Magisterarbeit, 2012
125 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
I.1. Das Thema
I.2. Fragestellung und Methode
I.3. Forschungsstand und Quellenlage
II. Die frühen Jahre
II.1. Kindheit und Jugend in Nordböhmen
II.2. Eintritt in die DSAP und Studium in zwei Metropolen
III. Die erste Metamorphose: Vom Marxisten zum „nationalen Sozialisten“?
III.1. Die hauptamtliche Arbeit für die DSAP: Bildungssekretär und Redakteur
III.2. Von der „Revolution des Proletariats“ zur „abendländischen Revolution“
III.3. „Auseinandergelebt“ und doch noch Parteimitglied?
IV. Vom Anschluss des Sudetenlandes bis zur Gefangenschaft – Anpassung oder Überzeugung?
IV.1. Übernahme des Volksbildungstituts Urania in Prag: Verrat an der Sozialdemokratie?
IV.2. Berufswechsel nach Kriegsbeginn: Vom Redakteur zum Bibliothekar
IV.3. Schutzpolizeireserve statt Front: Schreiber, Redakteur und Geschichtslehrer
IV.4. Kriegsverletzung, Gefangenschaft und Zwangsaussiedlung
V. Neuanfang in Bayern: Die zweite Metamorphose – dieses Mal vom nationalen Sozialisten zum christlich-sozialen?
V.1. Neuanfang in Bayern nach der Zwangsaussiedlung
V.2. „Neues Abendland“ statt „Abendländische Revolution“
V.3. Emil Franzels persönliche Integration als Angehöriger des „vierten Stamm Bayerns“
V.4. Das „publizistische Maschinengewehr“ der Sudetendeutschen
V.5. Alte und neue „Freundschaften“
V.6. Die Schlachtfelder des Lebensabends
VI. Schlussbetrachtungen
Die Arbeit untersucht die Biografie des sudetendeutschen Intellektuellen Emil Franzel und analysiert seine politischen Wandlungsprozesse, insbesondere seinen Übergang vom sozialdemokratischen Marxisten zum Konservativen. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Franzel seine politische Identität in den verschiedenen gesellschaftlichen und nationalen Kontexten – vom Kaiserreich über die Tschechoslowakei bis in die Bundesrepublik – neu definierte und rechtfertigte.
II.1. Kindheit und Jugend in Nordböhmen
Geboren wurde Emil Eduard Franzel am 29. Mai 1901 – einem Mittwoch – im 2.200-Seelen-Dorf Haan als Sohn des Lehrers Emil Franzel (sen., geb. 20. Dezember 1868) und dessen Ehefrau Helene (geb. Zimmermann, geb. 5. Oktober 1876). Seine Eltern wohnten zu diesem Zeitpunkt in Haan Hausnummer 141. Wie zu dieser Zeit üblich wurde Emil Franzel nur wenige Tage nach seiner Geburt am 5. Juni 1901 katholisch getauft. Die Eheschließung seiner Eltern hatte am 7. August 1900 in Troppau, dem Wohnort seiner Mutter, stattgefunden.
Der Großvater mütterlicherseits, Josef Zimmermann, von Beruf Zimmermaler, war zum Zeitpunkt der Geburt von Emil Franzel bereits verstorben. Die Großmutter mütterlicherseits, Agnes Kreisel stammte aus Langendorf in Mähren. Väterlicherseits stammte die Familie aus Ladowitz, wo der Großvater von Emil Franzel in Ladowitz Hausnummer 51 Müller gewesen war. Auch dieser Großvater war bereits vor der Geburt von Emil Franzel an Magenkrebs verstorben – was von Emil Franzel als „Müllerkrankheit“ bezeichnet wird. Die Wassermühle des Großvaters wurde wohl noch vor der Jahrhundertwende verkauft und die fünf Kinder – zwei Töchter und drei Söhne – suchten in der Folge eine Existenz im kleinbürgerlichen Milieu. Die Großmutter väterlicherseits, Agnes, geb. Funke aus Loosch, lebte während der Kindheit von Emil Franzel noch und wurde von ihm regelmäßig besucht. Zur Familie von Emil Franzel gehörten noch seine beiden jüngeren Schwestern Helene und Elisabeth.
I. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Biografie Emil Franzels und skizziert die methodische Vorgehensweise bei der Untersuchung seiner wechselhaften Lebensgeschichte.
II. Die frühen Jahre: Dieses Kapitel rekonstruiert die familiäre Herkunft, Kindheit und Jugend Franzels in Nordböhmen sowie seinen Eintritt in die Sozialdemokratische Partei (DSAP).
III. Die erste Metamorphose: Vom Marxisten zum „nationalen Sozialisten“?: Das Kapitel beleuchtet Franzels Tätigkeit als Bildungssekretär und Redakteur sowie seine zunehmende ideologische Distanzierung von marxistischen Positionen bis 1937.
IV. Vom Anschluss des Sudetenlandes bis zur Gefangenschaft – Anpassung oder Überzeugung?: Der Fokus liegt auf Franzels Zeit in der Urania, dem Berufswechsel, seiner Dienstzeit in der Schutzpolizei und den Erlebnissen bis Kriegsende.
V. Neuanfang in Bayern: Die zweite Metamorphose – dieses Mal vom nationalen Sozialisten zum christlich-sozialen?: Dieses Kapitel beschreibt die Integration Franzels in Bayern, seine publizistische Tätigkeit, die politische Isolation in den 1960ern und sein Lebensende.
VI. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die intellektuelle Laufbahn Franzels zusammen und resümiert seine Rolle als politischer Akteur und Intellektueller.
Emil Franzel, Sozialdemokratie, DSAP, Sudetendeutsche, Konservatismus, Nationalsozialismus, Biografie, Publizistik, Urania, Christlicher Ständestaat, Flucht, Zwangsaussiedlung, Integration, Bayern, Ideologiewandel.
Die Magisterarbeit befasst sich mit dem Leben und Wirken von Emil Franzel, einem sudetendeutschen Intellektuellen, und analysiert seine Entwicklung von einem sozialdemokratischen Marxisten hin zu einem konservativen Publizisten.
Zu den zentralen Themen gehören die Geschichte der sudetendeutschen Sozialdemokratie (DSAP), der Wandel politischer Ideologien im 20. Jahrhundert, das Schicksal der Sudetendeutschen zwischen 1938 und 1946 sowie die politische Integration von Vertriebenen in der frühen Bundesrepublik.
Das primäre Ziel ist es, die „Metamorphosen“ von Emil Franzel wissenschaftlich nachzuzeichnen und zu erklären, warum er sich von seinen sozialdemokratischen Wurzeln löste und welche ideologischen Positionen er in den verschiedenen Lebensabschnitten einnahm.
Die Arbeit folgt primär einem biografischen Ansatz, der die Lebensstationen chronologisch und thematisch rekonstruiert. Dabei werden archivalische Quellen, autobiografische Aufzeichnungen und zeitgenössische publizistische Werke kritisch ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Phasen: Die Zeit in der DSAP in der Tschechoslowakei, die Jahre der NS-Herrschaft und des Protektorats sowie den Neuanfang und das publizistische Wirken in Bayern nach 1945.
Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie politische Transformation, intellektuelle Biografie, sudetendeutsche Zeitgeschichte, ideologischer Bruch und Publizistik.
Der Autor stuft die Autobiografie als wertvolle, aber subjektive Quelle ein, die durch den zeitlichen Abstand zur Entstehung und das Fehlen chronologischer Hilfsmittel mit Vorsicht zu genießen ist und durch andere Archivquellen verifiziert werden muss.
Das „Neue Abendland“ fungierte als Hauptmedium für Franzels konservative Publizistik in der Nachkriegszeit und dokumentiert seinen endgültigen Bruch mit dem Marxismus sowie seine Ausrichtung an einem katholisch-konservativen Europa-Konzept.
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