Hausarbeit, 2009
16 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Die Ehe Elisabeths mit dem Landgrafen Ludwig
2.1 Darstellung im sog. Libellus
2.2 Hintergründe der Eheschließung
2.3 Das Dilemma der Hagiographie
3. Mutterschaft Elisabeths
4. Ludwigs Tod und dessen Folgen
5. Elisabeths Frausein
6. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Leben der heiligen Elisabeth von Thüringen auf Basis der Vernehmungsprotokolle des Libellus de dictis quatuor ancillarum s. Elisabeth confectus. Das Ziel ist es, die Rolle Elisabeths als Ehefrau und Mutter sowie ihr Verhältnis zu den zeitgenössischen Idealen und den hagiographischen Herausforderungen ihrer Heiligenwerdung kritisch zu analysieren.
2.1 Darstellung im sog. Libellus
Bereits zu Beginn der längeren Libellus-Version wird erwähnt, dass Elisabeth am thüringischen Hof Schmähungen erleiden musste, aber wider Erwarten einen Tröster in ihrem zukünftigen Ehemann fand: „Cum vero facta esset viripotens et nubilis, graves et manifests persecutiones passa est a proximis […] sponsi sui futuri mariti […]. […] contra omnium opinionem et spem sponsum suum memoris et tristitie in omnibus habuit consulatorem occultum.“ Es scheint dem Verfasser wichtig zu sein, nicht nur die Gehässigkeiten des Hofkreises zu erwähnen, sondern auch die Tatsache, dass sich Elisabeths zukünftiger Mann schon damals auf ihre Seite stellte und ihr durch schwierige Situationen hindurch half. Allerdings ist an dieser Stelle anzumerken, dass einige Historiker diese Passage für einen späteren Einschub halten und es daher schwierig ist zu sagen, wie viel von der Tatsache, dass Elisabeth bei ihrer Ankunft am Hofe von Ludwigs Verwandten gedemütigt worden sein soll, der historischen Wahrheit entspricht. Lothar Vogel fügt hier ein, dass es fraglich ist, „ob die Hofdame Guda in politische Überlegungen der [...] Art einbezogen wäre.“ Unbestritten ist aber, dass Elisabeth vor allem nach Ludwigs Tod einige Konflikte mir den landgräflichen Verwandten ihres Mannes hatte, worauf im späteren Verlauf noch eingegangen wird.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt den Libellus als wichtige, wenn auch quellenkritisch zu betrachtende Grundlage für das Leben der heiligen Elisabeth vor und definiert die Forschungsfragen zur Ehe- und Mutterrolle.
2. Die Ehe Elisabeths mit dem Landgrafen Ludwig: Das Kapitel beleuchtet das harmonische Verhältnis des Ehepaares, die politischen Hintergründe ihrer Verbindung und das hagiographische Dilemma, Elisabeth als verheiratete Heilige darzustellen.
3. Mutterschaft Elisabeths: Hier wird Elisabeths Rolle als Mutter analysiert, die trotz ihrer Fürsorge in Notsituationen gezwungen war, sich von ihren Kindern zu trennen, wobei dies kein Mangel an Liebe war.
4. Ludwigs Tod und dessen Folgen: Dieses Kapitel behandelt die gravierenden Veränderungen in Elisabeths Leben nach dem frühen Tod ihres Mannes und die damit verbundenen Konflikte mit ihrem Schwager Heinrich Raspe.
5. Elisabeths Frausein: Der Abschnitt fokussiert auf Elisabeths Abkehr von adeligen Konventionen, ihre Armutsideale und ihre bewusste Hinwendung zur radikalen Nachfolge Christi.
6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Erkenntnisse über Elisabeths Eheleben, ihre Authentizität als historische Figur und ihren Gewinn an Profil durch die Auswertung des Libellus.
Elisabeth von Thüringen, Libellus, Mittelalter, Hagiographie, Landgraf Ludwig IV., Ehe, Mutterschaft, Armutsideal, Heiligenverehrung, Frömmigkeit, Ehefrau, Witwengut, Wartburg, Konrad von Marburg, Askese.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Leben der heiligen Elisabeth von Thüringen unter besonderer Berücksichtigung ihrer Rolle als Ehefrau, Mutter und religiöse Persönlichkeit.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der ehelichen Beziehung zu Ludwig IV., den Konflikten im Zuge ihrer Witwenschaft und ihrem bewussten Bruch mit höfischen Konventionen durch Askese und Frömmigkeit.
Das Ziel ist es, anhand des Libellus ein historisch fundiertes Bild von Elisabeth zu zeichnen und zu erörtern, wie sie ihre religiösen Ideale mit ihrer familiären Rolle in Einklang brachte.
Die Autorin stützt sich auf eine quellenkritische Analyse der historischen Texte, primär des Libellus de dictis quatuor ancillarum s. Elisabeth confectus, im Kontext der zeitgenössischen hagiographischen Forschung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Ehebeziehung, der Rolle der Mutterschaft, der Witwenschaft nach Ludwigs Tod sowie eine Analyse der Elisabethschen Frömmigkeit und ihres Selbstverständnisses als Frau.
Wichtige Schlagworte sind neben dem Namen der Heiligen: Hagiographie, Libellus, Landgraf Ludwig IV., Ehe, Mutterschaft, Askese und die mittelalterliche Rollenerwartung.
Dies geschah vor allem aufgrund extremer Notsituationen nach ihrer Vertreibung von der Wartburg, um das Überleben der Kinder in einem Umfeld zu sichern, das Elisabeth selbst kaum noch Versorgungsmöglichkeiten bot.
Das Dilemma besteht darin, dass die hagiographische Tradition eigentlich eine körperliche Unversehrtheit (Jungfräulichkeit) forderte, während Elisabeth verheiratet war und Kinder hatte, was sie als "verheiratete Heilige" zu einer besonderen Herausforderung für Biographen machte.
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