Diplomarbeit, 2012
72 Seiten, Note: 1,3
1 Problemstellung und Vorgehensweise
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise der Arbeit
2 Institutionen und Haushalt der Europäischen Union
2.1 Institutioneller Aufbau der EU
2.2 Beschlussfassungsregeln des Ministerrates
2.3 Haushalt der EU
2.4 Haushaltsverfahren der EU
3 Pork-Barrel-Politik in der Europäischen Union
4 Machtindizes zur Messung der Abstimmungsstärke
4.1 Messbarkeit politischer Macht
4.2 Beitrag der kooperativen Spieltheorie
4.3 Shapley-Shubik-Index
4.4 Banzhaf-Index
5 Anwendung der Machtindizes auf die Budgetallokation der EU
5.1 Berechnung der Machtindizes
5.2 Diskussion des empirischen Zusammenhanges
6 Kritik an der Erklärung der Budgetallokation durch Machtindizes
7 Zusammenfassung und Fazit
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Allokation des EU-Haushalts durch die mittels Machtindizes messbare Abstimmungsstärke der Mitgliedstaaten erklärt werden kann. Dabei wird analysiert, ob Länder, die über mehr formale Macht im Abstimmungsprozess verfügen, tatsächlich einen größeren Anteil am EU-Budget erhalten.
4.2 Beitrag der kooperativen Spieltheorie
Die kooperative Spieltheorie hat eine Reihe solcher Maße entwickelt. Unter Spieltheorie ist die formale Analyse strategischer Entscheidungssituationen zu verstehen. Mit ihrer Hilfe lassen sich Situationen untersuchen, in denen Akteure (=Spieler) nach bestimmten Regeln Entscheidungen treffen, welche häufig durch Interessenkonflikte oder/und Koordinierungsprobleme charakterisiert sind. Die Spieltheorie kann in die nicht-kooperative und die kooperative Spieltheorie unterteilt werden. Die nicht-kooperative Spieltheorie stellt die Untersuchung der Akteure und ihrer Strategien in den Vordergrund. Die Spieler verfolgen bestimmte Ziele und führen entsprechende Handlungen unter Einhaltung exogen festgelegter Regeln aus. Sie hat Handlungen und Strategien als zentrale Konzepte. Dagegen werden die Handlungen der Spieler in der kooperativen Spieltheorie nicht direkt modelliert. Kooperativen Spielen sind gemein, dass die Spieler untereinander verbindliche Abmachungen treffen können. Dies setzt voraus, dass Kommunikation zwischen den Spielern möglich ist und Abmachungen (z.B. durch eine dritte Partei) durchgesetzt werden können. Vom konkreten Verlauf der Verhandlungen wird dabei abstrahiert.
1 Problemstellung und Vorgehensweise: Einleitung in die Problematik der EU-Budgetallokation und Darstellung der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
2 Institutionen und Haushalt der Europäischen Union: Beschreibung der EU-Organe, der Abstimmungsregeln im Ministerrat und der Struktur des EU-Haushalts sowie der Haushaltsverfahren.
3 Pork-Barrel-Politik in der Europäischen Union: Analyse des Verhaltens von Politikern unter Annahme der Neuen Politischen Ökonomie, um Anreize für budgetrelevante Entscheidungen zu verstehen.
4 Machtindizes zur Messung der Abstimmungsstärke: Theoretische Einführung in die Machtmessung mittels Spieltheorie, insbesondere des Shapley-Shubik-Index und des Banzhaf-Index.
5 Anwendung der Machtindizes auf die Budgetallokation der EU: Praktische Anwendung der berechneten Machtindizes auf die tatsächliche Budgetverteilung der EU-Mitgliedstaaten.
6 Kritik an der Erklärung der Budgetallokation durch Machtindizes: Kritische Würdigung der Aussagekraft von Machtindizes und Diskussion alternativer Faktoren, die die Allokation beeinflussen könnten.
7 Zusammenfassung und Fazit: Abschließende Synthese der Ergebnisse und Beantwortung der Ausgangsfrage zur Erklärbarkeit der EU-Haushaltsallokation durch Machtindizes.
Europäische Union, EU-Haushalt, Budgetallokation, Machtindizes, Shapley-Shubik-Index, Banzhaf-Index, Kooperative Spieltheorie, Ministerrat, Abstimmungsstärke, Vertrag von Nizza, Vertrag von Lissabon, Neue Politische Ökonomie, Pork-Barrel-Politik, Verhandlungsmacht, Nettopositionen.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der formalen Abstimmungsstärke der EU-Mitgliedstaaten, gemessen durch mathematische Machtindizes, und ihrem tatsächlichen Anteil am Budget der Europäischen Union.
Zentrale Themen sind die institutionellen Rahmenbedingungen der EU, die Theorie der politischen Machtmessung mittels spieltheoretischer Indizes sowie die ökonomische Analyse des EU-Haushaltsverhaltens.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die Allokation der EU-Finanzmittel durch die Abstimmungsmacht der Mitgliedstaaten im Ministerrat erklärt werden kann.
Die Arbeit nutzt Methoden der kooperativen Spieltheorie zur Berechnung von Machtindizes (Shapley-Shubik und Banzhaf) und vergleicht diese mit den tatsächlichen Budgetdaten der EU.
Der Hauptteil gliedert sich in eine institutionelle Analyse der EU, eine theoretische Herleitung der Machtindizes und deren Anwendung auf die empirische Budgetverteilung inklusive einer kritischen Reflektion.
Begriffe wie EU-Haushalt, Shapley-Shubik-Index, Machtindizes, Ministerrat, Allokation und Spieltheorie bilden den Kern der wissenschaftlichen Untersuchung.
Während der Shapley-Shubik-Index alle möglichen sequentiellen Anordnungen der Spieler berücksichtigt, fokussiert der Banzhaf-Index darauf, in wie vielen Koalitionen ein Spieler eine kritische (entscheidungsbringende) Position einnimmt.
Die Verträge definieren unterschiedliche Abstimmungsregeln (z.B. doppelte Mehrheit), die die theoretische Machtverteilung innerhalb der EU maßgeblich verändern und somit die Grundlage für die Machtindizes beeinflussen.
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