Masterarbeit, 2012
124 Seiten, Note: 1,7
Didaktik für das Fach Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 Forschungsstand
3 Kommunikation im Fremdsprachenunterricht
3.1 Der Kommunikative Ansatz
3.2 Kommunikationsprozesse
3.3 Mentale Prozesse zur Informationsverarbeitung
3.4 Mögliche Kommunikationsprobleme
4 Hörverstehen im Fremdsprachenunterricht
4.1 Definition
4.2 Prozesse des Hörverstehens
4.3 Hörverstehensfehler
4.4 Strategien
4.5 Umgang mit unbekanntem Vokabular
5 Hörverstehen im Englischunterricht
5.1 Anforderungen an einen modernen Unterricht
5.2 Hörverstehenskompetenzen
6 Lehrwerke und Hörverstehen
6.1 Funktionen von Lehrwerken
6.2 Lehrwerkskonzeption: Chancen und Schwierigkeiten
6.3 Hörtextgestaltung
6.4 Aufgabentypologien
7 Lehrwerkanalyse
7.1 Methodik
7.2 Lehrwerke Camden Town 3 und Green Line 3
7.3 Kategorien
7.3.1 Hörverstehensübungen
7.3.2 Aufgabentypologien
7.3.3 Strategien
7.3.4 Hörverstehensfehler: Umgang mit unbekanntem Vokabular
7.3.5 Hörverstehenskompetenzen
7.4 Durchführung und Ergebnisse
7.4.1 Hörverstehensübungen
7.4.2 Aufgabentypologien
7.4.3 Strategien
7.4.4 Hörverstehensfehler: Umgang mit unbekanntem Vokabular
7.4.5 Hörverstehenskompetenzen
8 Lehrwerkkritik
9 Fazit und Ausblick
Diese Arbeit untersucht, inwieweit moderne Forschungsergebnisse zum Hörverstehen und aktuelle didaktische Konzepte in die Lehrwerke "Camden Town 3" und "Green Line 3" integriert wurden. Das Ziel besteht darin, die Diskrepanz zwischen theoretischen Anforderungen und der praktischen Umsetzung in den Aufgabenstellungen zu beleuchten.
3.2 Kommunikationsprozesse
Es existiert eine ganze Reihe von Modellen, die versuchen, den Prozess der Kommunikation zu erklären. Eines der bekanntesten ist das von Friedemann Schulz von Thun. Seiner Meinung nach besteht eine Nachricht aus vier „Seiten“ (Schulz von Thun 2003: 14): einem Sachinhalt, einem Appell, einer Beziehung und einer Selbstoffenbarung. Somit gibt ein Sender bzw. ein Sprecher mit seiner Nachricht nicht nur inhaltliche Informationen an den Empfänger bzw. Hörer weiter (Sachinhalt). Der Appell bezeichnet die Intention des Senders. Der Beziehungsaspekt drückt aus, wie der Sender zu dem Empfänger steht und die Selbstoffenbarung verdeutlicht die Haltung des Senders zum Kommunikationsthema (ebd.).
Zwei entscheidenden Gesichtspunkten muss bei diesem Modell zudem Aufmerksamkeit geschenkt werden. Erstens bezieht es sich nicht ausschließlich auf gesprochene Sprache, sondern auch auf nonverbale Kommunikation. So kann man zum Beispiel auch durch Schweigen, Schreien, Weinen, Körperhaltung, Bewegungen oder den Gesichtsausdruck eine Nachricht übermitteln. Zweitens gelten die vier Seiten einer Nachricht nicht nur für den Sender, sondern auch für den Empfänger. Dieser nimmt ebenfalls einen Appell, einen Sachinhalt, einen Beziehungshinweis und eine Selbstkundgabe wahr. Jedoch kann es zu Missverständnissen kommen, da der Empfänger diese nicht immer so versteht, wie der Sender es intendiert hat. Denn durch die individuellen Voraussetzungen und Erfahrungen empfinden und verstehen Menschen Gesagtes sehr unterschiedlich.
Auf solche und weitere Kommunikationsprobleme wird in Kapitel 3.3. noch näher eingegangen.
Das Modell von Schulz von Thun thematisiert sehr den inhaltlichen und den interaktiven Teil der Kommunikation. Aber der Kommunikationsprozess kann und muss auch aus der sprachwissenschaftlichen Perspektive betrachtet werden. Ein Beispiel ist das Modell der Sprachproduktion von Willem Levelt (1993, in Lynch 2009: 30 ff.1). Dieses erklärt das in der Wissenschaft weitverbreitete Modell, in dem Sprache durch einen Sprecher kodierte wird und durch einen Hörer dekodiert wird.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Hörverstehens im Fremdsprachenunterricht ein und formuliert das Ziel der Lehrwerkanalyse.
2 Forschungsstand: Das Kapitel bietet einen Überblick über die Entwicklung der Hörverstehensforschung von den 80er Jahren bis heute.
3 Kommunikation im Fremdsprachenunterricht: Hier werden Kommunikationsmodelle (Schulz von Thun, Levelt) sowie kognitive Prozesse der Informationsverarbeitung erläutert.
4 Hörverstehen im Fremdsprachenunterricht: Dieses Kapitel definiert Hörverstehen als aktiven Prozess und diskutiert Fehlerquellen sowie Strategien zur Bewältigung.
5 Hörverstehen im Englischunterricht: Es werden moderne Anforderungen an den Unterricht, wie Kompetenzorientierung und Authentizität, beleuchtet.
6 Lehrwerke und Hörverstehen: Dieses Kapitel analysiert die Funktionen von Lehrwerken sowie die Kriterien für Hörtexte und Aufgabentypologien.
7 Lehrwerkanalyse: Dieser Hauptteil beschreibt die methodische Vorgehensweise und die Ergebnisse der Untersuchung der beiden Lehrwerke.
8 Lehrwerkkritik: Eine zusammenfassende Bewertung der Lehrwerke hinsichtlich ihrer Eignung zur Förderung der Hörverstehenskompetenz.
9 Fazit und Ausblick: Das Fazit zieht eine Bilanz der Analyse und gibt Empfehlungen für die zukünftige Gestaltung von Lehrwerken.
Hörverstehen, Englischunterricht, Lehrwerkanalyse, Camden Town, Green Line, Fremdsprachenerwerb, Kommunikativer Ansatz, Sprachdidaktik, Hörverstehensstrategien, Aufgabenorientierung, Kompetenzorientierung, Sprachproduktion, Informationsverarbeitung, Lehrwerkkritik, Sprachrezeption
Die Arbeit analysiert und kritisiert die Darstellung und Förderung des Hörverstehens in den beiden weit verbreiteten Lehrwerken "Camden Town 3" und "Green Line 3" für die siebte Jahrgangsstufe am Gymnasium.
Die zentralen Felder sind die didaktische Qualität von Hörtexten, die Vielfalt der Aufgabenstellungen, die Vermittlung von Hörstrategien sowie die Übereinstimmung mit aktuellen bildungspolitischen Kompetenzmodellen.
Ziel ist es zu überprüfen, ob und in welcher Form aktuelle wissenschaftliche Forschungsergebnisse zum Hörverstehen Eingang in die untersuchten Lehrwerke gefunden haben und wie sich dies in den konkreten Aufgaben widerspiegelt.
Die Arbeit nutzt eine sprachdidaktische Lehrwerkanalyse. Dazu wurden Kriterienkataloge in Form von Tabellen entwickelt, um Hörübungen, Hörtexte, Strategien und Aufgaben systematisch zu erfassen und zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Kommunikation und Hörverstehen sowie eine detaillierte empirische Analyse der Lehrwerke, inklusive der Auswertung von Aufgabentypen und Strategieangeboten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Hörverstehen, Lehrwerkanalyse, Sprachdidaktik, Kommunikativer Ansatz und Kompetenzorientierung charakterisieren.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass beide Lehrwerke ihre selbst gesetzten Ansprüche bezüglich der Förderung des Hörverstehens nur unzureichend erfüllen und moderne Erkenntnisse kaum konsequent umsetzen.
Obwohl sie sehr ähnlich aufgebaut sind, zeigen sich Unterschiede in der Themenwahl, der Gewichtung von Hintergrundgeräuschen und dem Angebot an Begleitmaterialien wie Portfolios oder Sprachtrainern.
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