Diplomarbeit, 2011
85 Seiten, Note: 1,1
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
1 Einführung
1.1 Thematischer Überblick
1.2 Eingrenzung und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Begriffsdefinitionen und Abgrenzung
1.4 Lebenszyklus der Medizinprodukte
1.4.1 Total Product Life Cycle Modell nach Feigal
1.4.2 Regulatorisches Lebenszyklusmodell
2 Das Medizinprodukterechtssystem im EWR und der Schweiz
2.1 Gültigkeitsbereich
2.2 Aufbau
2.3 CE-Kennzeichnung auf Medizinprodukten
2.4 Verantwortlichkeiten
3 Aufbau und Inhalte der Richtlinien
3.1 Die MDD
3.2 Die AIMDD
3.3 Die IVDD
4 Entwicklung des Rechtssystems
4.1 Ursprünge und Entstehung
4.2 Einführung der Richtlinien nach dem „New Approach“-Ansatz
4.3 Änderungen der Richtlinien
5 Beurteilung des Rechtssystems mit Vergleich zur USA
6 Zukünftige Entwicklung
6.1 Der geplante MDD-Recast
6.2 Generelle politische Zielsetzung
6.3 Zeitplan und weitere Hintergründe zur Rechtssetzungsaktivität
6.4 Änderungsoptionen der Kommission und mögliche Auswirkungen auf die Industrie
6.4.1 Benannte Stellen
6.4.2 Konformitätsbewertungsverfahren
6.4.3 Koordination der Marktbeobachtungs- und Vigilanzaktivitäten
6.4.4 Klinische Prüfungen
6.4.5 Transparenz
6.4.6 Ausweitung des Anwendungsbereichs der Richtlinien
6.4.7 Anpassung der IVDD
7 Zusammenfassung und Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, das regulatorische System für Medizinprodukte im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und der Schweiz umfassend zu analysieren, die bestehenden Richtlinien zu erläutern und die Auswirkungen zukünftiger legislativer Änderungen (MDD-Recast) auf die Industrie abzuschätzen.
1.4.1 Total Product Life Cycle Modell nach Feigal
Das Total Product Life Cycle Modell von David W. Feigal, M.D., M.P.H., Director, Center for Devices and Radiological Health (CDRH) der Food and Drug Administration (FDA) bezieht sich zwar auf den US-amerikanischen Medizinproduktemarkt, kann aber auch sehr gut auf das europäische System übertragen werden.
Das Modell ist in sich geschlossen, um die Weiterentwicklung und Inverkehrbringung von verbesserten Versionen der Medizinprodukte zu berücksichtigen. Dabei beginnt der Lebenszyklus in diesem Modell stets oben im Kreis mit dem Konzept (Concept) und endet für die jeweilige Produktversion dann, wenn diese Produktversion veraltet ist (Obsolescence).
Die einzelnen Phasen des Modells, übertragen auf den europäischen Markt, lassen sich wie folgt beschreiben (vgl. Feigal 2011: 3 f.):
1. Concept (Konzept): In dieser Phase wird erst einmal die grundlegende Idee für ein neues Medizinprodukt entwickelt, und deren Wirkprinzipien festgelegt. Im europäischen Rechtssystem beinhaltet die Konzeptphase auch die Festlegung der Medizinprodukteklasse, um anschließend das für die jeweilige Klasse zulässige Konformitätsbewertungsverfahren festzulegen (vgl. Bundesverband Medizintechnologie 2006: 8). Am Ende dieser Phase steht sowohl das Lastenheft und das Pflichtenheft, wie auch die Anforderungsliste fest (vgl. Przywara, Adelmeyer 2009: 58; Przywara 2009: 9).
2. Prototype (Prototyp): Die Anfertigung von Prototypen dient dazu, erste Versuche mit dem Produkt im Labor durchzuführen. Bei diesen Versuchen geht es erst einmal um die mechanisch-technische Funktionsfähigkeit, Handhabbarkeit, Materialtauglichkeit, usw. Bei Bedarf wird das Produkt noch einmal verändert.
3. Preclinical (Präklinische Phase): Die Präklinische Phase beinhaltet u. a. die Anfertigung einer Risikoanalyse des Produktes nach DIN EN ISO 14971, einer Biokompatibilitätsbewertung nach DIN EN ISO 10993-1 und der Liste Grundlegender Anforderungen nach Anhang 1 der jeweiligen Richtlinie (90/385/EWG, 93/42/EWG oder 98/79/EG) (vgl. Wurlitzer 2008: 31).
4. Clinical (Klinische Phase): In dieser Phase wird hauptsächlich die klinische Bewertung durchgeführt, die sich aus den Daten aus der wissenschaftlichen Literatur (Literaturweg) und/oder den Ergebnissen aller klinischen Prüfungen zusammensetzt (vgl. Wachenhausen 2007: 15).
Einführung: Der thematische Überblick beleuchtet die Bedeutung der Medizintechnologie, definiert grundlegende Begriffe und grenzt Medizinprodukte von anderen Produktgruppen ab.
Das Medizinprodukterechtssystem im EWR und der Schweiz: Dieses Kapitel beschreibt den Gültigkeitsbereich, den Aufbau des europäischen Rechtssystems sowie die Bedeutung der CE-Kennzeichnung und die Verantwortlichkeiten der Akteure.
Aufbau und Inhalte der Richtlinien: Hier werden die Inhalte der drei zentralen Richtlinien (MDD, AIMDD, IVDD) detailliert in tabellarischer Form dargestellt.
Entwicklung des Rechtssystems: Es wird die historische Entstehung des regulatorischen Rahmens und die schrittweise Einführung der Richtlinien nach dem „New Approach“-Ansatz beleuchtet.
Beurteilung des Rechtssystems mit Vergleich zur USA: Eine kritische Analyse der Effektivität des europäischen Systems im Vergleich zum staatlich stärker kontrollierten US-amerikanischen Markt.
Zukünftige Entwicklung: Analyse des geplanten MDD-Recast, der politischen Zielsetzungen und der spezifischen Änderungsoptionen für die Industrie.
Zusammenfassung und Ausblick: Ein abschließendes Resümee, das die Stärken des Systems hervorhebt und Anforderungen an einen zukünftigen, effizienteren Rechtsrahmen formuliert.
Medizinprodukte, Richtlinien, CE-Kennzeichnung, Medizinprodukterecht, EWR, MDD, AIMDD, IVDD, Konformitätsbewertung, Benannte Stellen, Marktüberwachung, Patienten- und Anwendersicherheit, MDD-Recast, Risikomanagement, Medizintechnologie
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem regulatorischen Rahmen für Medizinprodukte in der Europäischen Union und der Schweiz, inklusive der bestehenden Richtlinien und der anstehenden Neuordnung.
Zentrale Themen sind der rechtliche Aufbau, die Produktlebenszyklus-Modelle, die CE-Konformität und die zukünftigen Anforderungen an die Industrie im Rahmen des geplanten MDD-Recast.
Das Ziel ist es, aus Sicht der Industrie die zu erwartenden Änderungen im Medizinprodukterecht der kommenden Jahre zu analysieren, um die Konsequenzen für die Branche abschätzen zu können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Richtlinien, Kommentare, Fachstudien und aktueller Veröffentlichungen der EU-Kommission und Industrieverbände.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung des aktuellen Rechtsrahmens (Richtlinien-Trio), dessen historische Genese, einen internationalen Systemvergleich und eine Prognose zur künftigen regulatorischen Entwicklung.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die drei Richtlinien MDD, AIMDD und IVDD sowie die Konzepte der CE-Kennzeichnung und der Konformitätsbewertungsverfahren.
Laut der zitierten BCG-Studie bietet das europäische System durch das Konformitätsbewertungsverfahren im Rahmen der CE-Kennzeichnung einen schnelleren Marktzugang für neue Technologien bei vergleichbarem Sicherheitsniveau wie in den USA.
Der MDD-Recast bezeichnet die von der EU-Kommission angestrebte umfassende Neuordnung und Zusammenfassung der bestehenden Medizinprodukterichtlinien in Form von EU-Verordnungen.
Benannte Stellen sind neutrale Prüf- und Zertifizierungsstellen, die im Auftrag der Behörden bei den meisten Konformitätsbewertungsverfahren von Medizinprodukten eine entscheidende Rolle einnehmen.
Eine zentrale, einheitliche Registrierung würde den administrativen Aufwand massiv senken, da die bisher erforderlichen, national unterschiedlichen Anmeldungen in zahlreichen verschiedenen Datenbanken entfallen würden.
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