Bachelorarbeit, 2012
36 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
2. Das Konzept tiergestützter Interventionen
2.1 Anfänge im anglo-amerikanischen Raum
2.2 Begriffsbestimmung Tiergestützte Intervention
2.2.1 Tiergestützte Aktivität
2.2.2 Tiergestützte Pädagogik
2.2.3 Tiergestützte Therapie
2.2.4 Mensch-Tier-Beziehung
2.2.4.1 Biophilie-Hypothese
2.2.4.2 Konzept der „Du-Evidenz“
2.2.4.3 Bindungstheorie
2.2.4.4 Spiegelneurone
2.3 Zusammenfassung des Konzepts
2.3.1 Zielgruppe
2.3.2 Praxisfelder
2.3.3 Wirkungseffekte
2.3.4 Methodische Ansätze
3. Ethische Grundproblematik tiergestützter Arbeit
3.1 Ethische Überlegungen
3.1.1 Definition Ethik
3.1.2 Zusammenleben von Mensch und Tier
3.1.3 Mitleidsethik
3.1.4 Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben
3.2 Ethische Aspekte Sozialer Arbeit im Allgemeinen
3.3 Voraussetzungen für ethisch vertretbare Nutzung von Tieren bei tiergestützter Arbeit
3.3.1 Gesetzliche Grundlage
3.3.2 Hygiene
3.3.3 Sozialkontakt und Bewegung
3.3.4 Nutzung versus Missbrauch
3.3.5 Bewertung von Befindlichkeiten
3.3.6 Instrumentalisierung von Tieren
3.4 Zusammenfassung
4. Kritisches Beispiel: Delfintherapie
4.1 Besonderheiten von Delfinen als „therapeutische Begleiter“
4.2 Forschungsprojekt „Delfintherapie“ an der Universität Würzburg
4.2.1 Aufbau der Therapie
4.2.2 Aufbau der Studie und Erkenntnisse
4.3 Delfintherapie in der Kritik
5. Analogie zu tiergestützter Arbeit mit Hunden
5.1 Der Hund als Begleiter des Menschen
5.2 Eignung des Hundes für TG I
5.3 Beispiel Behindertenbegleithunde
5.4 Zusammenfassung
6. Chancen tiergestützter Interventionen im Hinblick auf den Erfolg Sozialer Arbeit
6.1 Mitwirken und Chancen von Sozialarbeitern im Bereich der tiergestützten Interventionen
6.2 Vorteile
6.3 Nachteile
Die Arbeit untersucht das Konzept der tiergestützten Interventionen und analysiert kritisch deren ethische Vertretbarkeit in der Sozialen Arbeit. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie die Arbeit mit Tieren ethisch verantwortungsvoll gestaltet werden kann und wo die Grenzen des Nutzens für den Menschen gegenüber den Bedürfnissen des Tieres verlaufen.
3.3.4 Nutzung versus Missbrauch
Betrachtet man die allgemeinen ethischen Grundorientierungen Sozialer Arbeit, wird klar, dass eine stetige Abwägung nötig ist, um gerechte Behandlung annähernd herzustellen. Diese Richtlinien sollten nicht nur für den professionellen Umgang mit Menschen gelten, sondern in ähnlicher Form ebenso für die Nutzung im Bereich tiergestützter Interventionen. Werden dem Handeln die zwei Prinzipien der Achtung der Menschenwürde und der Menschenrechte unterstellt, sind auch einem Tier die bereits gesetzlich festgelegten Tierrechte zuzugestehen.
Schwierig ist es, dafür konkrete Handlungsvorgaben zu erarbeiten, da es sich bei Tieren ebenso wie bei Menschen um Individuen handelt, deren Bedürfnisse sich jeweils im konkreten Einzelfall unterscheiden können. Allgemein gilt es, die Interessen des Tieres sorgfältig gegenüber den Interessen des Menschen abzuwägen. Eine generelle und nicht hinterfragte Höherstellung des menschlichen Wohls kann im keinen Fall einer ethisch vertretbaren Nutzung entsprechen.
Unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Tieres hat der Mensch zu entscheiden, wann und wie die Arbeit mit dem Tier angemessen ist und wann sie gegebenenfalls unterbrochen werden muss. In der Regel kennt die mit dem Tier arbeitende Person die Verhaltensweisen sehr genau und kann abschätzen, wann dies der Fall ist.
Einleitung: Die Einleitung führt in die historische und gegenwärtige Bedeutung von Tieren für den Menschen ein und umreißt die ethischen Spannungsfelder, die den Anlass für diese Untersuchung bilden.
2. Das Konzept tiergestützter Interventionen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe, beleuchtet theoretische Modelle der Mensch-Tier-Beziehung und beschreibt methodische Ansätze sowie Zielgruppen und Praxisfelder.
3. Ethische Grundproblematik tiergestützter Arbeit: Hier werden ethische Theorien auf die Mensch-Tier-Interaktion angewendet und die notwendigen Voraussetzungen für eine vertretbare Nutzung von Tieren im Hinblick auf Gesetze, Hygiene und Wohlergehen definiert.
4. Kritisches Beispiel: Delfintherapie: Das Kapitel analysiert das Beispiel der Delfintherapie, stellt Forschungsergebnisse gegenüber und beleuchtet die starke Kritik aus Tierschutzsicht.
5. Analogie zu tiergestützter Arbeit mit Hunden: Es werden die Eignung und die Rahmenbedingungen der Arbeit mit Hunden als Vergleichsbeispiel herangezogen, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur Delfintherapie aufzuzeigen.
6. Chancen tiergestützter Interventionen im Hinblick auf den Erfolg Sozialer Arbeit: Dieses Kapitel diskutiert das Potenzial dieses Praxisfeldes für Sozialarbeiter, abgewogen gegen die strukturellen und ethischen Herausforderungen.
Fazit: Das Fazit fasst die ethische Zwiegespaltenheit zusammen und betont, dass tiergestützte Interventionen nur dann legitim sind, wenn das tierische Wohl gleichberechtigt zum menschlichen Nutzen sichergestellt bleibt.
Soziale Arbeit, Tiergestützte Interventionen, Tierethik, Mensch-Tier-Beziehung, Delfintherapie, Tierschutzgesetz, tiergestützte Therapie, Assistenzhunde, Ethik, Wohlergehen, Interaktion, Professionalität, Bindungstheorie, Biophilie, Verantwortung.
Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Dimension des Einsatzes von Tieren in therapeutischen und pädagogischen Settings, insbesondere im Kontext der Sozialen Arbeit.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen der Mensch-Tier-Interaktion, ethische Prinzipien, die Anforderungen an eine artgerechte Haltung sowie die kritische Auseinandersetzung mit spezifischen Therapieformen wie der Delfintherapie.
Das Ziel ist es, die ethische Vertretbarkeit von tiergestützten Interventionen zu hinterfragen und Handlungsorientierungen zu entwickeln, die das Wohl des Tieres vor einseitige menschliche Nutzeninteressen stellen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Ansätze aus der Verhaltensforschung, Ethik und Soziale Arbeit zusammenführt und durch Fallbeispiele und Evaluationsstudien kritisch reflektiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Konzeptualisierung, eine ethische Analyse der Rahmenbedingungen, einen kritischen Blick auf die Delfintherapie und einen Vergleich mit der Arbeit mit Hunden sowie die Chancen für die Soziale Arbeit.
Soziale Arbeit, Tierethik, Delfintherapie, Mensch-Tier-Beziehung, tiergestützte Interventionen und professionelle Verantwortung.
Sie dient als Extrembeispiel, da sie oft als "Wunderheilung" vermarktet wird, jedoch aufgrund der Gefangenschaft der Tiere und mangelnder wissenschaftlicher Belege massive ethische Bedenken aufwirft.
Sozialarbeiter können durch diese Interventionen neue Klientenzielgruppen erschließen und "Eisbrecher"-Effekte nutzen, tragen aber gleichzeitig die Verantwortung für die ethische und professionelle Qualität der Arbeit.
Da Tiere als lebendige Individuen keine bloßen Werkzeuge sind, erfordert jede Intervention eine stetige, kritische Abwägung, um eine Ausbeutung zu vermeiden und Tierrechte zu wahren.
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