Seminararbeit, 2010
20 Seiten, Note: 2,3
1. Problemstellung
2. Gang der Untersuchung
3. Das Bildungssystem in Frankreich
4. Die Aufwertung der schulischen beruflichen Bildung
4.1 Die Reform des collège
4.2 Die Eingliederungsklassen
4.3 Duale berufliche Ausbildung
5. Reform der lycées
6. Die Rolle des Baccalauréat professionnel (Berufsabitur)
7. Frankreichs Berufsbildung im Zeichen des EQR
8. Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Bedeutung des französischen Berufsbildungssystems mit einem besonderen Fokus auf die Einführung des Berufsabiturs (Baccalauréat professionnel). Dabei wird analysiert, wie bildungspolitische Reformen dazu beigetragen haben, die Durchlässigkeit des Systems zu erhöhen und das Ansehen beruflicher Qualifikationen zu stärken sowie diese in den europäischen Kontext einzuordnen.
4. Die Aufwertung der schulischen beruflichen Bildung
Durch die zunehmende Heterogenität der Schulklassen wuchs die Notwendigkeit, verstärkt praxisorientierte Bildungsgänge anzubieten. Der Einstieg in das Berufs- und Erwerbsleben sollte durch die frühzeitige Vermittlung beruflicher Fähigkeiten erleichtert werden. In der Vergangenheit fanden sich Schüler nicht auf Grund ihrer individuellen Entscheidungen in beruflich oder technisch ausgerichteten Bildungsgängen wieder, sondern in erster Linie, da sie im allgemeinbildenden Bildungswesen gescheitert waren. Traditionell haben beruflich-technische Ausbildungsgänge ein eher geringes Ansehen auf dem Arbeitsmarkt. Ebenso hatte sich auf Schülerseite eine ablehnende Haltung gegenüber diesen Bildungszweigen entwickelt und wurde zumeist nur als letzte verbleibende Möglichkeit genutzt.
Um diesen Missständen zu begegnen, wurden einzelne Reformschritte angestrengt, um die schulische berufliche Ausbildung nachhaltig aufzuwerten. Die Schwierigkeit bestand darin, nicht vom Niveau der allgemeinbildenden Bildungsgänge abzuweichen. Deshalb sollte das Bildungssystem generell durchlässiger gestaltet werden. Übergangsmöglichkeiten oder Brückenklassen (passerelles) sollten Bildungssackgassen oder Bildungsverlierer verhindern. Schülern in beruflich oder technisch geprägten Ausbildungsformen soll der Zugang zum allgemeinbildenden Bildungswesen dauerhaft offen stehen. Um die Voraussetzungen für diesen Übergang erfolgversprechend zu gestalten, wurde der Anteil des allgemeinbildenden Unterrichts erhöht. Dies entspricht auch den Forderungen der Wirtschaft und den Anforderungen des Arbeitsmarkts. Global, wie auch in Frankreich, ist die Wirtschaft einem steten technologischen Wandel unterworfen. Die Entwicklung der Lernfähigkeit ist daher höher anzusehen, als Erwerb spezifischer Fähigkeiten, deren Wert im Laufe der Zeit tendenziell abnimmt.
1. Problemstellung: Einleitung in die bildungspolitische Situation Frankreichs und die Notwendigkeit, das Ansehen beruflicher Bildung durch Reformen zu steigern.
2. Gang der Untersuchung: Darlegung des strukturellen Aufbaus der Arbeit und der methodischen Vorgehensweise bei der Analyse des französischen Systems.
3. Das Bildungssystem in Frankreich: Analyse der traditionellen Merkmale und aktuellen Herausforderungen im französischen Bildungswesen sowie der Klassifikation der Ausbildungsniveaus.
4. Die Aufwertung der schulischen beruflichen Bildung: Untersuchung der Reformschritte zur Steigerung der Attraktivität und Durchlässigkeit im beruflichen Bildungswesen.
5. Reform der lycées: Analyse der strukturellen Anpassungen der Schullaufbahn an den lycées zur besseren Förderung individueller Bildungswege.
6. Die Rolle des Baccalauréat professionnel (Berufsabitur): Untersuchung der Einführung und Auswirkungen des Berufsabiturs als Doppelqualifikation für Ausbildung und Hochschulzugang.
7. Frankreichs Berufsbildung im Zeichen des EQR: Einordnung der französischen Bildungsabschlüsse in den Europäischen Qualifikationsrahmen und Analyse der Bemühungen um Transparenz.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Reformbemühungen und kritischer Blick auf die erreichten Ziele hinsichtlich Durchlässigkeit und Bildungschancen.
Frankreich, Berufsbildung, Bildungssystem, Berufsabitur, Baccalauréat professionnel, Reform, Durchlässigkeit, Schulversagen, Bildungsniveau, Europäischer Qualifikationsrahmen, EQR, VAE, Ausbildung, Wirtschaft, Chancengleichheit.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung und bildungspolitische Aufwertung der beruflichen Bildung in Frankreich, insbesondere durch die Einführung des Berufsabiturs.
Die zentralen Felder umfassen das französische Schulsystem, berufliche Qualifikationswege, die Rolle von Reformen zur Steigerung der Durchlässigkeit und die Integration europäischer Qualifikationsstandards.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie das französische System versucht, die Kluft zwischen beruflichen und allgemeinbildenden Bildungswegen zu verringern und die Arbeitsmarktchancen Jugendlicher zu verbessern.
Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Literaturanalyse der bildungspolitischen Reformen und der strukturellen Entwicklung des französischen Berufsbildungssystems.
Der Hauptteil analysiert die Reform des collège, die Rolle dualer Elemente in der beruflichen Ausbildung, die Umstrukturierung der lycées und die Funktion des Baccalauréat professionnel.
Die wichtigsten Begriffe sind das französische Bildungssystem, das Berufsabitur, die Erhöhung der Durchlässigkeit und der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR).
Es fungiert als Doppelqualifikation, die sowohl den Berufseinstieg ermöglicht als auch den Zugang zu einer weiterführenden akademischen Ausbildung eröffnet.
Der EQR dient als Referenzrahmen, um die französischen Abschlüsse in einem europäischen Kontext vergleichbar zu machen und die Bemühungen um eine outputorientierte Bildungsgestaltung zu bewerten.
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