Masterarbeit, 2012
78 Seiten, Note: 1.7
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. Einleitung
2. Die Kulturtheorie des Risikos
2.1 Vorbemerkung
2.2 Prämisse: Risikoselektion und cultural bias
2.3 Grid-group-Schema und Naturmythen
2.4 Kulturelle Kategorien und ways of life
2.4.1 Hierarchie
2.4.2 Individualismus
2.4.3 Egalitarismus
2.4.4 Fatalismus
2.4.5 Autonomie
2.4.6 Abschließende Bemerkung
2.5 Weiterentwicklung der Theorie
2.5.1 Von ways of life zu political cultures
2.5.2 Cultural Theory ohne grid und group?
3. Politische Kulturen und Regulierungsstile
3.1 Vorbemerkung
3.2 Nationale politische Kulturen
3.2.1 Neudefinition
3.2.2 Typen politischer Kulturen
3.2.2.1 Hegemonie eines einzigen way of life
3.2.2.2 Allianzen von ways of life
3.2.2.3 Fatalistisch geprägte politische Kulturen
3.2.2 Einordnung von Staaten
3.3 Nationale Regulierungsstile
3.3.1 Politikwissenschaftliche Regulierungsforschung
3.3.2 Regulierungskulturen nach Jasanoff
3.3.3 Kulturtheoretische Rezeption durch Linnerooth-Bayer
4. Biotechnologiepolitik unter George W. Bush
4.1 Regulierungskontext, Abläufe und Zuständigkeiten
4.2 Grüne Gentechnik unter Bush
4.3 Rote Gentechnik unter Bush
5. Analyse und Beurteilung
5.1 Kulturtheoretische Einordnung
5.1.1 Politik und Ethik
5.1.2 Regulierung grüner Gentechnik
5.1.3 Regulierung roter Gentechnik
5.2 Neukonzeption der Kulturtheorie?
5.2.1 Eine erweiterte Typologie?
5.2.2 Regulierungsstile und politische Kulturen
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die These nationaler Regulierungsstile kritisch und hinterfragt deren kulturtheoretische Fundierung. Ziel ist es aufzuzeigen, dass Risikowahrnehmungen und Regulierungsansätze maßgeblich vom spezifischen Politikfeld und dessen Kontext abhängen, was die Annahme eines umfassenden, nationalen Regulierungsstils infrage stellt und eine Rekonzeptualisierung der Kulturtheorie erfordert.
2.2 Prämisse: Risikoselektion und cultural bias
Die risikosoziologische Kulturtheorie steht in der Tradition des Konstruktivismus. Ihre grundlegende Prämisse besteht in der Annahme, dass Risiken nicht objektiv existent sind, sondern auf der Basis einer Selektion konstruiert bzw. einem bestimmten Bereich zugerechnet werden. Risiko ist somit niemals etwas absolut Vermeidbares, sondern – wenn auch je nach Art der erfolgten Selektion – immer präsent. Die Konstruktion bestimmter Risiken richtet sich dabei auch danach, was als das jeweilige Risikoobjekt angesehen und worauf im Einzelfall die Priorität gelegt wird.
Aufgabe einer kulturtheoretischen Forschung ist es demnach, zu untersuchen, wer unter welchen Umständen auf welche Weise was als gefährdet ansieht und auf dieser Basis welche Risiken zurechnet (vgl. Douglas / Wildavsky 1982: 8). Basierend auf diesen Bedingungen ergeben sich verschiedene Rationalitäten und damit zugleich auch, welche verschiedenen Lösungen und Risikomanagement-Strategien jeweils angestrebt werden: „Social accountability creates the main lines of cost-benefit payoffs and produces the different ways of categorizing the physical world“ (Douglas 1985: 39). Es ist das Ziel der Kulturtheoretiker, diese Kategorisierungen zu erfassen und als Kulturen zu beschreiben.
Wohl nicht zuletzt auch wegen des anthropologischen Hintergrunds von Mary Douglas verfolgt die Cultural Theory in ihrer und Wildavskys Konzeption eine Herangehensweise, die sich zunächst auf der Mikroebene bewegt und nicht, etwa wie die soziologische Systemtheorie Niklas Luhmanns, versucht, die Gesellschaft über einen makrosoziologischen Ansatz zu beschreiben. Die Kriterien für Risikoselektionen und –konstruktionen werden nicht Systemen und ihren Codierungen zugeordnet, sondern an bestimmten, individuellen ways of life festgemacht: „The choice of risks and the choice of how to live are taken together. Each form of social life has its own typical risk portfolio” (Douglas / Wildavsky 1982: 8).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die kulturtheoretische Risikoforschung ein, hinterfragt die These nationaler Regulierungsstile und umreißt die geplante Analyse der US-Biotechnologiepolitik.
2. Die Kulturtheorie des Risikos: Dieses Kapitel erläutert die konstruktivistischen Grundlagen der Cultural Theory, das Grid-Group-Schema, die verschiedenen kulturellen Lebensarten (ways of life) sowie neuere Ansätze zur Theorieweiterentwicklung.
3. Politische Kulturen und Regulierungsstile: Hier erfolgt der Transfer von der Mikro- auf die Makroebene, wobei die Verbindung zwischen politischen Kulturen und Regulierungsstilen unter Bezugnahme auf verschiedene politikwissenschaftliche Ansätze theoretisch verortet wird.
4. Biotechnologiepolitik unter George W. Bush: Die Fallstudie beschreibt das regulatorische Umfeld in den USA während der Bush-Ära und analysiert die divergierenden Ansätze in der grünen sowie der roten Gentechnik.
5. Analyse und Beurteilung: In diesem Teil wird die empirische Analyse kulturtheoretisch eingeordnet und die Frage nach einer notwendigen Neukonzeption der Theorie auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse diskutiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Notwendigkeit einer problemspezifischen Betrachtung von Regulierungsstilen und fordert eine konsequent konstruktivistische Kulturtheorie.
Kulturtheorie, Risikoselektion, Cultural Bias, ways of life, Grid-Group-Schema, Regulierungsstile, Politische Kulturen, Biotechnologiepolitik, Gentechnik, Bush-Administration, Konstruktivismus, Stammzellenforschung, Risikowahrnehmung, Politikfeldanalyse, Politische Ethik
Die Arbeit befasst sich mit der kulturtheoretischen Analyse von Politik- und Regulierungsstilen und untersucht, inwieweit die Annahme einheitlicher nationaler Regulierungsstile haltbar ist.
Die Arbeit verbindet die soziologische Kulturtheorie mit politikwissenschaftlicher Regulierungsforschung und analysiert anhand der Biotechnologiepolitik die Wechselwirkungen zwischen politischen Kulturen und regulatorischem Handeln.
Das primäre Ziel ist es nachzuweisen, dass Regulierungsstile nicht starr national, sondern politikfeldspezifisch konstruiert werden, und daraus Konsequenzen für die Weiterentwicklung der Kulturtheorie abzuleiten.
Es wird eine kulturtheoretische Analyse angewandt, die durch eine empirische Fallstudie (Biotechnologiepolitik in den USA 2001-2009) unterfüttert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Kulturtheorie, eine Diskussion politischer Kulturen und Regulierungsstile sowie die detaillierte Analyse der grünen und roten Gentechnologiepolitik unter George W. Bush.
Zentrale Begriffe sind Kulturtheorie, Risikoselektion, Regulierungsstile, Biotechnologiepolitik, ways of life und Politische Kulturen.
Die grüne Gentechnik wurde primär durch Marktindividualismus geprägt, während die rote Gentechnik (Stammzellenforschung) aufgrund des Einflusses der evangelikalen Rechten stark von ethisch-moralischen Dogmen dominiert war.
Der Evangelikalismus lässt sich nicht eindeutig in die klassischen Kategorien einordnen, da er eine Mixtur aus individualistischer libertärer Grundhaltung, egalitärem Moralismus und hierarchischem Konservatismus darstellt.
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