Studienarbeit, 2012
48 Seiten, Note: 1
1. Die Forschungsarbeit
1.1. Einleitung
1.2. Theoretische Verortung
1.3. Über den Künstler
1.4. Jonathan Meese im Spannungsfeld zwischen Revolte und Kanonbildung
1.5. Resümee
2. Anhang
2.1. Ausstellung „Fräulein Atlantis“ in der Sammlung Essl Privatstiftung
2.2. Ausstellung „Totalste Graphik“ in der Akademie der bildenden Künste
2.2.1. Eröffnungsrede zur Ausstellung von Dr. Björn Egging
2.2.2. Text von Jonathan Meese zur Ausstellungseröffnung
2.2.3. Folder zur Ausstellung
Die Forschungsarbeit untersucht das künstlerische Phänomen Jonathan Meese, um zu ergründen, wie sich seine Positionierung zwischen kultureller Kanonbildung und schöpferischer Revolte im Kontext des modernen Kunstbetriebs verorten lässt.
1.2. Theoretische Verortung
Der Prozesscharakter der Kunstwerke konstituiert sich dadurch, daß sie als Artefakte, von Menschen Gemachtes von vornherein im >einheimischen Reich des Geistes< ihren Ort haben, aber, um irgend identisch mit sich selbst zu werden, ihres Nichtidentischen, Heterogenen, nicht bereits Geformten bedürfen. Der Widerstand der Andersheit gegen sie, auf welche sie doch angewiesen sind, veranlaßt [sic!] sie dazu, die eigene Formsprache zu artikulieren, kein ungeformtes Fleckchen übrig zu lassen. Diese Reziprozität macht ihre Dynamik aus; das Unschlichtbare der Antithetik, daß [sic!] jene in keinem Sein sich stillt. Kunstwerke sind es nur in actu, weil ihre Spannung nicht in der Resultante reiner Identität mit diesem oder jenem Pol terminiert. Andererseits werden sie nur als fertige, geronnene Objekte zum Kraftfeld ihrer Antagonismen; sonst liefern die verkapselten Kräfte nebeneinander her, oder auseinander. Ihr paradoxes Wesen, der Einstand, negiert sich selber. Ihre Bewegung muß [sic!] stillstehen und durch ihren Stillstand sichtbar werden. Objektiv aber ist der immanente Prozesscharakter der Kunstwerke, schon ehe sie irgendeine Partei ergreifen, der Prozeß [sic!], den sie gegen das ihnen Auswendige, das bloß Bestehende anstrengen. Alle Kunstwerke, auch die affirmativen, sind a priori polemisch.
Vor der Emanzipation des Subjekts war fraglos Kunst, in gewissem Sinn, unmittelbarer ein Soziales als danach. Ihre Autonomie, Verselbstständigung der Gesellschaft gegenüber, war Funktion des seinerseits wieder mit der Sozialstruktur zusammengewachsenen bürgerlichen Freiheitsbewußtseins [sic!]. Ehe es sich bildete, war Kunst zwar an sich in Widerspruch zu gesellschaftlicher Herrschaft und ihrer Verlängerung in den mores, nicht aber für sich. Konflikte gab es, seit dem Verdikt im Platonischen Staat, desultorisch, die Idee einer von Grund auf oppositionellen Kunst jedoch hätte niemand konzipiert, und soziale Kontrollen wirkten weit direkter als in der bürgerlichen Ära bis zur Schwelle der totalen Staaten. Andererseits integrierte das Bürgertum die Kunst sich vollständiger als je eine frühere Gesellschaft.
1. Die Forschungsarbeit: Einleitung in die Thematik, Verortung von Meese im Kunstbetrieb und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
1.1. Einleitung: Hinführung zur Fragestellung und Erläuterung des Titels sowie der theoretischen Grundlagen.
1.2. Theoretische Verortung: Philosophische Einordnung des Kunstbegriffs und dessen Verhältnis zu Gesellschaft und Geschichte anhand von Adorno.
1.3. Über den Künstler: Biografische Eckpunkte und Analyse der künstlerischen Gedankenwelt sowie der Arbeitsweise von Jonathan Meese.
1.4. Jonathan Meese im Spannungsfeld zwischen Revolte und Kanonbildung: Zusammenführung der theoretischen und biographischen Erkenntnisse zu einer Analyse der spezifischen Positionierung Meeses.
1.5. Resümee: Reflexion der Ergebnisse und abschließende Bewertung der Ambivalenz zwischen künstlerischer Autonomie und Marktwirtschaft.
2. Anhang: Dokumentation von Ausstellungen, Transkriptionen von Performances, Reden und Begleitmaterialien zur Illustration der künstlerischen Praxis.
3. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Dokumentarfilme, Internettexte und Fachliteratur.
Jonathan Meese, Kunsttheorie, Revolte, Kanonbildung, Performancetheorie, Ästhetik, Diktatur der Kunst, Avantgarde, Kunstmarkt, Totalinstallation, Totalkunst, Cultural Hero, Adorno, Zeitgenössische Kunst.
Die Arbeit analysiert die Positionierung des Künstlers Jonathan Meese an der Schnittstelle zwischen radikaler künstlerischer Revolte und der Vereinnahmung durch den kulturellen Kanon.
Zentrale Themen sind die Dialektik zwischen Autonomie und Kommerzialisierung, der Begriff der "Diktatur der Kunst" sowie die Analyse von Meeses Performance- und Installationskunst.
Das Ziel ist es, zu ergründen, wie Meese seine provokative künstlerische Haltung beibehält, während er gleichzeitig als Akteur im etablierten Kunstbetrieb agiert.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse philosophischer und kunsttheoretischer Texte, kombiniert mit der Untersuchung von Performance-Dokumentationen und aktuellen Ausstellungsbeiträgen.
Der Hauptteil rezipiert theoretische Ansätze, führt in die Gedankenwelt des Künstlers ein und verwebt diese Informationen zu einer Analyse der Spannungsfelder im Schaffen von Jonathan Meese.
Wichtige Begriffe sind Jonathan Meese, Diktatur der Kunst, Revolte, Kanonbildung, Totalkunst, Cultural Hero und zeitgenössische Ästhetik.
Der Begriff dient als analytisches Instrument, um Meeses utopische Forderung nach einer totalen, von außen nicht beeinflussbaren Kunst zu beschreiben, die er den bestehenden politischen Ideologien entgegensetzt.
Die Materialien im Anhang, wie das Performance-Transkript und die Eröffnungsrede, dienen als exemplarische Primärquellen, die Meeses rhetorische und performative Strategien veranschaulichen.
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