Examensarbeit, 2009
97 Seiten, Note: 2,0
1 Die Alzheimer-Krankheit
2 Die Situation der Familie und des Kindes
3 Das Bilderbuch als problemorientiertes Medium
4 Kriterien für „gute“ problemorientierte Bilderbücher
5 Bilderbücher zum Thema „Alzheimer“ im Vergleich
5.1 Inhaltliche Umsetzung
5.1.1 Der Protagonist
5.1.2 Der Erkrankte und der Enkel
5.1.3 Mütter und Väter
5.1.4 Andere Kinder und außerfamiliäres Umfeld
5.2 Die Darstellung der Krankheit
5.3 Die Darstellung des Gedächtnisses
5.4 Bildliche Ästhetik
5.4.1 Titelbild
5.4.2 Komplexität und Dichte
5.4.3 Illustrationstechnik
5.4.4 Text-Bild-Verhältnis
5.5 Sprachliche Analyse
5.6 Zeit und Ort
5.7 Im Anhang: Kuchenrezept und Verständisfragen
6 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Genre des „problemorientierten Bilderbuchs“ am Beispiel der Alzheimer-Krankheit, um zu analysieren, wie dieses Medium als Instrument zur Aufklärung, Bewältigung und Entlastung für betroffene Kinder in der Familie fungieren kann.
5.2 Die Darstellung der Krankheit
Die Darstellung der Krankheit ist von der Darstellung der Kranken im Falle der untersuchten Bilderbücher nur schwer zu trennen. Im Fall von „Herbst im Kopf – Meine Oma Anni hat Alzheimer“ gelingt eine Unterscheidung, da die Krankheit hier nicht nur durch das Verhalten der Erkrankten, sondern auch durch eine kurze einführende Erklärung beschrieben wird. Die Ich-Erzählerin Paula berichtet:
Dass meine Oma Anni nicht so ist wie die meisten anderen Omas, das liegt daran, dass sie krank ist. Sie hat eine Krankheit, die nennt man Alzheimer. Ich finde, das ist ein komisches Wort, aber die Krankheit heißt so, weil ein Herr Alois Alzheimer die mal entdeckt hat. Und da hat er ihr einfach seinen Namen gegeben.
Die Ich-Erzählerin nennt somit zwei Dinge beim Namen, die in anderen Büchern verschwiegen werden: Die Oma ist krank. Die Krankheit heißt Alzheimer. Paula erklärt, dass man diese Krankheit nicht sehen kann. „Also, man kriegt keine roten Punkte im Gesicht wie bei Windpocken. Und man muss auch nicht im Bett liegen und schwitzen und heißen Fliederbeerensaft trinken wie bei einer Erkältung.“ In ihrem Bericht stellt Paula auch klar, dass die Alzheimer-Krankheit kein intellektuelles Defizit darstellt. Sie erzählt von dem früheren Beruf ihrer Oma als Lehrerin und folgert, dass sie bei diesem Beruf nicht dumm gewesen sein kann. Durch Paulas Mutter erfährt der Leser, welche Folgen die Krankheit für das Erinnerungsvermögen hat. „Sie macht, dass bei Oma Anni im Kopf langsam die Erinnerungen an ihr Leben verloren gehen.“ Auch erklärt Paula, dass jeder im Alter Alzheimer erkranken kann und erbittet dadurch Verständnis für die Großmutter. Diese Beschreibungen sind nicht individuell und zufällig wie andere Schilderungen in diesem Buch und die meisten Darstellungen in anderen Büchern. Sie sind bewusst allgemein. Dem Lesenden erleichtert dies die Unterscheidung zwischen Charaktereigenschaften, persönlichen Eigenheiten und dem Krankheitsbild. Er begegnet damit zugleich Einschränkungen, die ihm bereits durch die eigenen Großeltern bekannt sind, oder erfährt, auf welche Defizite er sich zukünftig einstellen muss.
1 Die Alzheimer-Krankheit: Dieses Kapitel erläutert die medizinischen Grundlagen der Krankheit, ihre Symptomatik und den Verlauf bei Betroffenen.
2 Die Situation der Familie und des Kindes: Hier wird beleuchtet, wie Kinder die Alzheimer-Erkrankung innerhalb des familiären Systems erleben und welche Bedeutung ein offener Umgang für die seelische Entlastung hat.
3 Das Bilderbuch als problemorientiertes Medium: Das Kapitel reflektiert die historische Entwicklung sowie die pädagogische und therapeutische Funktion von Bilderbüchern im Kontext schwieriger Lebensthemen.
4 Kriterien für „gute“ problemorientierte Bilderbücher: Es werden theoretische Qualitätsmerkmale definiert, um Bilderbücher, die sich mit der Realität von Krankheit auseinandersetzen, wissenschaftlich bewerten zu können.
5 Bilderbücher zum Thema „Alzheimer“ im Vergleich: Dieser Hauptteil analysiert vier ausgewählte Bilderbücher hinsichtlich inhaltlicher Umsetzung, Krankheitsdarstellung, Ästhetik und sprachlicher Gestaltung.
6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert das Potenzial der Bilderbuchforschung, um die didaktische Qualität dieses Genres weiterzuentwickeln.
Alzheimer, Demenz, Bilderbuch, Kinderliteratur, Familienleben, Problemorientierung, Bibliotherapie, Text-Bild-Verhältnis, Illustration, Pädagogik, Erinnerungsvermögen, Bewältigung, Aufklärung, Krankheitsdarstellung, Intergenerationale Beziehungen
Die Arbeit untersucht, wie das Genre „Bilderbuch“ genutzt wird, um Kindern das komplexe und oft belastende Thema der Alzheimer-Krankheit innerhalb der Familie verständlich und altersgerecht zu vermitteln.
Neben der medizinischen Aufklärung über Alzheimer stehen die kindliche Wahrnehmung der Krankheit, die Auswirkungen auf das Familiengefüge sowie die ästhetische und sprachliche Analyse spezifischer Kinderbücher im Fokus.
Das Ziel ist es, Kriterien für „gute“ problemorientierte Bilderbücher zu identifizieren und zu zeigen, dass eine realitätsnahe Darstellung der Alzheimer-Krankheit Kindern helfen kann, Ängste abzubauen und familiäre Veränderungen konstruktiv zu verarbeiten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer vergleichenden Inhalts- und Ästhetikanalyse von vier spezifischen Bilderbüchern, die das Thema Alzheimer thematisieren.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung von vier Fallbeispielen und analysiert dabei die Charakterisierung der Figuren, die Darstellung von Gedächtnisverlust, die künstlerische Illustrationstechnik und das Zusammenspiel von Text und Bild.
Zentrale Begriffe sind neben Alzheimer und Demenz vor allem das „problemorientierte Bilderbuch“, Bibliotherapie sowie das komplexe Zusammenspiel von Sprache und Illustration bei der Vermittlung schwieriger Lebenssituationen.
Die Bücher nutzen sehr unterschiedliche Metaphern; während einige den Verlust als verwirrende Abstraktion zeigen, verwenden andere, wie „Herbst im Kopf“, das Modell eines Baumes, um das Schwinden von Erinnerungen für Kinder greifbar zu machen.
Bilder spielen eine Schlüsselrolle: Sie können entweder harmonisierend wirken und die Krankheit verharmlosen, oder durch groteske, postmoderne Darstellungsweisen die Irritation und die verzerrte Wahrnehmung der Kranken für den jungen Leser nachvollziehbar machen.
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