Hausarbeit, 2010
23 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
I. Die Konstruktion einer gemeinsamen Vergangenheit
1.1 Erinnern und Vergessen: Zur Basis einer Identität
1.2 Die Zirkulation von Geschichtsfiguren: Kommunikatives und Kulturelles Gedächtnis
II. Die Konstruktion des Tyrannentötermythos
2.1 Die Erinnerungsbildung
a) Mündliche Tradition im Griechenland des 6. und 5. Jahrhunderts v. Chr.
b) Die Entstehung der Schriftliche Tradition
2.2 Die Überlieferungen
a) Schriftliche Quellen
b) Das Trinklied
c) Die Statuengruppe
d) Die Komödie "Lystrate"
2.3 Fazit
Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Entstehung und Transformation des Tyrannentötermythos um Aristogeiton und Harmodios, um zu klären, wie aus aristokratischen Akteuren durch kollektive Erinnerungsprozesse Symbole für Demokratie und Freiheit wurden.
b) Die Entstehung der Schriftliche Tradition
Die erste schriftliche Fixierung einer geschichtlichen Tradition lässt sich mit Homer auf das 8. Jahrhundert vor Christus datieren. Es handelt sich dabei um die Verschriftlichung von Heldenepen, die in der Früharchaik in Form von mündlicher Tradition weitergegeben wurden. Diese Epen hatten wie die Trinklieder des 6. und 5. Jahrhundert den Aristokraten eine Legitimation ihres Lebensstils geliefert. Mit den freilich ausgeschmückten Epen sei es ihnen gelungen, ein Bild der Vergangenheit zu malen, das beweisen sollte, dass ihre Ordnung schon seit frühester Zeit so bestanden habe. "Es handelt sich um den typischen Fall einer Konstruktion von Kontinuität über den Bruch hinweg"
Der Auslöser für die Verschriftlichung dieser Epen sei eine Folge von gesellschaftlichen Veränderungen gewesen, die wiederum den Adel zu einer Veränderung seines Lebensstils getrieben hätte. Homers Verschriftlichung sei aus dem Bedürfnis nach einer neuen Bestätigung des aristokratischen Selbstverständnisses erwachsen.
Einleitung: Einführung in die Problematik des Tyrannentötermythos und Darlegung der zentralen Forschungsfrage zur identitätsstiftenden Umdeutung der historischen Figuren.
I. Die Konstruktion einer gemeinsamen Vergangenheit: Analyse theoretischer Grundlagen des kulturellen und kommunikativen Gedächtnisses sowie deren Bedeutung für kollektive Identität.
II. Die Konstruktion des Tyrannentötermythos: Detaillierte Quellenanalyse der Erinnerungsbildung und verschiedener Überlieferungsmedien, die den Mythos von Aristogeiton und Harmodios prägten.
Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse zur Umdeutung des Mythos und Schlussfolgerungen bezüglich des Einflusses aristokratischer Eliten auf das athenische Geschichtsbewusstsein.
Tyrannentöter, Harmodios, Aristogeiton, kulturelles Gedächtnis, Athen, Isonomia, Demokratie, Geschichtsfigur, aristokratische Kultur, Identitätsbildung, Trinklied, politische Mythen, Tradition, Polis, Überlieferung.
Die Arbeit untersucht die Konstruktion des Mythos um die athenischen "Tyrannentöter" Harmodios und Aristogeiton und analysiert, wie dieser Mythos in der athenischen Kultur als identitätsstiftendes Symbol etabliert wurde.
Die zentralen Felder umfassen das kulturelle Gedächtnis, die Rolle von Geschichtsfiguren, die Wechselwirkung zwischen aristokratischen Idealen und demokratischer Identität sowie die Bedeutung von Medien bei der Überlieferung von Geschichte.
Die Autorin möchte klären, wie aus einer ursprünglich aristokratischen Tat eine allgemeine Legende der Demokratie entstehen konnte und welche Mechanismen der Sinngebung dabei wirksam waren.
Es wird eine Quellenanalyse durchgeführt, die schriftliche Überlieferungen, literarische Quellen sowie kunstgeschichtliche Artefakte (Statuengruppen) im Kontext der damaligen Zeit und der Erinnerungskultur untersucht.
Der Hauptteil befasst sich mit der mündlichen und schriftlichen Tradition, der Rolle von Trinkliedern, der Bedeutung von Statuengruppen und literarischen Zeugnissen wie der Komödie "Lysistrate" zur Rekonstruktion des Mythos.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Tyrannentöter, kulturelles Gedächtnis, Isonomia, aristokratische Leitbilder und die Transformation von Geschichte in Mythen gekennzeichnet.
Das kommunikative Gedächtnis basiert auf biographischen Erinnerungen der Zeitgenossen, während das kulturelle Gedächtnis sich auf symbolische Fixpunkte und streng regulierte Kanäle stützt, um Geschichte dauerhaft zu konservieren.
Trinklieder fungierten als Medium der aristokratischen Kultur, um die Taten der Tyrannentöter zu mystifizieren und als Legitimationsgrundlage für die eigene Identität zu nutzen.
Ja, sie zeigt auf, wie aus einem spezifischen aristokratischen Handeln während der Perserkriege ein universelles Symbol der Freiheit für die gesamte Polis und die Demokratie wurde.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass der moderne Antagonismus von Herrschern und Beherrschten nicht auf die Bürgeridentität der Antike übertragbar ist; die aristokratische Identität wandelte sich vielmehr zu einer Subidentität innerhalb der Polis.
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