Magisterarbeit, 2008
79 Seiten, Note: 1,3
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
2. Logik
2.1 Prädikationstheorie
2.2 Junktorenlogik
2.2.1 Grundlagen der Junktorenlogik
2.2.2 Junktoren
2.2.3 Regeln und Gesetze der Junktorenlogik
2.3 Quantorenlogik
2.3.1 Grundlagen der engeren Quantorenlogik
2.3.2 Regeln und Gesetze der engeren Quantorenlogik
2.3.3 Erweiterte Quantorenlogik
2.4 Algebra der Klassen, Mengenlehre
2.5 Relationslogik
2.5.1 Relationen
2.5.2 Eigenschaften von Relationen
3. Verwandtschaftstermini
3.1 Familie und Verwandtschaftsbeziehungen
3.1.1 Verwandtschaft
3.1.2 Deszendenz
3.1.3 Verwandtschaftsterminologien
3.2 Verwandtschaftstermini des Deutschen
3.3 Verwandtschaftstermini des Vietnamesischen
4. Relationslogische Analyse
4.1 Definition der benötigten Relationen
4.2 Logische Analyse
4.2.1 Relationskompositionen
4.2.2 Deutsche Verwandtschaftsterminologie
4.2.3 Vietnamesische Verwandtschaftsterminologie
5. Auswertung und Schlussbetrachtung
Die vorliegende Magisterarbeit verfolgt das Ziel, die komplexen Strukturen von Verwandtschaftsbeziehungen und deren Terminologien im Deutschen und im Vietnamesischen mithilfe der formalen Logik zu untersuchen und einen detaillierten sprachvergleichenden Analyseansatz zu etablieren.
2.1 Prädikationstheorie
Als elementare Operation des Sprechens ist die Prädikation anzusehen. Hierbei werden Gegenstände der Umgebung oder Gegenstände, die in der Vorstellung existieren, mit einem Wort der Sprache belegt und auf diese Weise klassifiziert.
Die Definition eines Gegenstandes liefert die Logische Propädeutik – die Vorschule des richtigen Redens und Denkens: „Ein Gegenstand in der Welt ist etwas, das wir mit einem Wort unserer Sprache bezeichnen – das ist der Grundsatz der Logischen Propädeutik.“ Ein Gegenstand ist also alles, worüber man sprechen kann, d. h. wofür es in der Sprache ein Wort gibt.
Die Wörter der Sprache, mit denen Gegenstände belegt werden, heißen Prädikatoren. Der Vorgang des Zusprechens eines Prädikators ist die Prädikation, die an einem Gegenstand vollzogen wird. Prädikatoren sind generelle sprachliche Bezeichnungen, die sich auf Eigenschaften von Gegenständen oder deren Beziehungen untereinander beziehen.
Zu den Prädikatoren zählen die Substantive, die Adjektive sowie die Verben; des Weiteren werden einige Adverbien wie „schnell“, die auch als Adjektive betrachtet werden können, ebenfalls zu den Prädikatoren gezählt. Die Substantive werden als Gegenstandsausdrücke, die anderen Wortarten als Eigenschaftsausdrücke bezeichnet. Einem Gegenstand können theoretisch beliebig viele Prädikatoren zugesprochen werden, beispielsweise kann man einem Substantiv „Haus“ mehrere Adjektive wie „groß“, „blau“, „bewohnt“, etc. zuordnen. Gleichzeitig kann mehreren Gegenständen der gleiche Prädikator zugeordnet werden – so werden z. B. alle Häuser mit dem Prädikator „Haus“ bezeichnet. Auch das Absprechen eines Prädikators – „Dies ist kein Haus“ – ist eine Prädikation. Welchem Gegenstand welcher Prädikator zugesprochen werden darf, erlernt der Sprecher einer Sprache durch den alltäglichen Sprachgebrauch: der Prädikator „fliegt“ darf beispielsweise keinem Haus zugesprochen werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Bedeutung sprachvergleichender Studien für das Verständnis fremder Kulturen und führt in das methodische Vorhaben ein, Verwandtschaftsterminologien mittels Logik zu untersuchen.
2. Logik: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen der Prädikationstheorie, Junktoren- und Quantorenlogik sowie der Mengenlehre und Relationslogik dar, die für die Modellierung der Arbeit notwendig sind.
3. Verwandtschaftstermini: Das Kapitel definiert ein systematisches Klassifikationsmodell für Verwandtschaftsbeziehungen und analysiert die spezifischen Ausprägungen und historischen Veränderungen im deutschen sowie im vietnamesischen Sprachraum.
4. Relationslogische Analyse: In diesem Hauptteil erfolgt die formale Modellierung der Verwandtschaftstermini durch Komposition von Relationen, um die terminologischen Strukturen des Deutschen und Vietnamesischen präzise abzubilden.
5. Auswertung und Schlussbetrachtung: Das Fazit stellt die Unterschiede zwischen den beiden Systemen heraus, insbesondere die Bedeutung der Kernfamilie im Deutschen gegenüber der patrilinearen und großfamilienorientierten Struktur im Vietnamesischen.
Verwandtschaftstermini, Relationslogik, Prädikationstheorie, Mengenlehre, Sprachvergleich, Deutsch, Vietnamesisch, Familienstruktur, Abstammung, Deszendenz, Klassifikationsmodell, Konsanguinalverwandte, Affinalverwandte, Relationskomposition, Strukturale Anthropologie
Die Arbeit untersucht, wie Verwandtschaftsbezeichnungen in unterschiedlichen Kulturen sprachwissenschaftlich strukturiert sind und nutzt dafür die Methoden der formalen Logik.
Die zentralen Themen sind die logische Modellierung von Begriffen, die systemtheoretische Erfassung von Verwandtschaftsverhältnissen und ein vergleichender Blick auf die deutsche und vietnamesische Sprache.
Das Ziel ist es, durch die Anwendung der Relationslogik ein neutrales Modell zu entwickeln, mit dem die verschiedenen Verwandtschaftsterminologien des Deutschen und Vietnamesischen exakt abgebildet und verglichen werden können.
Es wird eine logische, systemorientierte Methode angewandt, die auf der Prädikatenlogik, der Mengenlehre und der Relationslogik (Komposition von Relationen) basiert.
Der Hauptteil widmet sich der Definition der logischen Relationen, der Klassifizierung von Familienbindungen und der konkreten terminologischen Analyse beider Sprachen anhand von Stammbaumdiagrammen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Verwandtschaftstermini, Relationslogik, Deszendenz, Klassifikationsmodell und Sprachvergleich.
Da Verwandtschaftsbeziehungen auf sozialen Relationen basieren, ermöglicht die Relationslogik eine mathematisch exakte und interkulturell vergleichbare Darstellung dieser komplexen Zusammenhänge.
Das Deutsche System weist eine eher auf die Kernfamilie zentrierte, bilineare Struktur auf, während das vietnamesische System eine patrilineare, stark altersdifferenzierte und gemeinschaftsorientierte Familienstruktur zeigt.
Die Abbildungen dienen als visuelle Repräsentation der jeweiligen Verwandtschaftssysteme und veranschaulichen die logische Zuordnung der Begriffe zu den definierten Klassen.
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