Masterarbeit, 2008
100 Seiten
1 Problemstellung und Aufbau der Untersuchung
2 Benchmarking zur Beurteilung der Aussagekraft von Umweltberichten
2.1 Bedeutung ökologisch nachhaltiger Unternehmensführung
2.2 Umweltberichterstattung
2.2.1 Möglichkeiten
2.2.2 Grenzen
2.3 Benchmarking
3 Umweltproblematik und Umweltberichterstattung in der Luftverkehrsbranche
3.1 Struktur der Luftverkehrsbranche
3.2 Luftverkehrsaktivitäten als Problemfall glaubwürdiger Umweltberichterstattung
3.2.1 Umweltbelastende Wirkungen des Luftverkehrs
3.2.1.1 Emissionen
3.2.1.2 Fluglärm
3.2.2 Ansätze zur Verminderung der Umweltbelastung durch den Luftverkehr
3.2.2.1 Flug- und Flugverhaltensoptimierung
3.2.2.2 Technische Optimierung
3.2.2.3 Politische Eingriffe
3.2.2.4 Verkehrsvermeidung und –verlagerung
3.2.3 Bedeutung von Umweltberichterstattung in der Luftverkehrsbranche
3.2.3.1 Status quo
3.2.3.2 Implikationen für die Weiterentwicklung der Umweltberichterstattung im Airline-Bereich
4 Empirischer Vergleich der Umweltberichterstattung von Fluggesellschaften
4.1 Intention und Aufbau der Untersuchung
4.2 Quantitatives Benchmarking
4.2.1 Vorstellung IÖW-/future-Ranking
4.2.2 Luftverkehrsrelevante Adaption
4.2.3 Ergebnis des quantitativen Benchmarkings
4.3 Qualitatives Benchmarking
4.3.1 Berichtsstand Emissionsausstoß
4.3.2 Berichtsstand Fluglärm
4.3.3 Stakeholder-Dialog
4.3.4 Emissionsausgleichszahlungen
4.3.5 Verkehrspolitische Einflussnahme
4.3.6 Glaubwürdigkeit
5 Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Qualität und Aussagekraft der Umweltberichterstattung von Fluggesellschaften unter Berücksichtigung spezifischer Branchenanforderungen und konzeptinhärenter Probleme des Kommunikationsinstruments. Das Ziel ist es, den Stand der Berichterstattung durch einen Benchmarking-Ansatz empirisch zu ermitteln, Defizite aufzuzeigen und Handlungsempfehlungen zur Steigerung der Glaubwürdigkeit zu entwickeln.
3.2.1.1 Emissionen
Ähnlich wie andere Wirtschaftsbereiche ist gegenwärtig auch der Luftverkehrssektor mit der Situation konfrontiert, dass die durch unternehmerische Aktivitäten verursachten Umweltprobleme immer stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Diese Situation lässt sich nicht zuletzt auf den Klimawandel zurückführen, der seit einigen Jahren als neues Bedrohungspotential für das gegenwärtige Jahrhundert weltweit in das gesellschaftliche Bewusstsein gerückt ist. Während eine Vielzahl von möglichen Konsequenzen dieser Entwicklung noch nicht genau abschätzbar ist, gilt es mittlerweile als gesichert, dass dieses Problem von Menschenhand verursacht ist und mit all seinen negativen Begleiterscheinungen in Form von Naturkatastrophen stetig voranschreitet.
Als wesentliche Ursache für den, diesen Veränderungen zugrunde liegenden Treibhauseffekt gelten Emissionen, die die natürliche Atmosphäre so beeinflussen, dass die Erdtemperatur kontinuierlich steigt. Durch die Nutzung des Treibstoffs Kerosin, bei dessen Verbrennung verschiedene Emissionen entstehen, trägt auch der Luftverkehr zur globalen Klimaerwärmung bei. Zu den Schadstoffemissionen des Luftverkehrs lässt sich in diesem Zusammenhang festhalten, dass die erzeugten Emissionen global wie lokal allerdings unterschiedliche Wirkungen entfalten können und zudem zwischen eher mittel- und langfristigen Wirkungen unterschieden werden muss. Wie in vielen anderen Bereichen auch trägt Kohlendioxid (CO2) am stärksten zum Klimawandel bei. Durch die relativ lange Verweildauer in der Atmosphäre von rund 100 Jahren und die globale Verbreitung dieser Emission durch das Fliegen verbirgt sich dahinter ein gewichtiges Problem. Gegenwärtige Schätzungen gehen davon aus, dass der Luftverkehr zurzeit für rund 2% der gesamten weltweit emittierten CO2-Menge verantwortlich ist. Durch das prognostizierte starke Wachstum der Branche ist jedoch mit einem deutlichen Anstieg dieses Anteils in der nahen Zukunft zu rechnen.
1 Problemstellung und Aufbau der Untersuchung: Einführung in die wachsende Bedeutung nachhaltiger Unternehmensführung und Definition der Zielsetzung der Arbeit, die Aussagekraft von Umweltberichten im Luftverkehr durch Benchmarking zu prüfen.
2 Benchmarking zur Beurteilung der Aussagekraft von Umweltberichten: Erläuterung der theoretischen Grundlagen der Umweltberichterstattung und des Benchmarking-Konzepts als Instrument zur Qualitätssteigerung und Transparenz.
3 Umweltproblematik und Umweltberichterstattung in der Luftverkehrsbranche: Analyse der spezifischen Umweltbelastungen durch den Luftverkehr und Diskussion politischer und technischer Lösungsansätze vor dem Hintergrund des Branchenwachstums.
4 Empirischer Vergleich der Umweltberichterstattung von Fluggesellschaften: Darstellung der Methodik und Durchführung des quantitativen und qualitativen Benchmarkings von 29 Fluggesellschaften sowie Auswertung der Ergebnisse.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, Reflexion der Möglichkeiten und Grenzen der Umweltberichterstattung sowie Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Umweltberichterstattung, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Luftverkehrsbranche, Benchmarking, Klimawandel, CO2-Emissionen, Fluglärm, Unternehmensführung, Stakeholder-Dialog, Glaubwürdigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Airline, Emissionsausgleich, Verkehrspolitik, Umweltmanagement.
Die Arbeit analysiert kritisch die Qualität, Glaubwürdigkeit und Aussagekraft von Umweltberichten in der internationalen Luftverkehrsbranche.
Im Fokus stehen ökologische Nachhaltigkeit, die Umweltwirkungen des Luftverkehrs (Emissionen und Lärm) sowie die Kommunikationsinstrumente von Fluggesellschaften.
Das Ziel ist es, Defizite in der aktuellen Umweltberichterstattung zu identifizieren und mittels eines Benchmarking-Konzepts zu bewerten, um Wege zu einer transparenteren Kommunikation aufzuzeigen.
Es wird ein zweigeteilter Ansatz gewählt: ein quantitatives Benchmarking mittels eines Punktbewertungsmodells und eine ergänzende qualitative Analyse ausgewählter Berichte.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Umweltberichterstattung, eine sektorspezifische Analyse der Umweltproblematik sowie die empirische Benchmarking-Studie von 29 Fluggesellschaften.
Benchmarking dient dazu, die Vergleichbarkeit der heterogenen Umweltberichte zu erhöhen und Unternehmen durch Best-Practice-Vergleiche zu einer verbesserten ökologischen Kommunikation anzuregen.
Die Analyse legt nahe, dass diese Unternehmen aufgrund ihres auf Kostenführerschaft basierenden Geschäftsmodells weniger Ressourcen in aufwendige Umweltberichterstattung und Forschung investieren.
Glaubwürdigkeit wird als Kernproblem der Umweltkommunikation identifiziert; die Arbeit betont, dass Berichte Gefahr laufen, als reine PR-Instrumente wahrgenommen zu werden, wenn sie Misserfolge verschweigen.
Politische Instrumente wie der Emissionshandel oder verkehrspolitische Regulierungen werden als notwendig erachtet, um Anreize für technologische Innovationen und eine ökologische Optimierung der Branche zu schaffen.
Lufthansa erzielt im Benchmarking das beste Ergebnis, da sie die Umweltproblematik detailliert und ausgewogen darstellt und konkrete, nachvollziehbare Ziele sowie Maßnahmen definiert.
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