Magisterarbeit, 2012
73 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
2. Fragestellung und Untersuchungsgegenstand
3. Forschungsstand
4. Definition zentraler Begriffe
4.1 Gender versus Geschlecht
4.2 Korruption
5. Ausprägungen und Folgen von Korruption
5.1 Konsequenzen von Korruption
5.2 Korruption im Gesundheitswesen
5.3 Gender und Korruption
5.4 Gender und Korruption im Gesundheitssektor
6. Einfluss von Frauenquoten auf das Korruptionsniveau
6.1 Korruptionsmessung
6.2 Das Problem subjektiver Wahrnehmung
6.3 Hypothesen
6.3.1 Moralische These – Theoretische Herleitung
6.3.2 These der Sozialen Rolle – Theoretische Herleitung
6.4 Quantitative Überprüfung der Moralischen These
6.4.1 Operationalisierung
6.4.2 Durchführung der Untersuchung
6.5 Quantitative Überprüfung der These der Sozialen Rolle
6.5.1 Operationalisierung
6.5.2 Durchführung der Untersuchung
7. Fazit
7.1 Ergebnisse und Schlussfolgerungen
7.2 Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Frauenanteil im Gesundheitssektor und dem dortigen Korruptionsausmaß besteht, sowie ob die allgemeine Toleranz der Bevölkerung gegenüber Korruption einen Einfluss auf das Korruptionsniveau eines Landes hat. Dabei werden theoretische Konzepte wie die "Moralische These" und die "These der Sozialen Rolle" empirisch geprüft.
5.2 Korruption im Gesundheitswesen
Der Gesundheitssektor ist durch verschiedene Faktoren der Korruption besonders ausgesetzt. Dazu zählen insbesondere Informationsasymmetrien zwischen Arzt und Patient sowie zwischen den Pharmaunternehmen und den Verantwortlichen für den Ankauf von Medikamenten (z.B. Apotheker, Ärzte, Verantwortliche in der Verwaltung von Krankenhäusern u.a.). Darüber hinaus führen die Komplexität des Gesundheitssystems und die großen Summen der eingesetzten öffentlichen Mittel zu einer hohen Korruptionsanfälligkeit auf diesem Gebiet (Nawaz 2009: 1f.). In den OECD-Ländern wurden 2008 zwischen 6,1% (Estland) und 16% (Vereinigte Staaten) des Bruttoinlandsproduktes für das Gesundheitssystem aufgewendet (OECD Health Data 2010). Diese hohen Summen bilden ein attraktives Ziel für Missbrauchsversuche.
Korruption im Gesundheitssektor nimmt viele Formen an, wie zum Beispiel die unzulässige Einflussnahme auf die Gesundheitspolitik, Veruntreuung oder Unterschlagung von Geldern. Aber auch die Bitte um Bestechungsgelder und inoffizielle Zahlungen von Ärzten und Krankenhauspersonal für die Erbringung einer Leistung gehören zu den korrupten Praktiken im Gesundheitswesen. Darüber hinaus werden Phantompatienten kreiert, um zusätzliche Gelder zu erhalten, medizinische Tests veranlasst, die in privaten Laboratorien durchgeführt werden, an denen der Arzt finanziell beteiligt ist, oder es werden teure Medikamente im Austausch für Zahlungen von Pharmaunternehmen verschrieben (vgl. Savedoff/ Hussmann 2006: 9).
Dabei führt die Vielzahl unterschiedlicher Akteure im Gesundheitssektor zu vielen divergierenden Interessen, Unübersichtlichkeiten und somit zu mannigfaltigen Korruptionsmöglichkeiten. Zu den Akteuren gehören politische Entscheidungsträger, professionelle Interessenverbände, Personen im aktiven medizinischen Dienst, aber auch Versicherungen, Patienten und – zum Beispiel im Falle einiger Entwicklungsländer – internationale Spender (vgl. Brinkerhoff 2003: 12).
Ärzte und Patienten stehen dabei in einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis zueinander. Patienten haben nur selten die Kenntnisse, um entscheiden, welche Behandlungsmaßnahmen sinnvoll und erforderlich sind. Selbst wenn es einem Patienten besser geht, kann er nicht wissen, ob die Verbesserung seines Zustandes auf die Behandlungsmaßnahmen zurück zu führen ist oder nicht.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik von Korruption als Entwicklungshemmnis und die Relevanz der Untersuchung des Einflusses von Gender auf das Korruptionsniveau.
2. Fragestellung und Untersuchungsgegenstand: Darlegung der Kernfrage, ob die Frauenrepräsentation im Gesundheitssektor das Korruptionsausmaß beeinflusst.
3. Forschungsstand: Überblick über existierende Studien zum Zusammenhang zwischen Gender und Korruption sowie deren Kritikpunkte.
4. Definition zentraler Begriffe: Definition der Begriffe "Gender" und "Geschlecht" sowie eine Abgrenzung des Korruptionsbegriffs in verschiedenen wissenschaftlichen Kontexten.
5. Ausprägungen und Folgen von Korruption: Analyse der gesellschaftlichen und ökonomischen Folgen von Korruption mit besonderem Fokus auf den Gesundheitssektor.
6. Einfluss von Frauenquoten auf das Korruptionsniveau: Methodische Erläuterung der Korruptionsmessung und theoretische Herleitung der Hypothesen sowie deren quantitative Überprüfung.
7. Fazit: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und kritische Reflexion der Untersuchung sowie Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Korruption, Gender, Frauenanteil, Gesundheitssektor, Moralische These, Soziale Rolle, Korruptionsniveau, World Values Survey, Corruption Perception Index, Regressionsanalyse, Bestechung, Governance, Informationsasymmetrie, OECD, Public Sector.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Präsenz von Frauen in bestimmten Bereichen (insbesondere im Gesundheitssektor) und dem Auftreten von Korruption.
Die Themenfelder umfassen Korruptionsforschung, Gender-Theorie, Gesundheitsökonomie sowie die Analyse von Korruptionsindizes.
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob ein höherer Frauenanteil im Gesundheitssektor tatsächlich zu einer Reduzierung des Korruptionsausmaßes führt.
Es werden quantitative Methoden eingesetzt, darunter Korrelationsanalysen und lineare Regressionsmodelle auf Basis internationaler Datensätze.
Der Hauptteil widmet sich der Definition der Begriffe, der theoretischen Herleitung der Hypothesen (Moralische These vs. These der Sozialen Rolle) und der statistischen Auswertung der Daten.
Zentrale Begriffe sind Korruption, Gender, Gesundheitssektor, Frauenanteil und verschiedene Indizes zur Messung von Korruption.
Der Sektor weist spezifische Informationsasymmetrien zwischen Arzt und Patient auf, die ihn für korruptive Praktiken besonders anfällig machen.
Entgegen der theoretischen Erwartung zeigte die quantitative Analyse, dass ein höherer Frauenanteil unter den Ärzten in den untersuchten OECD-Ländern mit einem tendenziell höheren Korruptionsniveau korreliert.
Sie postuliert, dass nicht das Geschlecht an sich, sondern die Erwartungshaltung der sozialen Umgebung das Verhalten beeinflusst, was ebenfalls empirisch in Bezug auf die Korruptionstoleranz geprüft wurde.
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