Forschungsarbeit, 2008
87 Seiten, Note: Sehr Gut
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Öffentlichkeit
2.1.1 Definitionsansätze
2.1.2 Öffentliche Meinung
2.1.3 Ebenen von Öffentlichkeit
2.1.4 Öffentlichkeitsfunktionen
2.1.5 Öffentlichkeitsmodelle
2.1.5.1 Systemtheoretische Spiegelmodelle
2.1.5.2 Diskursmodelle
2.2 Europäische Öffentlichkeit
2.2.1 Modelle europäischer Öffentlichkeit
2.2.1.1 Länderübergreifende europäische Öffentlichkeit
2.2.1.2 Europäisierung nationaler Öffentlichkeiten
2.2.2 Indikatoren europäischer Öffentlichkeit
2.3 Kommunikationswissenschaftliche Theorien zur Herstellung von Öffentlichkeit
2.3.1 Gatekeeper-Theorie
2.3.2 Agenda-Setting
3 Boulevard- und Qualitätsmedien
3.1 Boulevardzeitung
3.2 Qualitätszeitung
4 Forschungsstand: Berichterstattung zur EU und zur europäischen Öffentlichkeit
5 Empirischer Teil
5.1 Forschungsfragen und Hypothesen
5.2 Untersuchungsgegenstand, Stichprobe und Methodik
5.2.1 Untersuchungsgegenstand und Stichprobe
5.2.2 Methodik
5.3 Darstellung der zentralen Ergebnisse
5.3.1 Themenstruktur
5.3.2 Aufmerksamkeit der Berichterstattung
5.3.3 Bewertung des EU-Reformvertrages
5.3.4 Anzeichen europäischer Öffentlichkeit
6 Resümee zur Berichterstattung zum EU-Reformvertrag
Die vorliegende Studie untersucht, ob in der medialen Berichterstattung über den EU-Reformvertrag (Vertrag von Lissabon) Anzeichen für eine Europäische Öffentlichkeit erkennbar sind, insbesondere im Hinblick auf Unterschiede zwischen Boulevard- und Qualitätsmedien sowie zwischen verschiedenen europäischen Ländern.
2.1.5.1 Systemtheoretische Spiegelmodelle
Spiegelmodelle von Öffentlichkeit sind normativ „anspruchslos“ und ermöglichen demnach die „Selbstbeobachtung und die Herstellung einer Selbstbeschreibung von Gesellschaft mittels Veröffentlichung von Themen.“ (Jarren/Donges 2006: 98) Der Beobachter der Öffentlichkeit sieht wie durch einen Spiegel, wie er selbst in der öffentlichen Meinung abgebildet wird und er „sieht auch die Konkurrenten, die quertreibenden Bestrebungen, die Möglichkeiten, die nicht für ihn, aber für andere attraktiv sein könnten.“ (Jarren/Donges 2006: 98) Dies ist für all jene Akteurinnen und Akteure relevant, die ein breites Publikum ansprechen wollen, beispielsweise Politikerinnen und Politiker. Daher wird die politische Öffentlichkeitsarbeit für Akteurinnen und Akteure des politischen Systems auch immer wichtiger. (vgl. Jarren/Donges 2006: 98f)
Im Spiegelmodell lässt sich die Forderung nach Offenheit auf der Inputseite ableiten, das heißt, in diesem werden alle Akteurinnen und Akteure und Meinungen abgebildet und es wird nicht durch Ausschluss einzelner Gruppen oder Meinungen die Selbstbeobachtung beeinträchtigt (Transparenzfunktion). (vgl. Jarren/Donges 2006: 99)
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung der Öffentlichkeit im Kontext der Europadiskussion dar und führt in die Fragestellung ein, ob im Zuge der Berichterstattung zum EU-Reformvertrag Anzeichen einer Europäischen Öffentlichkeit erkennbar sind.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente, inklusive verschiedener Öffentlichkeitsbegriffe, Modelle und Funktionen sowie spezifische Ansätze zur Europäischen Öffentlichkeit.
3 Boulevard- und Qualitätsmedien: Hier werden die zentralen Unterschiede und Merkmale zwischen Boulevard- und Qualitätsmedien hinsichtlich ihrer Arbeitsweise und inhaltlichen Ausrichtung beschrieben.
4 Forschungsstand: Berichterstattung zur EU und zur europäischen Öffentlichkeit: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über relevante Studien, die sich bereits mit der medialen EU-Debatte und der Frage nach einer Europäischen Öffentlichkeit befasst haben.
5 Empirischer Teil: Der empirische Teil umfasst die Darlegung der Forschungsfragen, Hypothesen sowie die methodische Beschreibung und die anschließende Präsentation der Analyseergebnisse.
6 Resümee zur Berichterstattung zum EU-Reformvertrag: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen, interpretiert diese im Kontext der aufgestellten Hypothesen und bietet einen Ausblick für zukünftige Forschung.
Europäische Öffentlichkeit, EU-Reformvertrag, Vertrag von Lissabon, Inhaltsanalyse, Boulevardmedien, Qualitätsmedien, Medienberichterstattung, Europäisierung, Agenda-Setting, Gatekeeper-Theorie, politische Kommunikation, Themenkonvergenz, Sprecherkonvergenz, Deutschland, Österreich, Großbritannien.
Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern in der medialen Berichterstattung zum EU-Reformvertrag Anzeichen für eine entstehende Europäische Öffentlichkeit sichtbar sind.
Die Arbeit fokussiert sich auf die mediale Debatte rund um den Vertrag von Lissabon, den Vergleich von Boulevard- und Qualitätszeitungen sowie die Analyse der Rolle nationaler und supranationaler Akteure.
Das Hauptziel besteht darin, anhand einer Inhaltsanalyse festzustellen, ob das EU-Thema in der Berichterstattung verschiedener Länder und Medientypen europäisierte Züge annimmt.
Die Studie nutzt die wissenschaftliche Inhaltsanalyse, um Zeitungsartikel aus Österreich, Deutschland und Großbritannien systematisch zu untersuchen und zu kodieren.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zu Öffentlichkeit und Medientypen dargelegt, der Forschungsstand zusammengefasst und die eigenen empirischen Analysen (Themenstruktur, Aufmerksamkeit, Akteurskonstellationen) präsentiert.
Die wichtigsten Begriffe sind Europäische Öffentlichkeit, EU-Reformvertrag, Inhaltsanalyse, Medientyp-Vergleich sowie Europäisierung.
Untersucht wurden die Kronen Zeitung, Der Standard (Österreich), Bild, Süddeutsche Zeitung (Deutschland) sowie The Times (Großbritannien).
Die Einbeziehung irischer Medien scheiterte an der praktischen Zugänglichkeit der Zeitungen im gewählten Untersuchungszeitraum.
Es zeigte sich, dass in der Berichterstattung überwiegend nationale Akteure dominieren, was die Hypothese einer starken Europäisierung durch die Akteurspräsenz eher in Frage stellt.
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