Seminararbeit, 2012
24 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Ildikós Heimat
2.1. Heimat und Identität
2.2. Sehnsuchtsort Vojvodina
2.3. Essen
2.4. Sprache
3. Leben in der Schweiz
3.1. Integration, Assimilation und Identifikation
3.2. Essen
3.3. Sprache
4. Fremde
4.1. Wegzug aus der Vojvodina, Ankunft in der Schweiz
4.2. Fremde in der Heimat Vojvodina
4.3. Fremdenfeindlichkeit
5. Ildikós Zwischenwelt
6. Schluss
Diese Arbeit analysiert den Bezug der Protagonistin Ildikó zu ihren Vorstellungen von Heimat und Fremde in Melinda Nadj Abonjis Roman "Tauben fliegen auf" und untersucht, wie subjektive Faktoren, kulturelle Identität und Erfahrungen in der Migration diese Begriffe prägen.
2.1. Heimat und Identität
Der Anfang von Tauben fliegen auf begeistert nicht nur die Kritikerin Andrea Diener, sondern verweist den Leser direkt auf ein zentrales Thema des Romans: die Auseinandersetzung mit dem Eigenen und dem Fremden und die damit verbundene Identitätsstiftung.
„Also fahren wir ein, recken unsere Hälse, um zu sehen, ob alles noch da ist, ob alles noch so ist wie im letzten Sommer und all die Jahre zuvor.“ Wir ist die ungarische Familie Kocsis, die aus der Vojvodina, einer autonomen Provinz in der Republik Serbien, in die Schweiz ausgewandert ist. Dort erhofften sie sich bessere politische Bedingungen und mehr Arbeit als in Titos Jugoslawien. Die Erzählerin dieses Romans ist das junge Mädchen Ildikó. Ihr Vater Miklós, ihre Mutter Rózsa, ihre Schwester Nomi und sie befinden sich am Anfang des ersten Kapitels, Titos Sommer, auf der Fahrt zu der Hochzeit von Miklós Neffe Nándor und Valéria in der Vojvodina.
Aus dem Auto heraus prüft die Familie Kocsis genauestens, ob sich etwas in der ihr vertrauten Landschaft verändert hat oder das Altbekannte vorgefunden wird. Durch ihre lange Abwesenheit können sie nicht mehr sicher sein, ob noch alles so ist, wie es mal war und wie sie es gewohnt sind. Während der Vater mit einer leicht abwertenden Skepsis feststellt, „ hat sich nichts verändert, gar nichts“, freut sich Ildikó darüber, „weil sich unsere Heimat nie verändern darf“. Denn was sie aus dem Auto heraus sieht, ist eine Landschaft, eine Ebene, die sie sehr liebt: „Ich habe es nie jemandem gesagt, aber ich liebe diese Ebene […].“
1. Einleitung: Die Einleitung führt in den Roman ein und erläutert die Forschungsfrage bezüglich Ildikós Bezug zu Heimat und Fremde.
2. Ildikós Heimat: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Identität, Landschaft, traditionelles Essen und die Muttersprache für die Protagonistin als Heimatanker dienen.
3. Leben in der Schweiz: Es wird die Auseinandersetzung der Familie mit den neuen Lebensbedingungen sowie die kritische Haltung gegenüber Assimilation und den veränderten Ess- und Sprachgewohnheiten analysiert.
4. Fremde: Dieses Kapitel thematisiert den schmerzlichen Wegzug, das Gefühl des Fremdseins in der neuen Umgebung und die wachsende Distanz zur alten Heimat bei Besuchen.
5. Ildikós Zwischenwelt: Die Protagonistin findet in ihrer "Zwischenwelt" einen Weg, sich emanzipiert zwischen den Kulturen zu bewegen und eine eigene, multikulturelle Identität zu formen.
6. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass Heimat eine stabilisierende Funktion hat und dass man sich trotz der Entfremdung neue Heimaten aneignen kann.
Heimat, Fremde, Identität, Migration, Tauben fliegen auf, Melinda Nadj Abonji, Integration, Assimilation, Vojvodina, Schweiz, Sprache, Traditionen, Kultur, Identitätsfindung, Entfremdung
Die Arbeit befasst sich mit der Auseinandersetzung der Protagonistin Ildikó mit den Begriffen Heimat und Fremde innerhalb des Romans "Tauben fliegen auf".
Zentrale Themen sind die Identitätsstiftung, der Einfluss von Sprache und Essen auf das Zugehörigkeitsgefühl sowie die Integrationsprozesse einer Migrantenfamilie.
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, welche subjektiven Faktoren Ildikós Verständnis von Heimat und Fremde beeinflussen und wie sie ihren Platz zwischen den Kulturen findet.
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse des Romans, gestützt durch soziologische und volkskundliche Ansätze zu Identität und Migration.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Heimat in der Vojvodina, des Lebens in der Schweiz, der Erfahrung des Fremdseins und der Entwicklung von Ildikós Identität.
Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Heimat, Identität, Migration, Assimilation und kulturelle Zwischenwelt.
Essen dient als identitätsstiftendes Merkmal, das durch Traditionen Geborgenheit vermittelt, aber auch genutzt wird, um sich in der Fremde vom Anderen abzugrenzen.
Ildikó kämpft mit dem Spannungsfeld zwischen der elterlichen Anpassung und ihrem eigenen Wunsch, sich ohne den Verlust ihrer Wurzeln neu zu definieren.
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