Magisterarbeit, 2002
151 Seiten, Note: 1,8
0 Einleitung
0.1 Fragestellung
0.2. Aufbau der Arbeit
I Der theoretische Teil
A Der Verein als Organisationsform
1. Begriffsbestimmung: Organisation
1.1 Der instrumentelle Organisationsbegriff
1.2 Der institutionelle Organisationsbegriff
1.2.1 Ziel- oder Zweckgerichtetheit
1.2.2 Strukturelle Differenzierung
1.2.3 Beständige Grenzen
1.3 Schlussfolgerung
2. Entstehung und Entwicklung von Organisationen
3. Organisationstheorien
4. Vereine als spezifische Organisationsform
4.1 Historische Aspekte
4.1.1 Die Wurzeln des Vereinswesens
4.1.2 Vereine bis 1848
4.1.3 Vereine von 1848 bis 1918
4.1.4 Vereine von 1919 bis 1945
4.1.5 Vereine nach 1945
4.2 Strukturmerkmale
4.2.1 freiwillige Assoziation
4.2.2 Zweckbildung auf der Grundlage von Interessen- und Bedürfnisübereinstimmung
4.2.3 Soziale Formung arbeitsfreier Zeit
4.2.4 Satzungsmäßige Verfasstheit
4.2.5 Alltags- und Ortsbezogenheit
4.2.6 Kontinuität und Traditionsbildung
4.2.7 Demokratische Verfasstheit
4.2.8 Öffentlichkeit
4.2.9 Geselligkeit
4.2.10 Politisch- ideologische Doppeldeutigkeit
4.3 Vereinsdefinitionen und Typenbildung
4.4 Zur Funktionsbestimmung des Vereins
4.4.1 Für den Einzelnen
4.4.1.1 Selbsthilfe
4.4.1.2 Freizeitfunktion
4.4.1.3 Partizipationsfunktion
4.4.1.4 Schutzfunktion
4.4.2 Für die Gesellschaft
4.4.2.1 Intermediäre Funktion
4.4.2.2 Politische Funktion
4.4.2.3 Pufferfunktion
4.4.2.4 Dienstleistungsfunktion
4.4.2.5 Integrationsfunktion
4.4.3 Dysfunktionen
4.4.3.1 Traditionalismus
4.4.3.2 Separatismus
4.4.3.3 Exklusivität
4.5 Exkurs: Selbstorganisation sozialer Systeme
B Das Phänomen der Organisationskultur
5. Begriffsbestimmung: Organisationskultur
5.1 Kultur
5.2 Organisationskultur
6. Geschichte der Organisationskulturforschung
7. Hauptströmungen der Organisationskulturforschung
7.1 Organisationskultur als Variable
7.2 Organisationskultur als Metapher
7.3 Organisationskultur als dynamisches Konstrukt
7.3.1 Das „Drei Ebenen- Kultur - Modell“ von SCHEIN
7.3.1.1 Basisannahmen
7.3.1.2 Normen und Standards
7.3.1.3 Symbolsystem
7.3.2 Exkurs: Werte und Normen
8. Starke und schwache Organisationskulturen
9. Wirkungen von Organisationskulturen
10. Kulturwandel in Organisationen
II Der empirische Teil
11. Der Skull Crusher Heavy Metal Verein Dresden e.V.
11.1 Chronik
11.2 Ziele
11.3 Räumlichkeiten
11.4 Organisationsstruktur
12. Forschungsmethodik
12.1 Der kulturanalytische Prozess nach SCHEIN
12.2 Das narrative Interview
12.3 Die Beobachtung
13. Auswertung der Untersuchung
13.1 Das Vorverständnis der Kultur und sinnvoll erscheinende Erklärungen
13.2 Hypothesen
13.3 Überprüfung und Konsolidierung des bisherigen Analyseergebnisses
13.4 kulturelle Basisannahmen
13.5 schriftliche Beschreibung der Kultur
13.6 Zusammenhang zwischen der Organisationskultur des Vereins und seiner spezifischen Organisationsform
14. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der Organisationskultur am Beispiel des "Skull Crusher Heavy Metal Vereins Dresden e.V.". Das primäre Ziel ist es, in einer explorativen Untersuchung die spezifischen Elemente der Vereinskultur unter Berücksichtigung der individuellen Organisationsform herauszuarbeiten und zu analysieren, wie diese durch die Strukturen und Funktionen des Vereins geprägt sind.
1.2.1 Ziel- oder Zweckgerichtetheit
Menschen versuchen, bestimmte Ziele mit Hilfe anderer zu erreichen, wenn sie diese Ziele allein nicht realisieren können. Man bezeichnet einen solchen Zusammenschluss als Organisation, wenn es sich dabei um dauerhafte Ziele handelt, die von allen Beteiligten verfolgt werden. (vgl. Kieser/ Kubicek, 1992: 5)
Organisationen sind also Zusammenschlüsse von Personen zur Verwirklichung spezifischer Zwecke und Ziele. (vgl. Bühler/ Kanitz/ Siewert, 1978: 36) Wichtig dabei ist, dass Organisationen nicht naturwüchsig, spontan und ungeplant entstehen, sondern auf einer rationalen Entscheidung, auf dem bewussten Willen von Gründern, beruhen. Sie verdanken ihre Entstehung, ihren Bestand und ihre Entwicklung einer gezielten Auswahl von Zwecken, deretwegen sie gegründet wurden und erhalten werden. (vgl. Büschges, 1983: 26)
Nach KLEIN kann unter Organisationszielen die Vorstellung „... über den für die Zukunft anzustrebenden Zustand der Organisation verstanden werden.“ (Klein, 1991: 82)
Zunächst muss betont werden, dass die persönlichen Ziele (z.B. hohes Einkommen, Prestige, eine interessante Arbeit) der Mitglieder, die sie durch die Organisation für sich erreichen möchten, nicht mit denen der Organisation übereinstimmen müssen. (vgl. Kieser/ Kubicek, 1992: 5) Sie decken sich meist nur partiell oder die Organisationsmitglieder sehen die Erfüllung der Organisationsziele nur als Mittel zum Zweck (um ihre eigenen Ziele zu erreichen). (vgl. Schreyögg, 1998: 9)
0. Einleitung: Die Einleitung begründet das Forschungsinteresse an dem vernachlässigten Vereinswesen und definiert die Fragestellung bezüglich der Organisationskultur des Skull Crusher Heavy Metal Vereins.
1. Begriffsbestimmung: Organisation: Dieses Kapitel klärt die theoretischen Grundlagen des Organisationsbegriffs, differenzierend zwischen instrumenteller und institutioneller Sichtweise.
2. Entstehung und Entwicklung von Organisationen: Es wird untersucht, wie Organisationen evolutionär oder durch gezielte Handlungen entstehen und welche Reifeprozesse sie durchlaufen.
3. Organisationstheorien: Das Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene systemtheoretische Erklärungsmodelle für die Struktur und Dynamik von Organisationen.
4. Vereine als spezifische Organisationsform: Vereine werden als soziale Bewegungen und spezifische Organisationsform analysiert, wobei historische Aspekte, Strukturmerkmale und Funktionen beleuchtet werden.
5. Begriffsbestimmung: Organisationskultur: Hier wird der Kulturbegriff auf Organisationen übertragen und die Vielfalt der wissenschaftlichen Definitionen und Konzepte dargestellt.
6. Geschichte der Organisationskulturforschung: Es wird der Entwicklungsprozess der Organisationskulturforschung als relativ junger wissenschaftlicher Disziplin nachgezeichnet.
7. Hauptströmungen der Organisationskulturforschung: Das Kapitel unterscheidet zwischen Kultur als Variable, als Metapher und als dynamischem Konstrukt, wobei letzteres als theoretisches Gerüst dient.
8. Starke und schwache Organisationskulturen: Kriterien zur Bestimmung der kulturellen Stärke einer Organisation werden anhand von Prägnanz, Verbreitungsgrad und Verankerungstiefe erläutert.
9. Wirkungen von Organisationskulturen: Hier werden die internen und externen Wirkungsweisen, wie Integration, Koordination und Identifikation, theoretisch fundiert.
10. Kulturwandel in Organisationen: Das Kapitel beschreibt typische Verläufe von Kulturwandel und diskutiert verschiedene Ansätze der geplanten Gestaltung.
11. Der Skull Crusher Heavy Metal Verein Dresden e.V.: Der Verein wird detailliert vorgestellt, inklusive seiner Chronik, Ziele, Räumlichkeiten und der internen Organisationsstruktur.
12. Forschungsmethodik: Es werden die methodischen Verfahren, insbesondere der kulturanalytische Prozess nach Schein sowie narrative Interviews und Beobachtungen, für die eigene Studie dargelegt.
13. Auswertung der Untersuchung: Dieser empirische Hauptteil analysiert die Kulturelemente des Vereins und stellt den direkten Zusammenhang zur spezifischen Organisationsform her.
14. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der theoretischen Erkenntnisse und der empirischen Ergebnisse zur Organisationskultur des untersuchten Vereins.
Organisationskultur, Vereinswesen, Skull Crusher Heavy Metal Verein, Organisationsform, Kulturforschung, Edgar H. Schein, Organisationsentwicklung, qualitative Sozialforschung, narrative Interviews, teilnehmende Beobachtung, Sozialstruktur, Gruppenidentität, Vereinskultur, Intermediäre Funktion, Selbstorganisation.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Organisationskultur in Vereinen, wobei der "Skull Crusher Heavy Metal Verein Dresden e.V." als konkretes Fallbeispiel dient.
Die zentralen Themen sind die theoretische Bestimmung von Organisationen und Vereinen, die wissenschaftliche Erforschung von Organisationskulturen sowie die empirische Analyse von gelebten Normen, Werten und Symbolsystemen innerhalb einer Heavy-Metal-Szene.
Ziel ist es, die unbewussten Grundüberzeugungen, Normen und das Symbolsystem des Vereins explorativ zu erfassen und zu zeigen, wie eng diese kulturellen Elemente mit der spezifischen Organisationsform des Vereins verknüpft sind.
Die Autorin nutzt den kulturanalytischen Prozess nach Edgar H. Schein, ergänzt durch narrative Interviews mit Vereinsmitgliedern sowie teilnehmende und verdeckte Beobachtungen, um die spezifische Vereinskultur zu entschlüsseln.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der Organisationsmodelle und Vereinsfunktionen definiert, und einen empirischen Teil, der anhand des Fallbeispiels die kulturelle Praxis (z. B. Solidarität, Demokratie, Partizipation) detailliert auswertet.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Organisationskultur, Selbstorganisation, soziale Identität, Vereinswesen, Partizipation und Schein’sches Drei-Ebenen-Modell.
Die Autorin ist Gründungsmitglied des Vereins. Dies ermöglicht ihr einen direkten Zugang, erfordert aber gleichzeitig eine kritische Reflexion, um eine "Betriebsblindheit" zu vermeiden und die eigene Beobachterrolle wissenschaftlich zu legitimieren.
Die Heavy-Metal-Kultur äußert sich in spezifischen Symbolen (Bandlogos, Vereinsaufnäher), einer solidarischen Grundeinstellung und einer informellen, aber sehr vertrauensvollen Kommunikation, die direkt in die Organisationsstruktur einfließen.
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