Bachelorarbeit, 2012
48 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
1.1 Einführung in das Thema und römische Politik
1.2 Die Quellen
1.3 Abriss militärischer Operationen in der Germania magna
2. Mögliche Ziele augusteischer Germanienpolitik im Spiegel der Forschung
3. provincia Germania – war das rechtsrheinische Germanien eine Provinz des römischen Imperiums?
3.1 Begriffsdefinition und Herausstellung von Strukturmerkmalen einer Provinz
3.2 Vergleich der Strukturmerkmale mit den Quellen-Belegen
4. Zusammenfassung/Resümee
5. Quellen- und Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Ziele die römische Germanienpolitik unter Augustus und Tiberius verfolgte und ob die Germania magna während der augusteischen Zeit bereits den Status einer römischen Provinz besaß.
1.1 Einführung in das Thema und römische Politik
Das allgemeine Interesse an den römischen Begebenheiten und Aktivitäten in Deutschland hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Dabei ist beispielsweise an die immense Erweiterung des archäologischen Parks in Xanten im Bereich der antiken Colonia Ulpia Traiana (CVT) oder an das „Römermuseum“ in Haltern zu denken. Zu den Gründen des Interesses zählen auch die archäologischen Funde vom nachweislich römisch-germanischen Schlachtfeld von Kalkriese (das noch heute in der touristischen Werbung des Osnabrücker Landes als Ort „der“ Varusschlacht propagiert wird), aber ebenso auch die sehr gut besuchten Ausstellungen, die anlässlich des Datums „2000 Jahre Varusschlacht“ im Jahr 2009 an verschiedenen Orten veranstaltet wurden.
An die Varusschlacht war in Deutschland auch lange Zeit der nationale Mythos vom Befreiungskampf der Germanen geknüpft, in dem der Cherusker Arminius, dem Geschichtsschreiber Tacitus zu Folge, „unstreitig der Befreier Germaniens“ war. Allerdings spielt in allen Diskussionen, zum Beispiel über Kalkriese, dieser nationale Mythos keine Rolle mehr. Im Zentrum der Diskussionen stehen heute vielmehr die Fragen, welche Ziele die römische Germanienpolitik in augusteischer Zeit angestrebt hat und, ob in der Germania magna während der Varuszeit schon eine römische Provinz entstanden war.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das gestiegene Interesse an römischen Aktivitäten in Deutschland, hinterfragt den historischen Mythos der Varusschlacht und stellt die Forschungsfragen bezüglich der augusteischen Germanienpolitik sowie des Provinzialisierungsstatus der Germania magna.
2. Mögliche Ziele augusteischer Germanienpolitik im Spiegel der Forschung: In diesem Kapitel werden vier zentrale Forschungsmeinungen zu den Zielen der römischen Germanienpolitik (Machtdemonstration, Weltherrschaftsideologie, Raumordnungspolitik) anhand ausgewählter Experten diskutiert.
3. provincia Germania – war das rechtsrheinische Germanien eine Provinz des römischen Imperiums?: Hier werden Strukturmerkmale einer Provinz definiert und mit archäologischen Befunden wie Militärlagern, Infrastruktur und zivilen Siedlungsstrukturen abgeglichen, um den Status der Germania magna zu bewerten.
4. Zusammenfassung/Resümee: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, wonach der Schutz der Provinz Gallien ein primäres Ziel war und die Germania magna als eine in der Entstehung befindliche Provinz betrachtet werden kann.
5. Quellen- und Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet die verwendeten antiken Primärquellen und die moderne wissenschaftliche Fachliteratur auf.
Augustus, Germanienpolitik, Germania magna, Provinz, römische Okkupation, Varusschlacht, Indirect Rule, Zentralorte, Haltern, Waldgirmes, Infrastruktur, Militärlager, Forschungsgeschichte, Machtdemonstration, Raumordnungspolitik
Die Arbeit untersucht die römische Außen- und Germanienpolitik während der Zeit des Augustus und Tiberius.
Die Themen umfassen die Ziele der römischen Expansion nach Germanien, die administrative und militärische Erschließung des Gebiets sowie die Frage nach dem Provinzialisierungsstatus.
Das Hauptziel ist es, zu klären, ob es eine spezifische Germanienpolitik mit einem "großen Plan" gab und ob die Germania magna in augusteischer Zeit bereits eine römische Provinz war.
Die Autorin bzw. der Autor führt eine vergleichende Analyse durch, in der antike literarische Überlieferungen mit modernen archäologischen Befunden (Ausgrabungen, Münzfunde, dendrochronologische Daten) gespiegelt werden.
Im Hauptteil werden verschiedene Forschungspositionen zu den Zielen der Germanienpolitik diskutiert und Strukturmerkmale einer römischen Provinz auf das rechtsrheinische Gebiet angewandt.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Augusteische Politik, Germanien, Provinzgründung, archäologische Evidenz und römische Okkupation charakterisieren.
Es bezeichnet die römische Strategie, durch Kooperation mit indigenen Eliten und Einmischung in Stammesstrukturen das Gebiet zu beherrschen, anstatt eine flächendeckende direkte Militärverwaltung zu erzwingen.
Diese Funde dienen als zentrale Belege für eine römische Präsenz, die über rein militärische Funktionen hinausging, und stützen die Hypothese einer geplanten Provinzialisierung.
Der Satz, Tiberius habe Germanien "fast zu einer steuerpflichtigen Provinz gemacht", wird als Hinweis darauf interpretiert, dass die Germanienpolitik zwar weit fortgeschritten war, aber durch spätere Ereignisse wie die Varusschlacht gestoppt wurde.
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