch zerstört und die Kinder verschwunden. Im Nebel erscheinen fremde Soldaten und schießen, wobei offen bleibt, ob das junge Mädchen getroffen wird. Am Ende der Geschichte füllt sich die verlassene Stadt mit Soldaten der Roten Armee. Was mit Rosa Weiss geschehen ist, lässt die Erzählung offen. Es ist jedoch anzunehmen, dass sie von fremden Soldaten erschossen wurde.
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet die Relevanz der Thematisierung von Nationalsozialismus und Holocaust im Grundschulalter und erläutert die Zielsetzung der Arbeit.
2. Anforderungen an die Gestaltung von Bilderbüchern zum Thema Nationalsozialismus und Holocaust: Hier werden theoretische Kriterien aus erziehungspädagogischer und geschichtsdidaktischer Perspektive entwickelt, um die Eignung entsprechender Kinderliteratur zu bewerten.
3. Analyse und Bewertung der Bilderbücher: Dieses Kapitel unterzieht die drei ausgewählten Bilderbücher einer detaillierten Analyse hinsichtlich Inhalt, literarischer Gestaltung und Einhaltung der zuvor aufgestellten Kriterien.
4. Vergleichende Betrachtung und Bewertung der Bilderbücher: Es erfolgt eine Gegenüberstellung der drei Werke, um deren jeweilige Eignung für den Einsatz im Grundschulunterricht zu evaluieren.
5. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung kommt zu dem Ergebnis, dass die Thematisierung des Holocaust im Bilderbuch stets einen Kompromiss zwischen pädagogischem Anspruch und historischer Realität erfordert.
Nationalsozialismus, Holocaust, Kinderliteratur, Grundschule, Geschichtsdidaktik, Erziehungspädagogik, Rosa Weiss, Judith und Lisa, Papa Weidt, Judenverfolgung, Empathie, Erinnerungskultur, Bildanalyse, Zeitgeschichte, Holocaust-Erziehung
Die Arbeit untersucht, wie die komplexe und sensible Thematik des Nationalsozialismus und Holocausts in Bilderbüchern für Kinder im Grundschulalter aufbereitet wird und ob diese Werke den hohen pädagogischen und historischen Anforderungen gerecht werden.
Zentrale Themen sind die Vermittlung von Empathie, die Darstellung historischer Fakten, der Umgang mit Diskriminierung sowie die Frage, wie man Kindern die NS-Zeit vermitteln kann, ohne sie emotional zu überfordern.
Das Ziel ist es, anhand von drei exemplarischen Bilderbüchern zu prüfen, ob ein angemessener Kompromiss zwischen erziehungspädagogischen Zielen (z. B. Wertevermittlung) und geschichtsdidaktischen Notwendigkeiten (z. B. Faktizität) erreicht wird.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche und bildanalytische Untersuchung, gestützt auf fachdidaktische Kriterien, um die Texte und Illustrationen der ausgewählten Bilderbücher systematisch zu bewerten.
Im Hauptteil werden die Werke "Rosa Weiss", "Judith und Lisa" und "Papa Weidt. Er bot den Nazis die Stirn" detailliert in Bezug auf ihre Inhaltsangabe, literarische Gestaltung und Konformität mit pädagogischen Kriterien analysiert.
Die wichtigsten Begriffe sind Nationalsozialismus, Holocaust, Grundschulpädagogik, Geschichtsdidaktik, Bilderbuchanalyse sowie die Namen der analysierten Werke und deren Protagonisten.
Das Werk wird kritisch gesehen, da es die historische Realität teilweise verzerrt und die Konzentration auf das Schicksal des nicht-jüdischen Mädchens das eigentliche Thema der Judenverfolgung in den Hintergrund drängt.
Otto Weidt wird als positives Beispiel für einen Menschen gewürdigt, der Handlungsspielräume nutzte, um Juden zu retten, was den Kindern zeigt, dass auch im NS-Regime Widerstand und Hilfe möglich waren.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass ein "perfektes" Buch, das alle Anforderungen erfüllt, kaum existiert und dass jedes Bilderbuch zwingend der pädagogischen Begleitung durch Lehrpersonen bedarf, um die Thematik korrekt einzuordnen.
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