Masterarbeit, 2011
77 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
2. Pathologie einer “Mörderin”: Die literarische Genese der Wiedergängerin
2.1 Der (un)tote Mythos und die Auferweckung der Wiedergängerin
2.2 Blutige Küsse und romantische Gattung: Die (Un)Tote im Spiegel der Schwarzen Romantik
2.3 Die Wiedergängerin als femme fatale und “New Woman”
3. Die Rezeption des Wiedergängerin-Motivs in der russischen Literatur Mitte des 19. Jahrhunderts: Aleksej Tolstoj - Ivan Turgenev
3.1 Von Wieder- und Doppelgängerinnen
3.1.1 Die Wiedergängerin zwischen Wunschtraum und Double
3.1.2 Die wiedergängerische Hexe: Die Frau als Teufelsweib
3.2 Von femme fragile zu Vamp: Der “gefährliche” Eros
3.2.1 Zdenka: Femme zwischen fragile und fatale
3.2.2 Die (a)sexuelle Dimension der “russischen” Wiedergängerin
3.3 Die Frage des Geschlechts oder das Versagen der “russischen” Wiedergängerin
3.3.1 Das Blut. Die Kraft des “besonderen Saftes”: Ein Exkurs
3.3.2 Die Wiedergängerin im Spannungsfeld der Geschlechter
3.3.3 Der (un)gültige Tod oder die Frage nach dem Versagen der “russischen“ Wiedergängerin
4. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv der Wiedergängerin in der russischen phantastischen Literatur Mitte des 19. Jahrhunderts. Dabei wird analysiert, inwiefern sich das Bild der russischen Wiedergängerin von ihrem westlichen Pendant unterscheidet und welche Rolle geschlechtsspezifische Machtverhältnisse sowie die Symbolik des Blutes bei ihrer Darstellung spielen.
3.1.1 Die Wiedergängerin zwischen Wunschtraum und Double
Lag der Fokus der bisherigen Untersuchung auf den weiblichen blutsaugenden Geschöpfen der westeuropäischen Literatur, so soll im Folgenden die Gestalt der “russischen” Wiedergängerin (Gogol’s “Vij” ausgeschlossen) ins Blickfeld gerückt werden, deren Spuren im allgemeinen Diskurs der Vampirliteratur beinahe unauffindbar sind. Dies mag vor allem auf die quantitative Vertretbarkeit des Vampirmotivs in der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts zurückzuführen sein, die sich zwar durchaus den metaphorischen Vampirismus als Motiv zu eigen macht (siehe etwa Puškins “Pique Dame”, Turgenevs “Klara Milič”), doch der reale Vampirismus, insofern er “real” sein kann, ist hier äußerst defizitär.
In starker Anlehnung an die Blutsauger der westeuropäischen, schwarzromantischen Literatur entstanden, was auf “literarische Impulse der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts [...] aus Frankreich” zurückzuführen ist, können die Vampire der russischen Literatur durch ihre Romantisierung der “westlichen Vampirerzählung” zugerechnet werden, so Christoph Augustynowicz. Diese etwas vage Aussage subsumiert zwar Romantisierung der Vampirgestalten der russischen Literatur, die eine Verknüpfung der Liebesthematik mit der des Vampirismus beinhaltet, doch spricht diese zeitgleich der “russischen” Wiedergängerin das Anrecht auf Eigenartigkeit und Eigenständigkeit ab; denn trotz vieler Parallelen zu den weiblichen Blutsaugern der westeuropäischen Literatur unterscheidet sich die “russische” Adaption des Wiedergängerin-Motivs deutlich von ihren romantischen Vorbildern.
1. Einführung: Definition der literarischen Imago der Frau und Hinführung zur Fragestellung bezüglich der Wiedergängerin im 19. Jahrhundert.
2. Pathologie einer “Mörderin”: Die literarische Genese der Wiedergängerin: Untersuchung der mythologischen und literarischen Ursprünge der Vampirfigur im Kontext der Schwarzen Romantik.
3. Die Rezeption des Wiedergängerin-Motivs in der russischen Literatur Mitte des 19. Jahrhunderts: Aleksej Tolstoj - Ivan Turgenev: Detaillierte Analyse der Ausprägung dieses Motivs in russischen Schlüsselwerken unter besonderer Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Machtdynamiken.
4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, insbesondere zur Ambivalenz und zum spezifischen Versagen der russischen Wiedergängerin im Vergleich zum westlichen Pendant.
Wiedergängerin, Russische Literatur, Vampirismus, 19. Jahrhundert, Femme fatale, Schwarze Romantik, Aleksej Tolstoj, Ivan Turgenev, Geschlechterrollen, Vagina dentata, Symbolik des Blutes, Doppelgängerin, Phantastische Literatur, Machtverhältnisse, Genderstudies
Die Arbeit analysiert das literarische Motiv der weiblichen Vampirfigur, der Wiedergängerin, in der russischen phantastischen Literatur der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Zentral sind die literarische Genese des Motivs, die Transformation von der "femme fragile" zur "femme fatale" sowie die Einbettung der Wiedergängerin in das Machtgefälle der Geschlechter.
Das Ziel ist festzustellen, ob sich die Imago der "russischen" Wiedergängerin signifikant von ihren westlichen Vorbildern abhebt und warum sie in ihren Taten häufig "versagt".
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die verschiedene Textzeugnisse von Autoren wie Aleksej Tolstoj und Ivan Turgenev unter Zuhilfenahme kulturwissenschaftlicher und feministischer Forschungstheorien untersucht.
Der Hauptteil behandelt die Rezeption des Wiedergängerin-Motivs in spezifischen russischen Erzählungen, die symbolische Bedeutung des Blutes und die Konstellation von Täter-Opfer-Beziehungen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem: Wiedergängerin, Vampirismus, russische Literatur, Geschlechterrollen und die Ambivalenz der weiblichen Identität im Fin de Siècle.
Während westliche Varianten oft eine aktivere, sexuell aggressive Komponente zeigen, zeichnet sich die russische Wiedergängerin häufig durch eine asexuelle Dimension und eine stärkere Einbindung in eine passive oder devot inszenierte Rolle aus.
Religiöse Symbole wie das Kreuz dienen als Instrumente der Machtenthebung, die das als "diabolisch" geltende Wesen der Wiedergängerin in seine patriarchalen Schranken verweisen.
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