Examensarbeit, 2011
22 Seiten, Note: sehr gut
1. Einleitung
2. Bedeutung als Bezugsgegenstand
Einwand I: Leere Bezeichner
Einwand II: Gleicher Bezugsgegenstand bei verschiedener Bedeutung
Einwand III: Nicht alle Ausdrücke sind Namen
3. Mentalistische Bedeutungskonzeption
4. Putnams Kritik an der mentalistischen Konzeption
5. Bedeutung und Übersetzung bei Quine
6. Bedeutung als regelgemässer Gebrauch bei Wittgenstein
7. Vermittlungsversuch zwischen den einzelnen Positionen
8. Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht sprachphilosophische Positionen des 20. Jahrhunderts, um den schillernden Begriff der "Bedeutung" zu klären und seine Verknüpfung mit den zentralen Konzepten von Bezugsgegenstand, Übersetzung und Gebrauch aufzuzeigen.
4. Putnams Kritik an der mentalistischen Konzeption
Der amerikanische Philosoph Hilary Putnam argumentiert in seinem 1975 erschienenen Text The meaning of „meaning“ gegen die mentalistische Konzeption von Bedeutung. Laut Putnam haben sich die „meisten traditionellen Philosophen Begriffe als etwas Geistiges vorgestellt“ (Putnam 1990, 25). Somit hatte die „Lehre, dass die Bedeutung eines Ausdrucks ein Begriff sei“ zur Folge, dass „Bedeutungen geistige Entitäten seien.“ (ebd., 25). Darum haben sich, gemäss Putnam, die meisten seiner Vordenker auf das im letzten Kapitel vorgestellte mentalistische Modell der Bedeutung verpflichtet. Die mentalistische Konzeption besagt, dass man, um (I) einen Ausdruck zu verstehen, sich lediglich in einem mentalen Zustand befinden muss (vgl. ebd. 29). Nämlich in genau dem Zustand, in welchem die Referenz via Begriff adäquat zum Bezugsgegenstand hergestellt ist. In Putnams Terminologie heisst das a) die Intension des Ausdrucks zu erfassen und b) zu wissen, dass man die Intension erfasst hat (vgl. ebd. 29f.). Des Weiteren merkt Putnam an, dass traditionell davon ausgegangen wird, dass (II) die Intension eines Ausdrucks dessen Extension bestimmt, dass also aus Intensionsgleichheit Extensionsgleichheit folgt (vgl. ebd. 27). Das zeigt sich am Umstand, dass zwar mehrfach auf Beispiele hingewiesen wurde, in denen zwar Extensionsgleichheit herrscht, die Intensionen aber verschieden sind. Putnam folgert nun schlüssig aus (I) und (II), dass das Befinden in einem psychischen Zustand die Extension eines Ausdrucks bestimmt. Diese Folgerung hält Putnam für falsch: „Extension ist vom psychischen Zustand nicht bestimmt.“ (ebd., 31). Seine Strategie dies zu zeigen besteht im Anführen von Beispielen, in denen sich zwei Sprecher in demselben psychischen Zustand befinden, die Extensionen ihrer Ausdrücke aber jeweils verschieden sind.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Bedeutungsbegriffs und Vorstellung der drei zentralen Untersuchungseinheiten Bezugsgegenstand, Übersetzung und Gebrauch.
2. Bedeutung als Bezugsgegenstand: Untersuchung der referenztheoretischen Annahme, dass die Bedeutung eines Ausdrucks in seinem Referenzgegenstand besteht, inklusive kritischer Einwände.
3. Mentalistische Bedeutungskonzeption: Erläuterung des Modells, das Bedeutung als indirekten Prozess über mentale Begriffe im Kopf des Sprechers definiert.
4. Putnams Kritik an der mentalistischen Konzeption: Darstellung von Putnams externalistischer Kritik, wonach Bedeutung nicht allein in mentalen Zuständen verortet werden kann.
5. Bedeutung und Übersetzung bei Quine: Analyse von Quines Gedankenexperiment zur radikalen Übersetzung und der daraus folgenden Unterbestimmtheit semantischer Gehalte.
6. Bedeutung als regelgemässer Gebrauch bei Wittgenstein: Untersuchung von Wittgensteins Ansatz, Bedeutung als regelgeleitete Verwendung innerhalb einer Sprachgemeinschaft zu verstehen.
7. Vermittlungsversuch zwischen den einzelnen Positionen: Synthese der verschiedenen Ansätze und Aufzeigen gemeinsamer Nenner in der Abkehr vom Mentalismus.
8. Schlusswort: Resümee der Untersuchung und Feststellung, dass das Projekt einer abschließenden Definition von Bedeutung ein fortlaufendes Unterfangen bleibt.
Bedeutung, Bezugsgegenstand, Übersetzung, Gebrauch, Referenztheorie, Mentalismus, Hilary Putnam, Willard Van Orman Quine, Ludwig Wittgenstein, Intension, Extension, Sprachspiel, Familienähnlichkeit, Reizbedeutung, Analytische Philosophie
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen dem sprachphilosophischen Begriff der Bedeutung und den Konzepten Bezugsgegenstand, Übersetzung sowie Gebrauch anhand einflussreicher Positionen des 20. Jahrhunderts.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Kritik an der Referenztheorie, die Widerlegung mentalistischer Bedeutungskonzeptionen sowie die behavioristischen und pragmatischen Ansätze von Quine und Wittgenstein.
Das Ziel besteht darin, durch die Analyse der Theorien von Putnam, Quine und Wittgenstein den Bedeutungsbegriff zu klären und die Wechselwirkungen zwischen Sprache, Denken und sozialer Praxis aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt die Methode der begrifflichen Rekonstruktion und kritischen Analyse sprachphilosophischer Gedankenexperimente, wie etwa das Zwerde-Beispiel oder die radikale Übersetzung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Referenztheorien, mentalistischen Modellen, Putnams Externalismus, Quines Unbestimmtheitsthese und Wittgensteins gebrauchsorientiertem Sprachbegriff.
Wichtige Begriffe sind Referenz, Intension, Extension, Bedeutung, Übersetzung, Gebrauch, Sprachspiel und Mentalismus.
Es handelt sich um ein Gedankenexperiment, das zeigen soll, dass sich zwei Sprecher in identischen psychischen Zuständen befinden können, ihre Ausdrücke sich aber dennoch auf unterschiedliche materielle Gegebenheiten beziehen.
Quine argumentiert, dass es bei der radikalen Übersetzung keine faktische Grundlage gibt, die eine eindeutige Übersetzung einer anderen vorzöge, da verschiedene Übersetzungshandbücher gleichermaßen mit dem beobachtbaren Sprachverhalten kompatibel sein können.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

