Diplomarbeit, 2010
61 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Stand der Forschung
2.1 Beteiligte Personen
2.2 Systemumwelt
2.3 Subjektive Deutungen der Systemmitglieder
2.4 Regeln des Systems
2.5 Verhaltens- und Interaktionsmuster
2.6 Entwicklungsgeschichte der Schulschwierigkeit
3 Ziele und Fragestellung der Arbeit
4 Methoden
5 Ergebnisse
5.1 Auswertung: Personen
5.2 Auswertung: Systemumwelt
5.3 Auswertung: Subjektive Deutungen
5.4 Auswertung: Regeln des Systems
5.5 Auswertung: Verhaltens- und Interaktionsmuster
5.6 Auswertung: Entwicklungsgeschichte der Schulschwierigkeit
6 Diskussion der Ergebnisse
7 Zusammenfassung
Ziel dieser Arbeit ist es, Schulschwierigkeiten nicht als isoliertes Defizit eines Kindes, sondern durch eine explorative Fallstudie aus einer systemischen Perspektive zu betrachten, um zu verstehen, welche Funktionen die Schwierigkeiten innerhalb des familiären und schulischen Kontextes erfüllen.
2.4 Regeln des Systems
Wie schon bei den subjektiven Deutungen und Wirklichkeitskonstruktionen ist implizites Wissen notwendig, um mit seiner Umwelt leichter zu interagieren. Wenn es um Regeln geht, verhält es sich ähnlich. Im familiären und schulischen Kontext gelten auch Regeln, die unser Zusammenleben einfacher gestalten. Arist von Schlippe und Jochen Schweitzer schreiben: „Regeln sind Beschreibungen eines Beobachters, der Rückschlüsse darauf zieht, wie sich die Mitglieder eines Systems darauf geeinigt haben, Wirklichkeit zu definieren, welche Bedeutung sie den Dingen zuweisen und welches Verhalten sie als »möglich« oder »unmöglich« ansehen.“ Zu unterscheiden sind daher Regeln, die die Familie oder die Schule selbst beschreiben können (explizite Regeln), und Regeln, die erst dann sichtbar werden, wenn jemand sie übertritt (implizite Regeln). Regeln geben Sicherheit für alle Beteiligten. Dies gilt sowohl für explizite wie auch für implizite Regeln. Aber Regeln bergen auch Gefahren, wenn sie nicht situationsadäquat abgeändert werden. Einzelne Regeln, wie auch sich widersprechende Regeln, können dann Entwicklungen hemmen (vgl. Kap. 2.2). Regeln zeigen Grenzen auf. Das Fehlen von expliziten Regeln oder Grenzen in Familien wird an diesem Beispiel deutlich: „In vielen Familien fürchten sich die Eltern, die Kinder mit Regeln zu konfrontieren und Auseinandersetzungen um Überschreitungen zu führen. Manchmal geben Eltern aus diesen Gründen die Autorität fast vollständig an die Kinder ab und geben ihnen keine Leitlinien und Strukturen vor.“ (Schlippe & Schweitzer, 2007, S.189). An diesem Beispiel kann man aber gut erkennen, welche impliziten Regeln vorhanden sein können. Beispiele: „Es wird nicht über Probleme gesprochen“, „Jeder muss für sein Handeln selber die Verantwortung tragen“, „Man darf Mama und Papa nicht so viel sagen, weil die das nicht aushalten.“
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Schulschwierigkeiten ein und begründet die Wahl einer systemischen Perspektive für die explorative Studie.
2 Stand der Forschung: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen dar, wobei systemische Konzepte wie Systemumwelt, subjektive Deutungen und Regeln erläutert werden.
3 Ziele und Fragestellung der Arbeit: Es wird das Ziel definiert, die Funktionen von Schulschwierigkeiten im System durch eine Fallstudie zu ergründen.
4 Methoden: Beschreibung des methodischen Vorgehens, insbesondere der Nutzung von Interviews zur Erhebung der Systemkontexte.
5 Ergebnisse: Detaillierte Darstellung und Auswertung der Interviewergebnisse in Bezug auf Personen, Systemumwelt, Deutungen und Regeln.
6 Diskussion der Ergebnisse: Kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund systemischer Beratung und der Kommunikation zwischen Schule und Elternhaus.
7 Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung, die die Bedeutung der systemischen Sichtweise für die Identifikation von Handlungsoptionen hervorhebt.
Systemische Perspektive, Schulschwierigkeiten, Wirklichkeitskonstruktion, Familiensystem, Konstruktivismus, Interaktionsmuster, Subjektive Deutung, Systemberatung, Kommunikationstheorie, Pädagogik, Fallstudie, Sozialwesen, Lernförderung, Eltern-Lehrer-Kooperation.
Die Arbeit untersucht Schulschwierigkeiten eines Kindes nicht als isoliertes Problem, sondern als Phänomen, das im Zusammenspiel von Familiensystem und Schule entsteht und aufrechterhalten wird.
Die Arbeit fokussiert auf systemtheoretische Konzepte, die Bedeutung von Kommunikation, die Rolle expliziter und impliziter Regeln sowie die subjektiven Sichtweisen der am Erziehungsprozess beteiligten Personen.
Ziel ist es, durch eine explorative Fallstudie aufzuzeigen, wie systemische Muster und Wirklichkeitskonstruktionen die schulische Entwicklung beeinflussen und welche Funktionen die Schwierigkeiten im jeweiligen Kontext einnehmen.
Der Autor verwendet ein qualitatives Forschungsdesign, bestehend aus teilstrukturierten Interviews mit der Familie und der Klassenlehrerin, die anschließend systemisch ausgewertet wurden.
Der Hauptteil analysiert die Interviews hinsichtlich der beteiligten Personen, der Systemumwelt, individueller Deutungsmuster, der Regeln innerhalb des Systems sowie der Interaktions- und Verhaltensmuster der Beteiligten.
Zentrale Begriffe sind systemische Perspektive, Konstruktivismus, Kommunikation, Interaktionsmuster, Familiensystem und Kooperation zwischen Eltern und Schule.
Die Arbeit stützt sich auf den Konstruktivismus und postuliert, dass jedes Systemmitglied die Situation anders wahrnimmt und diese subjektive Sichtweise das Handeln bestimmt, was die Problematik im System aufrechterhalten kann.
Explizite Regeln werden offen formuliert und sind bewusst, während implizite Regeln sich nur aus dem beobachtbaren Verhalten ableiten lassen und oft erst dann deutlich werden, wenn sie verletzt werden.
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