Bachelorarbeit, 2011
52 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Quellen und Forschung
2.1 Quellenlage und Forschungsstand
2.2. Bestand und Kriterien der Auswertung
3. Das Dreieck kultureller, direkter und struktureller Gewalt nach Johan Galtung
3.1 Kulturelle Gewalt
3.2 Direkte Gewalt
3.3 Strukturelle Gewalt
3.4 Schlussfolgerung zu Johan Galtungs Dreieck der Gewalt
4. Kolumbien – ein von Gewalt geprägtes und zerrissenes Land
4.1 Álvaro Uribe Vélez – eine Präsidentschaft gegen Gewalt oder unter Nutzung von Gewalt?
4.1.1 Erhöhung staatlicher Ausgaben für den Militäreinsatz
4.1.2 La Ley de Justicia y Paz
4.1.3 Plan Colombia
4.2 Manuel Marulanda und Raúl Reyes – wie führten sie die FARC?
4.2.1 Biographische Hintergründe
4.2.2 Gewaltbeispiele und ihre Bezüge zum Modell von Johan Galtung
4.2.2.1 Die Verhandlungen zwischen FARC und den Regierungen Betancur und Pastrana
4.2.2.2 Attentate und Anschläge
4.2.2.3 Entführungen und Geiselnahmen durch die FARC
4.2.2.4 Massaker und Landmineneinsatz
5. Die Bedeutung der erstellten Gewaltdreiecke von Regierung und FARC
6. Schlussfolgerung
Die Arbeit untersucht die komplexe Gewaltsituation in Kolumbien unter Anwendung des Modells zur Dreiteilung der Gewalt von Johan Galtung (direkte, strukturelle und kulturelle Gewalt). Ziel ist es, die spezifischen Gewalthandlungen der Regierung unter Álvaro Uribe Vélez sowie der Guerillaorganisation FARC zu analysieren, deren wechselseitige Beeinflussung aufzuzeigen und die Anwendbarkeit des theoretischen Modells auf den kolumbianischen Konflikt kritisch zu prüfen.
3.1 Kulturelle Gewalt
Johan Galtung definiert kulturelle Gewalt in seinem Aufsatz „Cultural Violence“ wie folgt: „By 'cultural violence' we mean those aspects of culture, the symbolic sphere of our existence – exemplified by religion and ideology, language and art, empirical science and formal science (logic, mathematics) – that can be used to justify or legitimise direct or structural violence.“ Die Definition zeigt die direkte Verbindung zu struktureller und kultureller Gewalt. Zudem weist sie darauf hin, dass kulturelle Gewalt abhängig vom jeweiligen Kulturraum ist und innerhalb dieses Kulturraums anders gedeutet sowie ausgeprägt sein kann.
Es ist eine Sechsteilung der Definition von kultureller Gewalt in Ideologie, Religion, Kunst, Sprache, empirische Wissenschaft und formelle Wissenschaft von Bedeutung, um detaillierte Aussagen zu treffen und zu erkennen welche Folgen die einzelnen Gewaltausübungen bewirken. Denn bei Religion oder Ideologie unterteilen wir die Menschen auch in Gruppen, Klassen oder nach Hautfarbe, um so strukturelle Muster nachvollziehen und realisieren zu können. So gelten weiße Menschen intelligenter als dunkelhäutige oder Frauen gehören eher in den Haushalt als ins Berufsleben. Obwohl Venezuela und Kolumbien im gleichen Kulturraum anzusiedeln sind, beeinflussen die unterschiedlichen Regierungsformen die Ausübung kultureller Gewalt (z.B. Militärparaden) in großem Maße. Aus diesen Gründen muss beachtet werden, dass keine Stereotype aufgrund kultureller Gewalt entstehen, indem ein kultureller Gewaltakt oder eine kulturelle Differenzierung auf die gesamte Nation übertragen und diese im Gesamten als gewalttätig „abgestempelt“ wird.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Gewaltanalyse in Kolumbien ein und stellt Johan Galtungs Modell als theoretische Basis zur detaillierten Untersuchung des Konflikts vor.
2. Quellen und Forschung: Dieses Kapitel erörtert die Herausforderungen der Quellensituation im kolumbianischen Kontext und definiert die verwendeten Primär- und Sekundärliteraturen für die Analyse.
3. Das Dreieck kultureller, direkter und struktureller Gewalt nach Johan Galtung: Es erfolgt eine theoretische Fundierung des Galtung-Modells und dessen Unterteilung in die drei Gewaltformen sowie deren Zusammenhänge.
4. Kolumbien – ein von Gewalt geprägtes und zerrissenes Land: Das Kapitel bietet eine historische Kontextualisierung des Konflikts und analysiert die spezifischen Gewaltanwendungen der Regierung Uribe sowie der FARC-Führung.
5. Die Bedeutung der erstellten Gewaltdreiecke von Regierung und FARC: Eine synthetisierende Analyse wertet die Anwendung des Modells aus und verdeutlicht die unterschiedlichen Schwerpunkte der Gewaltanwendung durch die untersuchten Akteure.
6. Schlussfolgerung: Die Arbeit endet mit einem Fazit zur Aktualität des Modells sowie konkreten Lösungsansätzen und Perspektiven für eine friedlichere Zukunft Kolumbiens.
Kolumbien, Johan Galtung, Direkte Gewalt, Strukturelle Gewalt, Kulturelle Gewalt, FARC, Álvaro Uribe Vélez, Konfliktanalyse, Friedensforschung, Plan Colombia, Justicia y Paz, Guerilla, Menschenrechte, Gewaltspirale, Konfliktlösung.
Die Arbeit analysiert die Gewaltausübung im kolumbianischen Konflikt und nutzt dafür das wissenschaftliche Modell von Johan Galtung, das Gewalt in direkte, strukturelle und kulturelle Formen unterteilt.
Zentrale Felder sind die Regierungsstrategien unter Álvaro Uribe, die interne Struktur und das Vorgehen der FARC-Guerilla sowie die sozio-politischen Hintergründe des jahrzehntelangen Konflikts.
Das Ziel ist aufzuzeigen, welche Gewaltformen in Kolumbien Anwendung finden, ob diese mit Galtungs Modell erklärbar sind und wie die verschiedenen Akteure ihre Handlungen in diesem System legitimieren.
Es wird eine qualitative Analyse durchgeführt, die auf der Auswertung von Fachliteratur, offiziellen Regierungsdokumenten, Berichten der CNRR sowie Zeitungsartikeln basiert und diese auf das theoretische Modell Galtungs bezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Gewaltdreieck sowie die empirische Analyse der Handlungsweisen von Staat und FARC, illustriert durch Fallbeispiele wie den Plan Colombia oder die Ley de Justicia y Paz.
Wichtige Begriffe sind Kolumbien, Galtung-Modell, Gewaltspirale, Paramilitarismus, FARC, Friedensprozess und Menschenrechte.
Es dient als Beispiel für strukturelle Gewalt, da es laut Autorin trotz des Ziels der Friedensförderung Defizite bei der Entschädigung von Opfern aufweist und die politische Ungleichheit im Land eher perpetuiert.
Die Arbeit untersucht, inwiefern Anführer wie Manuel Marulanda durch direkte Gewalt (Attentate, Entführungen) und kulturelle Strategien versuchen, ihre Machtbasis zu sichern und ihre politischen Ziele zu legitimieren.
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