Bachelorarbeit, 2011
37 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Darwinismus: Eine Theorie über die Evolution von Systemen
2.1 Entwicklung des Darwinismus’
2.2 Darwins Theorien
2.3 Interdisziplinäre Anwendbarkeit
2.3.1 Darwinismus im gesellschaftlichen Kontext
2.3.2 Darwinismus im wirtschaftlichen Kontext
3. Opportunismus
3.1 Menschliche Bedürfnisse nach Maslow
3.1.1 Opportunismus bei Defizit-Bedürfnissen
3.1.2 Opportunismus bei Wachstumsbedürfnissen
3.2 Macht- und Leistungsstreben
4. Phänomen des Darwiportunismus
4.1 Wechselwirkung von Darwinismus und Opportunismus
4.1.1 Opportunistische Mitarbeiter und darwinistische Unternehmen
4.1.2 Opportunistische Unternehmen und darwinistische Märkte
4.2 Erscheinungsformen – die Darwiportunismus-Matrix
4.2.1 Mögliche Szenarien der Darwiportunismus-Matrix
4.2.2 Wandel der Szenarien im Zeitablauf
5. Wirtschaft und Gesellschaft
5.1 Vernetzung der Systeme Wirtschaft und Gesellschaft
5.1.1 Darwiportunismus als sozioökonomisches Phänomen
5.1.2 Beidseitige Erwartungen von Wirtschaft und Gesellschaft
5.2 Besondere Verantwortung der Unternehmen
5.2.1 Public Value
5.2.2 Corporate Social Responsibility
6. Beurteilung des Darwiportunismus’ unter ausgewählten philosophischen und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten
6.1 Utilitaristische Beurteilung
6.2 Abgleich mit der Ethik von Kant
6.3 Ökonomische Leistungsbereitschaft im Darwiportunismus unter Beachtung der Anreiz-Beitrags-Theorie
7. Schlussbetrachtung
Das Research-Projekt analysiert das Phänomen des "Darwiportunismus" – ein hybrider Begriff, der das Zusammenspiel zwischen darwinistischen Strukturen in Märkten und opportunistischem Verhalten von Akteuren beschreibt. Das Ziel ist es, diese wechselseitige Beeinflussung theoretisch einzuordnen und kritisch zu prüfen, ob ein solches Verhalten langfristig mit gesellschaftlichen Anforderungen an Ethik und soziale Verantwortung vereinbar ist.
3.1.1 Opportunismus bei Defizit-Bedürfnissen
Den Defizit-Bedürfnissen lassen sich physiologische, Sicherheits-, Zugehörigkeits- und zum Teil die Wertschätzungsbedürfnisse (ego-needs) zuordnen. Einzelne Beispiele sind in hierarchischer Reihenfolge Selbst- und Arterhaltung, Sicherung des Erreichten, Kontakt zu Mitmenschen und Eingliederung in eine Gruppe, sowie Aufmerksamkeit und Anerkennung durch andere.25
Die Defizit-Bedürfnisse sind im Menschen einheitlich veranlagt. Hinsichtlich ihrer Befriedigung besteht eine beträchtliche Abhängigkeit von Dritten bzw. der Umwelt, deren Wünsche und Launen, aber auch Regeln und Gesetze berücksichtigt werden müssen. Das Individuum ist also zu einem gewissen Grad außengeleitet,26 muss flexibel reagieren und sich an die äußeren Gegebenheiten anpassen können. „Er [der Mensch, Anm. d. Verf.] selbst ist die abhängige Variable; die Umwelt ist die feste, unabhängige Variable.“27 Die Abhängigkeit wirkt sich auf den zwischenmenschlichen Umgang – egal ob im privaten oder im beruflichen Leben – aus. Der defizit-motivierte Mensch verhält sich fordernder und beurteilt andere nach deren Nützlichkeit als Bedürfnis-Befriediger. Wer dabei die Rolle des Bedürfnis-Befriedigers einnimmt, ist gleichgültig.28
Die existenziellen- oder Defizit-Bedürfnisse sind egoistischer Natur. Aufgrund der Abhängigkeit von Mitmenschen und der Umwelt einerseits und der mehr oder weniger zwingenden Notwendigkeit der Bedürfnisbefriedigung andererseits, ist die Bereitschaft, sie durch opportunistisches Verhalten zu befriedigen, gezwungenermaßen recht hoch. Während die Ausprägung bei den physiologischen Bedürfnissen, also Schlaf, Hunger, Durst, Selbst- und Arterhaltung etc., Extrema annehmen kann (z.B. Mord zur Selbstverteidigung, Kannibalismus gegen den Hunger), nimmt sie in dem Maße ab, in dem sie weniger von der Umwelt im weiteren Sinne und zunehmend von Mitmenschen abhängt. Schließlich gelten in sozialen Beziehungen Eigennutz oder Egoismus nicht als Tugend und so dürften auch die extremen Verhaltensbeispiele Mord und Kannibalismus kaum zur Befriedigung von Zugehörigkeitsbedürfnissen führen – zumindest im allgemeinen Verständnis.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den stetigen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft und führt den Begriff des „Darwiportunismus“ als ökonomischen „Kampf“ ein, der in dieser Arbeit untersucht wird.
2. Darwinismus: Eine Theorie über die Evolution von Systemen: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Darwinismus und überträgt das Prinzip der natürlichen Selektion auf die Subsysteme Gesellschaft und Wirtschaft.
3. Opportunismus: Hier wird der Opportunismus als ein Verhalten definiert, das auf die Erreichung eigener Ziele abzielt, wobei insbesondere die Bedürfnisstruktur nach Maslow als Erklärungsmodell dient.
4. Phänomen des Darwiportunismus: Das Kapitel führt den zentralen Begriff des Darwiportunismus als Interaktion zwischen opportunistischen Akteuren und einem darwinistischen Umfeld ein und visualisiert dies anhand einer Matrix.
5. Wirtschaft und Gesellschaft: Hier wird die notwendige ethische Reflexion über die gegenseitige Beeinflussung dieser beiden Systeme sowie die soziale Verantwortung von Unternehmen diskutiert.
6. Beurteilung des Darwiportunismus’ unter ausgewählten philosophischen und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten: Die Arbeit prüft den „Darwiportunismus pur“ kritisch anhand utilitaristischer Ethik, der Kant’schen Philosophie und der Anreiz-Beitrags-Theorie.
7. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Darwiportunismus eher eine Herausforderung als eine Bedrohung darstellt, die durch Compliance und ethische Reflexion in geordnete Bahnen gelenkt werden muss.
Darwiportunismus, Darwinismus, Opportunismus, Wirtschaftssystem, Gesellschaft, Bedürfnisstruktur, Maslow, Sozialdarwinismus, Public Value, Corporate Social Responsibility, Unternehmensführung, Ethik, Utilitarismus, Anreiz-Beitrags-Theorie, Marktwettbewerb.
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und kritischen Auseinandersetzung des Kunstbegriffs „Darwiportunismus“, der das Zusammenspiel von darwinistischen Strukturen in Märkten und opportunistischem Handeln beschreibt.
Die zentralen Themen sind die Evolutionstheorie in Wirtschaftskontexten, psychologische Motive für opportunistisches Handeln, die soziale Verantwortung von Unternehmen und eine ethische Beurteilung dieser Dynamiken.
Ziel ist es, das Phänomen Darwiportunismus zu systematisieren, die Auswirkungen auf das gesellschaftliche Miteinander zu analysieren und Lösungsansätze für eine ethisch verantwortungsvolle Wirtschaft zu diskutieren.
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre theoretische Herleitung, indem sie biologische Evolutionsmodelle, sozialwissenschaftliche Bedürfnismodelle und philosophische Ethikansätze verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Grundbegriffe, die Erläuterung der Darwiportunismus-Matrix sowie eine kritische ethische Beurteilung unter Einbeziehung von Modellen wie Corporate Social Responsibility.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Darwiportunismus, Darwinismus, Opportunismus, ethische Verantwortung und das Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und Gesellschaft charakterisiert.
Laut der Arbeit ist die Bereitschaft zu opportunistischem Verhalten bei Defizit-Bedürfnissen aufgrund der hohen Abhängigkeit von der Umwelt tendenziell höher als bei Wachstumsbedürfnissen, bei denen das Individuum selbstgeleiteter agiert.
Der Autor sieht diesen als kritisch an, da er ein „High-Performance-System“ zulasten von Vertrauen und Integrität riskiert, was letztlich sowohl der Wirtschaft als auch der Gesellschaft langfristig schaden kann.
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