Examensarbeit, 2007
85 Seiten, Note: 2,7
I. VORWORT
III. ÜBERLIEFERUNG
IV. QUELLENLAGE
V. FORSCHUNGSLAGE
VI. EINLEITUNG
VII. MARIENSTATT ALS HAUSKLOSTER DER GRAFEN VON SAYN
VIII. GRUNDHERRSCHAFT
VIII.1. Rechtsstellung der Bauern
VIII.1.1. Rechte und Pflichte der Hörigen
VIII. 1.2. Allmacht und Ohnmacht eines Grundherren
VIII.2. Widerstand gegen die Grundherrschaft
VIII.3. Das „Hörigen-Institut“
IX. LANDWIRTSCHAFT
IX.1. Feldsysteme
IX.2. Waldbesitz und Waldnutzung
IX.2.1.Kirburg
IX.2.2. Arienheller
IX.2.3. Breisig
IX.3. Viehhaltung
IX.3.1. Schafhaltung und Wollverarbeitung
IX.3.1.1. Arienheller
IX.3.1.2.Altenklosterhof, Eichart, Gehlert, Hohensayn, Idelberg
IX.3.2. Rinderhaltung, Milchproduktion und Lederverarbeitung
IX.3.3. Schweinehaltung
IX.3.4. Hühner
IX.3.5. Bienenvölker
IX. 4.Teichwirtschaft
X. BEWIRTSCHAFTSFORM DER HÖFE: EIGENWIRTSCHAFT ODER FRONHOF?
X.1. Altenklosterhof
X.2. Arienheller
X.3. Dernau
X.4. Dorndorf
X.5. Eichartshof
X.6. Gehlert
X.7. Güls
X.8. Hardt
X.9. Hohensayn
X.10. Idelberg
X.11. Kutscheid
X.12 Leutesdorf
X.13 Lonnig
X.14. Lützingen
X.15. Mayen
X.16. Niederhammerstein
X.17. Oberbreisig
X.18. Rohr
X.19. Ruitsch
X.20. Vallendar
XI. WIRTSCHAFTLICHE BEZIEHUNGEN ZU STÄDTEN: STADTHÖFE, MARKT, ZOLL
XI.1. Sinzig
XI.2. Köln
XI.3. Metternich
XI.4. Koblenz
XI.5. Lay
XI.6. Andernach
XI.7. Wetzlar
XI.8. Limburg
XI.9. Hachenburg
XII. MISSWIRTSCHAFT UND DER VERSUCH DER KONSOLIDIERUNG
XIII. DER JAHRMARKT ZU MARIENSTATT
XIV. ZOLL- UND BURGMANNSFREIHEITEN
XV. MÜHLENBESITZ
XVI. KIRCHEN
XVII. SCHLUSSBEMERKUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirtschaftsführung sowie die dahinterstehende Politik des Zisterzienserklosters Marienstatt im Zeitraum von der Gründung 1215 bis zum Jahr 1500, mit dem Ziel, die ökonomischen Strategien und die Entwicklung der klösterlichen Grundherrschaft zu analysieren.
VIII.1.1. Rechte und Pflichte der Hörigen
Das jüngste Zeugnis der Grundherrschaft Marienstatts stellt ein Weistum aus Nister des Jahres 1262 dar. Ob die Lehensleute, von denen das Weistum ausschließlich spricht, nur Abgaben von ihren Lehen entrichten mussten, oder ob sie etwa auch einen Kopfzins entrichten mussten, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Die meisten Personen entrichteten Abgaben von ihren Lehen oder Gütern. Nur vereinzelt sind Abgaben aufgelistet, die sich nicht auf das Lehen beziehen, so „Zu Nordeck: [...] Henrich Quenrich zoen daselbst von Nordeck von sime lene 3 s. innd 1½ s. vonn siner wiesen inne dem ruwen berghe. – Derselbe Henrich over dat ander jair 1½ echtell habern.“ Erschwerend zur Ermittlung der Rechtsstellung dieser Bauern kommt hinzu, dass die Güter als Zeitleihegut und im Zuge des Gewohnheitsrechts auf Lebenszeit des Bewirtschafters und nach dessen Tod an einen der Söhne vergeben wurden. Stirbt ein Lehnsmann, so soll der Lehnsherr das Gut den inländischen Sippengenossen [...] 30 Tage und den ausländischen Jahr und Tag unverlustig halten. Dass diese Güter tatsächlich nicht auf Lebenszeit vergeben wurden, sondern dass es sich nur um einen gewachsenen Zustand handelte, wird durch folgende Bestimmung erneut bekräftigt: „10. Ein Lehnsmann, der den Dung [...] von den Gütern des Kl. M fährt, obwohl dies jl. in der Kirche verboten wird, ist in die höchste Strafe verfallen.“
I. VORWORT: Einführung in den Untersuchungsgegenstand und die zeitlichen Rahmenbedingungen der wirtschaftsgeschichtlichen Untersuchung von Marienstatt.
III. ÜBERLIEFERUNG: Darstellung der Überlieferungssituation der Archivbestände und die Gründe für die fragmentarische Quellenlage.
IV. QUELLENLAGE: Kritische Auseinandersetzung mit der verfügbaren Quellengrundlage und der Schwierigkeit einer wirtschaftsgeschichtlichen Rekonstruktion.
V. FORSCHUNGSLAGE: Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu Marienstatt und kritische Einordnung bisheriger Deutungen.
VI. EINLEITUNG: Festlegung der Untersuchungsgebiete, Forschungsfragen und der methodischen Herangehensweise.
VII. MARIENSTATT ALS HAUSKLOSTER DER GRAFEN VON SAYN: Analyse der engen und prägenden Verbindung zwischen dem Kloster und den Grafen von Sayn.
VIII. GRUNDHERRSCHAFT: Untersuchung der grundherrlichen Strukturen, der Rechtsverhältnisse der Bauern und des Widerstands gegen die Herrschaft.
IX. LANDWIRTSCHAFT: Detaillierte Betrachtung der agrarischen Bewirtschaftung, des Waldbesitzes und verschiedener Zweige der Viehwirtschaft.
X. BEWIRTSCHAFTSFORM DER HÖFE: EIGENWIRTSCHAFT ODER FRONHOF?: Analyse der spezifischen Bewirtschaftungsmodelle der einzelnen klösterlichen Höfe.
XI. WIRTSCHAFTLICHE BEZIEHUNGEN ZU STÄDTEN: STADTHÖFE, MARKT, ZOLL: Untersuchung der klösterlichen Niederlassungen in Städten und deren Bedeutung für Handel und Zoll.
XII. MISSWIRTSCHAFT UND DER VERSUCH DER KONSOLIDIERUNG: Analyse der wirtschaftlichen Krise des Klosters im 15. Jahrhundert und der Lösungsansätze.
XIII. DER JAHRMARKT ZU MARIENSTATT: Kurze Betrachtung der Rolle des lokalen Jahrmarktes.
XIV. ZOLL- UND BURGMANNSFREIHEITEN: Überblick über die erlangten Zollprivilegien des Klosters.
XV. MÜHLENBESITZ: Bedeutung der Klostermühlen als wirtschaftliche Einnahmequelle.
XVI. KIRCHEN: Rolle und wirtschaftliche Einbindung der dem Kloster inkorporierten Kirchen.
XVII. SCHLUSSBEMERKUNG: Zusammenfassende Synthese der wirtschaftlichen Entwicklung und der Schlussfolgerungen der Arbeit.
Marienstatt, Zisterzienser, Wirtschaftsgeschichte, Grundherrschaft, Landwirtschaft, Lehenswesen, Stadthöfe, Mittelalter, Wirtschaftsverwaltung, Zehntrecht, Rechnungslegung, Eigenwirtschaft, Grafen von Sayn, Wirtschaftsführung, Klosterökonomie.
Die Arbeit analysiert die Wirtschaftsgeschichte des Zisterzienserklosters Marienstatt vom Gründungsjahr 1215 bis zum Jahr 1500.
Zentrale Felder sind die grundherrlichen Strukturen, die landwirtschaftliche Bewirtschaftung, die Rolle der Stadthöfe und die wirtschaftlichen Krisenerscheinungen im 15. Jahrhundert.
Das Ziel ist es, die ökonomischen Strategien und die Politik des Klosters sowie die Verwaltung seines Besitzes durch Auswertung der Quellen zu rekonstruieren.
Es wird eine historisch-kritische Quellenanalyse auf Basis überlieferter Urkunden, Rechnungsregister und Inventare angewandt.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Analyse der Grundherrschaft, der landwirtschaftlichen Betriebe, der städtischen Niederlassungen und der wirtschaftlichen Konsolidierungsversuche des Konvents.
Begriffe wie Zisterzienser, Wirtschaftsgeschichte, Grundherrschaft, Eigenwirtschaft und Stadthöfe sind für das Werk zentral.
Die Grafen von Sayn werden als enge Partner betrachtet, deren Verbindung das Kloster finanziell absicherte, aber auch zu einer starken Abhängigkeit führte.
Die Krise wird auf eine Kombination aus Misswirtschaft, hohen Schulden und veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im 15. Jahrhundert zurückgeführt, auf die das Kloster mit Verpachtungen reagierte.
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