Hausarbeit (Hauptseminar), 2012
21 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung: Die Vereinten Nationen
2 Grundlagen zum Analyserahmen Vereinte Nationen
2.1 Gründungsgeschichte der Vereinten Nationen
2.2 Die Verfassung der VN – Die Charta
2.3 „Die kollektive Sicherheit“ – Der Kern der VN
2.4 Was ist ein Konflikt?
3 Aufbau und Instrumente der Vereinten Nationen
3.1 Die Organe der VN
3.1.1 Zentrales Organ: Der Sicherheitsrat
3.2 Blauhelmsoldaten
3.3 Symbolische Politik der VN
4 Problemverdeutlichung von Konflikten am konkreten Beispiel
4.1 Streitfall zwischen staatlicher Souveränität und Interventionsvorhaben
4.2 Ruanda-Krise
4.2.1 Geschichte Ruandas
4.2.2 Konfliktgegenstand
4.2.2 Die Rolle der Vereinten Nationen
5 Fazit
- Reform des Sicherheitsrates?
Die vorliegende Arbeit untersucht die Handlungsfähigkeit der Vereinten Nationen bei der Lösung global auftretender Konflikte. Dabei wird der theoretische Rahmen der kollektiven Sicherheit analysiert und anhand der Ruanda-Krise kritisch hinterfragt, um aufzuzeigen, an welchen strukturellen und politischen Hindernissen die Organisation bei der Konfliktbewältigung stößt.
4.2.1 Geschichte Ruandas
In der vorkolonialen Zeit war die Bevölkerung in Ruanda in die Gruppen der Tutsi, Hutu und Twa eingeteilt worden. Während des ersten Weltkriegs nahmen die Belgier Ruanda als Kolonie unter ihre Verwaltung. Während in der Zeit zwischen der Kolonialisierung Ruandas und dem zweiten Weltkrieg die Tutsi bevorzugt worden sind, kippte die Situation danach zugunsten der Hutu. Nach dem zweiten Weltkrieg setzte der Prozess der Entkolonialisierung ein, wo auch Belgien Ruanda in die Selbstständigkeit entlassen musste. Die Hutu-Revolution von 1959-1961 wurde durch die vorherige massive Unterstützung der Belgier begünstigt und veränderte die Machtverhältnisse enorm. Seit 1973 war Juvénal Habyarimana Präsident von Ruanda und hatte im Verlauf seiner Regentschaft mit vielen ökonomischen und sozialen Problemen zu kämpfen. Parallel dazu bildete sich die RPF (Ruandische Patriotische Front), eine Tutsi Rebellenarmee, die einen Angriff startete und auf einen politischen Umbruch zu ihren Gunsten erhoffte. Präsident Habyarimana bat Belgien und Frankreich um militärische Hilfe. Diese rüsteten den amtierenden Präsidenten stark auf.
Das Friedensabkommen von Arusha (4. August 1993) zwischen der Regierung und der RPF ließ auf einen zukünftigen Frieden in Ruanda hoffen. Es ging sogar soweit, dass man Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte als politische Grundsätze festgehalten hatte. Die Vereinten Nationen schickten im Oktober 1993 die „United Nations Assistance Mission for Rwanda (UNAMIR)“ nach Ruanda, um dort den Frieden zu beobachten und die Einhaltung der Waffenruhe zu garantieren. Allerdings hatte die Blauhelmsoldaten nur eine Mannstärke von 2548, was sich letztlich als katastrophal wenig herausstellten sollte. Die Führung hatte General Dallaire.
Die Vereinten Nationen reduzierten die Blauhelmsoldaten nur auf ihren Beobachterstatus und gaben ihr nicht die Befugnis und Möglichkeit, notfalls militärisch eingreifen zu können. Anfang 1994 erhielt General Dallaire Kenntnis von geheimen Angriffsplänen auf seine Blauhelmsoldaten und informierte die Vereinten Nationen, um eine Truppenaufstockung zu beabsichtigen. Dieses wurde von der UN abgelehnt – wahrscheinlich gerade durch die USA, die 1993 in Somalia an einem humanitären Eingriff gescheitert waren.
1 Einleitung: Die Vereinten Nationen: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der internationalen Beziehungen ein und stellt die Vereinten Nationen als komplexes System zur Friedenssicherung vor.
2 Grundlagen zum Analyserahmen Vereinte Nationen: Dieses Kapitel erläutert die geschichtlichen Hintergründe, die Charta als rechtliche Basis und den Kernbegriff der kollektiven Sicherheit.
3 Aufbau und Instrumente der Vereinten Nationen: Hier werden die Hauptorgane sowie die Rolle der Blauhelmtruppen und die Bedeutung symbolischer Politik für die globale Wahrnehmung der VN thematisiert.
4 Problemverdeutlichung von Konflikten am konkreten Beispiel: Anhand der Ruanda-Krise wird das Spannungsfeld zwischen staatlicher Souveränität und der Notwendigkeit internationaler Interventionen untersucht.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert notwendige Reformen des Sicherheitsrates, um die Effektivität der Vereinten Nationen zu steigern.
Vereinte Nationen, kollektive Sicherheit, Sicherheitsrat, Friedenssicherung, Blauhelmsoldaten, Ruanda-Krise, Souveränität, Intervention, UN-Charta, Gewaltverbot, Menschenrechte, Symbolische Politik, Völkermord, Internationale Organisationen, Reformbedarf.
Die Arbeit analysiert die Handlungsfähigkeit der Vereinten Nationen im Kontext globaler Konflikte und untersucht, inwieweit die Organisation in der Lage ist, Frieden und Sicherheit effektiv zu gewährleisten.
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte und Verfassung der VN, das Konzept der kollektiven Sicherheit, die Instrumente der Friedenssicherung sowie die kritische Reflexion des VN-Versagens in der Ruanda-Krise.
Die Forschungsfrage lautet: „Sind die Vereinten Nationen in der Lage, global auftretende Konflikte zu lösen?“
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Grundlagen des Institutionalismus mit einer empirischen Fallstudie (Ruanda-Krise) verknüpft.
Im Hauptteil werden zunächst der institutionelle Aufbau und die Instrumente der VN dargestellt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Ruanda-Krise, um die strukturellen Probleme bei Interventionen aufzuzeigen.
Kollektive Sicherheit, Friedenssicherung, Sicherheitsrat, Blauhelme, VN-Charta und Souveränität sind die prägenden Begriffe.
Die Ruanda-Krise gilt als das größte Versagen der internationalen Gemeinschaft, wodurch sich die Diskrepanz zwischen dem theoretischen Anspruch der VN und ihrer praktischen Handlungsunfähigkeit besonders deutlich zeigen lässt.
Die Arbeit schlägt eine Erweiterung des Sicherheitsrates um Vertreter aus Südamerika, Asien und Deutschland vor, um die heutige Machtkonstellation besser abzubilden und die Blockadepolitik durch das Veto-Recht zu überwinden.
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