Magisterarbeit, 2006
225 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Migration
2.2 Sprachkontakt
2.2.1 Bilinguismus
2.2.2 Diglossie
2.3 Zweitsprachenerwerb
2.3.1 Codeswitching
2.3.2 Transfer
2.4 Spracherhalt und Sprachwechsel
3. Verwendete Untersuchungsmethoden
3.1 Das Interview
3.2 Der Fragebogen
3.3 Bemerkungen zur Transkription der untersuchten Interviews
3.4 Bemerkungen zur Aussprache der rumänischen und bulgarischen Wörter
4. Die Rumänen in Alicante
4.1 Einwanderer in Spanien und speziell in der Provinz Alicante
4.2 Die rumänischen Immigranten
4.3 Kulturvereine und soziale Organisationen
5. Rumänisch und Spanisch im Vergleich
5.1 Sprachvergleich
5.2 Das Rumänische als romanische Sprache
5.3 Das Rumänische als wichtigster Vertreter des Balkansprachbunds
5.4 Rumänisch vs. Spanisch
6. Auswertung I. – Inhaltliche Aspekte
6.1 Die Profile der einzelnen Informanten
6.2 Gelebte Wirklichkeit: Interview und Fragebogen
7. Auswertung II. – Linguistische Aspekte
7.1 Phonetik und Phonologie
7.1.1 Das Phonem /v/
7.1.2 Die Phoneme /b/ und /d/
7.1.3 Die Phoneme /z/ und /s/
7.1.4 Die Phoneme /r/ und /rr/
7.1.5 Die geschlossene Aussprache von /a/, /e/ und /o/
7.1.6 Für das Rumänische typische Phoneme
7.1.7 Für das Spanische typische Aussprachemerkmale
7.2 Grammatik
7.2.1 Das Fehlen des bestimmten Artikels nach Präposition
7.2.2 Sprachinterne Analogien bei der Pluralbildung
7.2.3 Voran- und Nachstellung des Demonstrativpronomens
7.2.4 Die Bildung von Adverbien
7.2.5 Das Fehlen der Konjunktion ‘oder’
7.2.6 Abweichungen von der Norm bei der Konjugation der Verben
7.2.7 Zeitformen und Modi
7.2.8 Ser und Estar
7.3 Lexikon
7.3.1 Rumänismen
7.3.2 Katalanismen
7.3.3. Anglizismen
7.3.4 Italianismen
8. Schlussbemerkungen
8.1 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse
8.2 Wirksamkeit und Nutzen der verwendeten Methoden
9. Ausblick: Rumänen auf der Iberischen Halbinsel
9.1 Bemerkungen zur weiteren Entwicklung der Zweisprachigkeit rumänischer Immigranten in Spanien
9.2 Ansätze für die weitere Forschung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spanische, wie es von rumänischen Immigranten in Alicante gesprochen wird, mit dem Ziel, muttersprachliche Interferenzen zu identifizieren und Einblicke in die sozio-ökonomische Lebenswelt der Betroffenen zu gewinnen.
2.1 Migration
Der Begriff Migration leitet sich von dem lateinischen Wort migratio her, was soviel bedeutet wie „Wanderung“. Gemeint ist damit eine Bewegung durch den Raum und gleichzeitig durch die Zeit, wie sie zunächst einmal alle Tiere und Menschen, die über einen entsprechenden Bewegungsapparat verfügen, selbstständig bewerkstelligen können (vgl. EHLICH 1996: 182). KREFELD (2004: 12) zufolge ist die Migration eine spezifische Erscheinungsform der Mobilität, die für den Migranten eine grundlegende räumliche Neuorientierung der Lebenswelt bedeutet, welche die Sicherung seines Lebensunterhaltes und auch das soziale Netzwerk, in dem er sich bewegt, mit einschließt. Anhand dieser Merkmale ist schnell eine entsprechende Definition des Begriffes ‘Migrant’ gefunden, wie z.B. die folgende:
[Le migrant] vient à désigner toute personne plongée dans un milieu géographique, culturel et linguistique nouveau, quelles que soient les circonstances sociales et la durée de ce changement. (LÜDI/PY 2003: 18)
Migranten sind, wie im Prinzip alle Menschen, Teil eines sozialen Netzwerkes, das keine natürlichen Grenzen aufweist. Als Familienmitglieder, Arbeitnehmer, Kunden in Läden usw. bewegen sie sich innerhalb ihres Freundes- und Bekanntenkreises (vgl. LÜDI/PY 2003: 47). Ein gedankliches Konstrukt wie das des sozialen Netzwerkes ermöglicht eine schematische Darstellung der individuellen Beziehungen und Bekanntschaften innerhalb einer Gruppe von Personen. Im Mittelpunkt einer Unzahl kleiner miteinander verbundener individueller sozialer Netzwerke, sogenannter personal networks (vgl. DEGENNE/FORSÉ 1999: 14), befindet sich jeweils eine bestimmte Person, die vielfältige Beziehungen zu den sie umgebenden Freunden und Bekannten unterhält. Dabei steht jeder einzelne dieser Bekannten bzw. Freunde gleichzeitig im Zentrum seines eigenen individuellen sozialen Netzwerkes, das ihn seinerseits wiederum mit anderen personal networks verbindet.
1. Einleitung: Vorstellung des Forschungsinteresses an rumänischen Immigranten in Spanien und der Motivation für diese linguistische Untersuchung.
2. Theoretische Grundlagen: Erörterung der migrationslinguistischen Basisbegriffe wie Migration, Sprachkontakt, Bilinguismus und Spracherhalt.
3. Verwendete Untersuchungsmethoden: Beschreibung des Leitfadeninterviews und des Fragebogens zur Datenerhebung bei den Immigranten.
4. Die Rumänen in Alicante: Analyse der sozialen und ökonomischen Situation rumänischer Einwanderer in der Region Alicante.
5. Rumänisch und Spanisch im Vergleich: Systematischer linguistischer Vergleich beider Sprachen als Basis für die Fehleranalyse.
6. Auswertung I. – Inhaltliche Aspekte: Darstellung der Profile und Lebensumstände der untersuchten Informanten.
7. Auswertung II. – Linguistische Aspekte: Detaillierte Analyse der sprachlichen Abweichungen und Interferenzen in Phonetik, Grammatik und Lexikon.
8. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der Forschungsergebnisse und der gewählten Methoden.
9. Ausblick: Rumänen auf der Iberischen Halbinsel: Einschätzung zur künftigen Entwicklung der Zweisprachigkeit und Vorschläge für weitere Forschung.
Rumänisch, Spanisch, Migration, Sprachkontakt, Bilinguismus, Diglossie, Sprachwechsel, Spracherhalt, Interferenz, Migrationslinguistik, Alicante, Soziolinguistik, Lernervarietät, Codeswitching, Transfer.
Die Arbeit untersucht das Spanische, wie es von rumänischen Immigranten in Alicante gesprochen wird, und analysiert, welche sprachlichen Einflüsse aus der Muttersprache in den Erwerb der Gastsprache einfließen.
Die zentralen Themen sind Sprachkontakt, Migration, die soziologische Situation der rumänischen Gemeinschaft in Alicante sowie eine kontrastive linguistische Analyse zwischen dem Rumänischen und dem Spanischen.
Ziel ist es, muttersprachliche Interferenzen im Spanischen der rumänischen Einwanderer herauszuarbeiten und die sprachliche Realität dieser Gruppe zu dokumentieren.
Der Autor führt qualitative Leitfadeninterviews durch und ergänzt diese durch einen standardisierten, zweisprachigen Fragebogen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Darstellung der rumänischen Gemeinschaft in Alicante, einen detaillierten Sprachvergleich und die Auswertung der erhobenen empirischen Daten.
Wichtige Begriffe sind Migration, Sprachkontakt, Bilinguismus, Diglossie, Interferenz, Transfer und die spezifische Sprachsituation in der Provinz Alicante.
Ja, der Autor stellt fest, dass Einflüsse des lokalen Katalanischen/Valencianischen ebenfalls die Sprachweise der Immigranten beeinflussen können, da sie in Kontakt mit der lokalen Bevölkerung stehen.
Die Anonymisierung dient dem Schutz der Privatsphäre. Die Täuschung über das Ziel (als Soziologiestudent) sollte verhindern, dass die Informanten in eine Prüfungssituation geraten und versuchen, besonders „korrekt“ zu sprechen.
Der Autor zeigt auf, dass phonetische, grammatische und lexikalische Interferenzen auftreten, die häufig auf der Ähnlichkeit beider romanischer Sprachen beruhen, wobei die Informanten jedoch eine beachtliche Sprachkompetenz entwickeln.
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