Diplomarbeit, 2011
82 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Fragestellung und Ziele der Arbeit
2. Historische Entwicklung der Windenergie in Deutschland
2.1 Bisherige Entwicklung der Offshore-Windenergie
2.1.1 Politische Faktoren
2.1.2 Gesetzliche Faktoren
2.1.3 Treibende Faktoren
3. Wirtschaftliche Betrachtung
3.1 Finanzierung
3.2 Projektkosten
3.3 Gesamtes Investitionsvolumen
3.4 Investitionsnebenkosten
3.5 Betriebskosten
3.6 Stromentstehungskosten
3.7 Kostensenkungspotenziale
3.8 Rendite und Ausblick
4. VWL-Sichtweise
4.1 Energieimporte
4.2 Energieeffizienz
4.3 Energiepolitik
4.4 Potenziale Offshore-Windparks
5. Wertschöpfungskette
5.1 Grundlagen / Probleme
5.2 Aufbau und Logistik eines Windparks
5.3 Varianten der Offshore-Logistik
5.3.1 Variante 1
5.3.2 Variante 2
5.3.3 Variante 3
5.4 Akteure der Wertschöpfungskette
5.5 Häfen als Standortvorteil
5.6 Arbeitsmarkt
5.7 Standortfaktoren und räumliche Nähe
5.7.1 Modell von Alfred Weber
5.7.2 Neoklassische Modelle vs. Behavioristische Modelle
5.7.3 Innovationen
5.7.4 Agglomerationseffekte
5.7.5 Wissenstransfer
5.7.6 Unternehmenscluster
5.7.7 Arten von Wissen
5.8 Praxisbeispiel Region Bremerhaven
5.9 Fazit
6. Förderinstrumente
6.1 Energiepolitische Instrumente
6.1.1 Institutionelle Instrumente
6.1.2 Monetäre Instrumente
6.1.2.1 Einspeisevergütung
6.1.3 Mengensteuerung
6.1.3.1 Das Quotenmodell
6.1.4 Förderprogramme
6.2 Bewertung
7. Anreizwirkungen der EEG auf die Wertschöpfungskette
7.1 Auswertungen der Umfrage
7.1.1Energieversorger
7.1.2 Logistikunternehmen
7.1.3 Zulieferer
7.2 Fundamentale Betrachtung der Anreizwirkungen
7.2.1 WEA-Hersteller
7.2.2 Energieversorger
7.3 Zusammenfassung und Ausblick
8. Fazit
Die vorliegende Diplomarbeit analysiert die Anreizwirkungen der bundesdeutschen Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auf die Wertschöpfungskette im Offshore-Windenergiemarkt, um zu veranschaulichen, welche Anreize Unternehmen in der Praxis erreichen und welche Auswirkungen dies auf die Entwicklung betroffener Regionen hat.
5.7.1 Modell von Alfred Weber
Alfred Weber hat die erste Darstellung einer Industriestandorttheorie geschaffen. Er hat in dieser den optimalen Standort eines betriebswirtschaftlichen Betriebes ermittelt. Die Industriestandorttheorie umfasst dabei folgende Annahmen:
- Räumliche Verteilung des Konsums ist bekannt und gegeben.
- Räumliche Verteilung der Arbeitskräfte ist bekannt und gegeben.
- Arbeitskräfte sind immobil und unbegrenzt verfügbar.
- Lohnhöhe ist konstant aber räumlich differenziert.
- Transportkosten sind einheitlich und darstellbar als Funktion von Gewicht und Entfernung.
Arbeitskosten: Die Arbeitskosten können sodann zur Verlegung des Standortes führen, wenn die Ersparnis größer ist als die gestiegenen Transportkosten.
Agglomerationswirkungen: Eine Verlegung des Standortes erfolgt nur dann, wenn die Agglomerationsvorteile die Transportkostennachteile überwiegen. Das bedeutet, dass Gütermenge, Produktionstechnik und die Preise gegeben sind. Das Unternehmen muss die Transportkosten am Beschaffungs- und Absatzmarkt tragen. Diese Annahmen führen dazu, dass sich mögliche Standorte nur noch durch die Transportkosten unterscheiden. Schlussfolgernd lässt sich festhalten, dass der Standort mit den geringsten Transportkosten den höchsten Gewinn generiert.
Das bedeutet, dass die Transportkosten entweder am Beschaffungsort oder am Absatzort am geringsten sind, da sie bei einem von beiden null betragen. Übertragen auf die Wertschöpfungskette im Offshore-Windenergiesektor bedeutet das, dass die Hersteller der enorm großen und schweren Teile, die für die Offshore-Windparks benötigt werden, einen Anreiz haben, sich direkt am Absatzort anzusiedeln, was in diesem Fall der Offshore-Hafen wäre. Denn nur hier haben die Hersteller die kosteneffizienteste Lösung bzw. die geringsten Transportkosten. Die Transportkosten könnten in diesem Fall nur noch weiter sinken, wenn das Verkehrsnetz ausgebaut werden würde. Damit einhergehend würden die Anreize sinken, sich in unmittelbarer Nähe zum Absatzort anzusiedeln. Das Beispiel zeigt zugleich die hohe Bedeutung des Angebotes an Verkehrsträgern und deren Preisstrukturen. In jedem Fall entscheiden sich die Unternehmen innerhalb dieses Modells für einen Standort in der Nähe zum Absatzmarkt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Offshore-Windenergie im Zuge der Energiewende ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Anreizwirkungen der EEG-Förderung zu untersuchen.
2. Historische Entwicklung der Windenergie in Deutschland: Das Kapitel zeichnet die sechs Phasen der Windenergienutzung in Deutschland von der Pionierphase bis hin zum beginnenden Offshore-Ausbau nach.
3. Wirtschaftliche Betrachtung: Hier werden die betriebswirtschaftlichen Kostenkomponenten von Offshore-Windparks analysiert, einschließlich Finanzierung, Investitionskosten und Rentabilität.
4. VWL-Sichtweise: Dieses Kapitel betrachtet die gesamtwirtschaftliche Einordnung Deutschlands hinsichtlich Energieimporten, Effizienz und politischer Rahmenbedingungen.
5. Wertschöpfungskette: Es wird die komplexe Struktur der Wertschöpfungskette in der Offshore-Industrie sowie die Rolle von Logistik, Clustern und Standortfaktoren analysiert.
6. Förderinstrumente: Hier erfolgt eine theoretische und bewertende Darstellung energiepolitischer Instrumente wie Einspeisevergütung, Quotenmodelle und Subventionsprogramme.
7. Anreizwirkungen der EEG auf die Wertschöpfungskette: Dieser Teil präsentiert die Ergebnisse der durchgeführten Umfrage unter Branchenakteuren sowie eine fundamentale wirtschaftliche Analyse.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Wirksamkeit der EEG-Förderung sowie die Zukunftsperspektiven der Offshore-Windenergie in Deutschland.
Offshore-Windenergie, Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG, Wertschöpfungskette, Energiepolitik, Einspeisevergütung, Standortfaktoren, Offshore-Logistik, Windenergieanlagen, Energieeffizienz, Clusterbildung, Investitionskosten, Energiewende, Stromerzeugung, Wirtschaftsförderung
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Anreizwirkungen der deutschen Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auf die Akteure der Wertschöpfungskette im Markt für Offshore-Windenergie.
Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung der Windenergie, wirtschaftliche Kostenanalysen von Offshore-Projekten, die Logistikstrukturen, Standorttheorien für Industriebetriebe sowie die Wirkung verschiedener energiepolitischer Förderinstrumente.
Das Ziel ist zu evaluieren, inwieweit das EEG in der Praxis Anreize für Unternehmen in der Wertschöpfungskette schafft und welchen Einfluss dies auf die Ansiedlung und Entwicklung in Küstenregionen hat.
Die Arbeit kombiniert theoretische Analysen und Literaturstudien mit einer empirischen Umfrage unter Unternehmen aus den Bereichen Energieversorgung, Logistik und Zulieferer sowie ergänzenden Bilanzanalysen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine wirtschaftliche Betrachtung der Offshore-Projekte, eine volkswirtschaftliche Einordnung, eine detaillierte Darstellung der Wertschöpfungskette inklusive Logistik- und Standortaspekten sowie eine kritische Bewertung der eingesetzten Förderinstrumente.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Offshore-Windenergie, EEG, Wertschöpfungskette, Einspeisevergütung, Standortfaktoren und Unternehmenscluster charakterisiert.
Häfen fungieren als zentrale Knotenpunkte der Wertschöpfungskette, die nicht nur für den Transport und die Montage entscheidend sind, sondern auch als Ansiedlungsorte für Produktion und Service dienen, was positive Agglomerationseffekte auslöst.
Aufgrund der hohen finanziellen Anforderungen und der Notwendigkeit spezifischen ökonomischen Fachwissens bei Offshore-Projekten verfügen große Energiekonzerne über eine höhere Bonität und bessere Zugangsmöglichkeiten zu Finanzierungsquellen als neue Marktteilnehmer.
Der Autor sieht die Novelle als einen Schritt in die richtige Richtung, da sie durch Instrumente wie das Stauchungsmodell und die erhöhte Anfangsvergütung die Rendite verbessert und Planungssicherheit für Investoren schafft, mahnt aber gleichzeitig eine Reduzierung der bürokratischen Genehmigungsverfahren an.
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