Diplomarbeit, 2003
105 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Geschlossene Unterbringung – ein Streitfall der Jugendhilfe
2.1 Klärung des Begriffs
2.2 Rechtliche Grundlagen der geschlossenen Unterbringung in der Heimerziehung
2.2.1 Freiheitsentziehung – Freiheitsbeschränkung
2.2.2 Freiheitsentziehende Maßnahmen nach § 1631 b BGB
2.2.3 Unterbringung in einem Heim der Jugendhilfe anstelle Untersuchungshaft nach §§ 71/72 JGG
2.3 Abriss über den historischen Hintergrund der geschlossenen Unterbringung
2.3.1 Eine Rückblende der Pro und Contra Diskussion der geschlossenen Unterbringung
2.3.2 Reform mit Verspätung – Heimerziehung für Mädchen
3. Kontroverse Diskussion um GU
3.1 Indikationen für geschlossene Unterbringung im Heim
3.2 „Hilfe durch Einschluss?“ ODER „Therapie unter Zwang?“
3.2.1 Geschlossene Unterbringung als „Ultima ratio“
3.2.2 Gegenstimmen zur geschlossenen Unterbringung
3.3 Kinder und Jugendliche als Grenzfälle zwischen Heimerziehung und Psychiatrie
3.4 Kinder und Jugendliche zwischen Heimerziehung und Jugendstrafvollzug
3.5. Geschlossenheit in Heim, Psychiatrie und Jugendstrafvollzug
3.6 Ziele der geschlossenen Unterbringung
3.7 Abschließendes zur Diskussion um geschlossene Unterbringung
4. Kriterien für Erfolg der Heimerziehung
5. Zusammenfassung der theoretischen Ergebnisse
6. Die PTI der Niefernburg als eine Form der geschlossenen Unterbringung
6.1 Allgemeine Beschreibung der Einrichtung
6.2 Darstellung der PTI
6.3 Rechtsgrundlagen der Unterbringung
6.4 Pädagogisch- therapeutische Alltagsgestaltung
6.5 Individuelle Teilgeschlossenheit
6.6 Rahmenbedingungen der einzelnen Mädchen
7. Vorgehen bei der empirischen Untersuchung
8. Evaluation – Mädchen
8.1 Methodisches Vorgehen
8.2 Vorstellen der Einzelfälle und protokollierte Wiedergabe der Interviews
8.3 Auswertung
9. Evaluation – Mitarbeiter
9.1 Methodisches Vorgehen
9.2 Vorstellen der Personen und protokollierte Wiedergabe der Interviews
9.3 Auswertung
10. Vergleich der Ergebnisse
11. Abschließende Diskussion
12. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die komplexe Thematik der geschlossenen Unterbringung von Mädchen in der Jugendhilfe. Ziel ist es, den "Erfolg" dieser umstrittenen pädagogischen Maßnahme sowohl aus objektiver Sicht als auch aus der subjektiven Perspektive der betroffenen Mädchen und der betreuenden Mitarbeiter zu beleuchten, um zu einem differenzierten Verständnis der Wirkungsweise und Rechtfertigung dieser Erziehungshilfe zu gelangen.
Die PTI der Niefernburg als eine Form der geschlossenen Unterbringung
Das evangelische Mädchenheim „Niefernburg“ ist eine sozialpädagogische Einrichtung für Mädchen und junge Frauen, deren persönliche und soziale Entwicklung in ihren Herkunftsfamilien oder in anderen Einrichtungen nicht mehr gewährleistet werden konnte.
Die Niefernburg verfügt über eine Innenwohngruppe, eine Außenwohngruppe, eine Verselbständigungsgruppe (§§ 34, 41 SGB VIII), eine Tagesgruppe (§ 32) und drei PTI´s (§ 1631 b BGB). Ferner befinden sich betreute Einzelwohnungen in der Nähe der Niefernburg (Betreutes Jugendwohnen) und zudem besteht eine enge Kooperation zu einem erlebnispädagogischen Standprojekt in der Republik Irland (§ 35 SGB VIII). Träger der Niefernburg ist seit seiner Gründung im Jahr 1935 der eingetragene Verein „Evangelisches Mädchenheim Niefernburg in Niefern- Öschelbronn e.V.“, dessen Dachverband das Diakonische Werk der Landeskirche Baden bildet.
Aufgenommen werden Mädchen ab dem 12. Lebensjahr. Die Unterbringungsgründe reichen von Konflikten in der Familie, sexuellem Missbrauch, Gewaltanwendung- und Erfahrung, Verwahrlosung, neurotischer Fehlentwicklungen und Störungen bis hin zu einer Drogen und/ oder Alkoholproblematik. Aus diesen Unterbringungsgründen können im konkreten Fall bestimmte individuelle Probleme resultieren, die Auswirkungen auf die Handlungsebene der Mädchen und somit auf das praktische Vorgehen der Sozialpädagogen haben.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Zerrissenheit der fachlichen und politischen Debatte über die geschlossene Unterbringung und führt in die Fragestellung der Arbeit ein.
2. Geschlossene Unterbringung – ein Streitfall der Jugendhilfe: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begrifflichkeiten, historische Hintergründe und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Unterbringung.
3. Kontroverse Diskussion um GU: Hier werden die Argumente der Befürworter und Gegner sowie die Schnittstellen zur Psychiatrie und zum Jugendstrafvollzug analysiert.
4. Kriterien für Erfolg der Heimerziehung: Das Kapitel reflektiert die Problematik der Erfolgsmessung in der pädagogischen Arbeit und stellt fachliche Kriterien zur Diskussion.
5. Zusammenfassung der theoretischen Ergebnisse: Eine Synthese der erarbeiteten theoretischen Positionen zur geschlossenen Unterbringung.
6. Die PTI der Niefernburg als eine Form der geschlossenen Unterbringung: Detaillierte Beschreibung der spezifischen Einrichtung und des pädagogisch-therapeutischen Konzepts der PTI.
7. Vorgehen bei der empirischen Untersuchung: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise zur Datenerhebung für den empirischen Teil der Arbeit.
8. Evaluation – Mädchen: Vorstellung und Analyse der Einzelfälle basierend auf den Interviews mit den Mädchen.
9. Evaluation – Mitarbeiter: Analyse der Experteninterviews zur Erfolgseinschätzung der geschlossenen Unterbringung.
10. Vergleich der Ergebnisse: Synthese und kritische Gegenüberstellung der gewonnenen Erkenntnisse aus den beiden Befragungsgruppen.
11. Abschließende Diskussion: Fazit der Autorin zur geschlossenen Unterbringung als Teilkonzept moderner Jugendhilfe.
Geschlossene Unterbringung, Jugendhilfe, Heimerziehung, Mädchenheim, Freiheitsentzug, Pädagogische Konzepte, Erziehungshilfe, Qualitative Sozialforschung, Erfolgsfaktoren, Verhaltensstörungen, Bindungsdefizite, Jugendpsychiatrie, Lebensweltorientierung, Resozialisierung, Diagnostik.
Die Arbeit analysiert die geschlossene Unterbringung von Mädchen in der Jugendhilfe, wobei der Fokus sowohl auf der theoretischen Kontroverse als auch auf der empirischen Erfassung von Erfolgserlebnissen und Veränderungsprozessen liegt.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen und pädagogischen Legitimation, den historischen Diskursen sowie der praktischen Umsetzung und Evaluation in einer spezialisierten Einrichtung (PTI der Niefernburg).
Ziel ist es, den Erfolg der Maßnahme "geschlossene Unterbringung" aus verschiedenen Perspektiven zu bewerten und zu untersuchen, worin dieser objektiv und subjektiv während eines Heimaufenthaltes besteht.
Die Autorin nutzt qualitative Sozialforschung, insbesondere problemzentrierte Interviews und Einzelfallanalysen, um die subjektiven Erfahrungen von Mädchen und Mitarbeitern auszuwerten.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Auseinandersetzung mit der Problematik, eine detaillierte Konzeptbeschreibung der pädagogisch-therapeutischen Intensivgruppe (PTI) sowie die empirische Evaluation durch Interviews.
Zentrale Begriffe sind Geschlossenheit, Freiheitsentzug, pädagogische Intervention, Mädchenerziehung, sowie die Auseinandersetzung zwischen Hilfe und Zwang.
Durch einen transparenten Stufenplan und eine konsequente, beziehungsorientierte Pädagogik wird versucht, Mädchen für den Hilfeprozess zu gewinnen, wobei bei akuter Gefährdung Time-Out-Maßnahmen vorgesehen sind.
Die Elternarbeit wird als essenziell für die Nachhaltigkeit des Erfolgs betrachtet, jedoch ist ihre praktische Umsetzung aufgrund bundesweiter Einzugsgebiete und fehlender Kooperationsbereitschaft einiger Eltern oft schwierig.
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