Bachelorarbeit, 2011
43 Seiten, Note: 2,0
Die Bachelorarbeit untersucht die Darstellung von Leiden und Seelenpein in der Historia von D. Johann Fausten (1587) und analysiert die Rolle der Melancholie als zentrale Kategorie für die Interpretation des Textes. Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Faszination des Fauststoffes und die Inszenierung des Schrecklichen und Abscheulichen in der Historia zu beleuchten.
Das erste Kapitel beleuchtet die Attraktivität des Abschreckenden in der Historia von D. Johann Fausten. Es wird die Geschichte des Fauststoffes von der frühen Neuzeit bis zu Goethe skizziert und der Fokus auf die Inszenierung des Schrecklichen und Abscheulichen im Text gelegt. Das zweite Kapitel analysiert die Darstellung der Melancholie in der Historia. Es werden verschiedene Aspekte der Melancholie wie das Temperament, die Sünde und die Poetik der Entzweiung beleuchtet. Kapitel drei konzentriert sich auf die Seelenpein des Doktor Faustus. Es werden Fausts untaugliche Reue, seine Unheilvolle Selbstsorge, seine Höllenängste und der Schmerzliche Kontrollverlust untersucht.
Die wichtigsten Schlüsselwörter und Themen der Arbeit sind: Historia von D. Johann Fausten, Melancholie, Seelenpein, Marter, Martyrium, Legendenkontrafaktur, Abschreckendes, Schreckliches, Negativexempel, protestantische Rechtfertigungslehre, Leidensweg, Spannung, Sünde, Höllenängste, böses Gewissen, Kontrollverlust, Anti-Heiligen, Legendencharakter.
Anders als bei Goethe wird Faust hier negativ als abschreckendes Beispiel eines Sünders und Schwarzkünstlers dargestellt, der der Verdammnis anheimfällt.
Melancholie wird als Zustand der Seelenpein und als Ausdruck der mittelalterlichen Todsünde "acedia" (Trägheit des Herzens/Verzweiflung) interpretiert.
Es bezeichnet einen Zustand der Hoffnungslosigkeit und des Zweifels an Gottes Gnade, der Faust letztlich dazu treibt, seinen Pakt mit dem Teufel zu schließen.
Die Arbeit untersucht Faust als einen durch seine eigenen Sünden und den Teufel seelisch Gemarterten, was im Gegensatz zum christlichen Märtyrertum steht.
Es ist eine Umkehrung der Heiligenlegende: Statt des vorbildlichen Lebens eines Heiligen wird das lasterhafte Leben eines "Anti-Heiligen" zur Warnung erzählt.
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