Studienarbeit, 2012
23 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Das bisherige Insolvenzverfahren
3. Das Resolvenzverfahren von souveränen Schuldnern
4. Der Sovereign Dept Restructuring Mechanism (SDRM)
4.1. Die wichtigsten Funktionen des SDRM
4.1.1. Fresh start
4.1.2. Koordinierung der Gläubiger
4.1.3. Entschuldung
4.2. Wirkungen des SDRM
4.2.1. Anreiz- und Verteilungswirkungen
4.2.2. Probleme in der Anreizwirkung
4.3. Erfordernisse des Resolvenzverfahrens:
5. Die Argentinienkrise
5.1. Hintergründe (1976 – 1990)
5.2. Der Brady-Plan (1990 – 1995)
5.2.1. Brady-Bonds
5.2.2. Andere Reformmaßnahmen des Brady-Plans
5.2.3. Folgen des Brady-Plans
5.3. Die Krise (1995 – 2005)
6. Hätte ein SDRM die Argentinienkrise mildern oder gar verhindern können?
7. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik von Staatsinsolvenzen und analysiert das "Sovereign Debt Restructuring Mechanism" (SDRM) als möglichen Lösungsansatz zur geordneten Schuldenrestrukturierung, wobei das Beispiel der Argentinienkrise als empirische Grundlage dient, um die Wirksamkeit eines solchen Mechanismus zu bewerten.
4.1.2. Koordinierung der Gläubiger
Die Finanzierung eines Staates kann nicht nur über die Aufnahme von Krediten gesichert werden. Auch über die Ausgabe von Staatsanleihen an Unternehmen, Staaten sowie Privatpersonen können Finanzmittel aktiviert werden (z.B. in Form von Bonds). Dadurch ergibt sich auf der Gläubigerseite eine große Gruppe deren individueller rechtlicher Status höchst verschieden ist. Der SDRM sieht ein vereinheitlichtes Verfahren vor, in dem die größten Gläubigergruppen vertreten sind, um für alle Gläubiger eine bindende Entscheidung hervorzubringen. Dadurch erhofft man sich, die Vollstreckung der Forderungen jedes einzelnen Gläubigers auf dem Rechtsweg (sog. rush to the courthouse) zu unterbinden.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Suche nach einem Verfahren zur Restrukturierung souveräner Schulden angesichts zunehmender globaler Finanzkrisen.
2. Das bisherige Insolvenzverfahren: Es werden die Grundlagen, Voraussetzungen und Ziele von Insolvenzverfahren bei natürlichen und juristischen Personen erläutert.
3. Das Resolvenzverfahren von souveränen Schuldnern: Dieser Abschnitt definiert den Begriff des souveränen Schuldners und erörtert die spezifischen Herausforderungen bei der Anwendung eines Insolvenzrechts auf Staaten.
4. Der Sovereign Dept Restructuring Mechanism (SDRM): Es wird das SDRM als Konzept zur Umschuldung und die damit verbundenen Funktionen, Wirkungen sowie prozeduralen Erfordernisse analysiert.
5. Die Argentinienkrise: Dieses Kapitel arbeitet die Hintergründe der Krise, den Brady-Plan und den Verlauf der wirtschaftlichen Notlage Argentiniens zwischen 1995 und 2005 auf.
6. Hätte ein SDRM die Argentinienkrise mildern oder gar verhindern können?: Eine kritische Subsumtion der SDRM-Wirkmechanismen auf den Fall Argentinien zur Beantwortung der Forschungsfrage.
7. Ausblick: Es wird die Sinnhaftigkeit eines standardisierten Mechanismus gegen die Schwierigkeiten einer internationalen völkerrechtlichen Implementierung abgewogen.
Staatsinsolvenz, Resolvenz, SDRM, Argentinienkrise, Brady-Plan, Gläubigerkoordinierung, Schuldenrestrukturierung, IWF, Insolvenzrecht, Zahlungsunfähigkeit, Souveränität, Finanzmärkte, Bailout, Gläubigerschutz, Wirtschaftsreformen
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Staatsinsolvenz und der Suche nach einem standardisierten, internationalen Mechanismus zur geordneten Schuldenrestrukturierung.
Die Arbeit verknüpft theoretische Aspekte des Insolvenz- und Resolvenzrechts mit der historischen Analyse der argentinischen Staatsfinanzkrise.
Das Ziel ist es zu erörtern, ob der "Sovereign Debt Restructuring Mechanism" (SDRM) ein geeignetes Instrument darstellt, um Staatskrisen wie die in Argentinien zu mildern oder zu verhindern.
Der Autor nutzt eine systematische Analyse von Fachliteratur und Gutachten, um das SDRM theoretisch herzuleiten und anschließend anhand der historischen Fallstudie Argentinien zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des SDRM, dessen Anreizwirkungen sowie die ausführliche Analyse der Entstehung und des Verlaufs der Argentinienkrise.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Staatsinsolvenz, Resolvenz, SDRM, Brady-Plan und Gläubigerkoordinierung geprägt.
Der Autor stellt fest, dass die mehrmaligen Hilfskredite des IWF den Prozess der notwendigen Restrukturierung eher verzögert als gelöst haben.
Das Fehlen eines verbindlichen, internationalen Resolvenzmechanismus führte zu Ad-hoc-Entscheidungen, die sowohl für den Staat als auch für die Gläubiger kostspielig waren.
Ein Eingriff durch ein internationales Insolvenzrecht kollidiert mit der staatlichen Souveränität, da es den Handlungsspielraum eines Staates externen Regeln unterwerfen würde.
Der Autor hält die Entwicklung eines solchen Mechanismus für sinnvoll, räumt jedoch ein, dass ein politisch akzeptierter, internationaler Konsens nur schwer zu erreichen ist.
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