Seminararbeit, 2012
27 Seiten
1 Einleitung
2 August Hermann Francke
3 Der Pietismus
4 Interpretation der Predigt „Die Erlassung und Behaltung der Sünde“
5 August Hermann Franckes Sündenverständnis
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Sündenverständnis von August Hermann Francke anhand seiner Predigt „Die Erlassung und Behaltung der Sünde“ aus dem Jahr 1696. Ziel ist es, Franckes theologisches Verständnis von Sünde, Buße und Beichte im Kontext des zeitgenössischen Pietismus und des Berliner Beichtstuhlstreits aufzuarbeiten.
Interpretation der Predigt „Die Erlassung und Behaltung der Sünde“
Die Predigt „Die Erlassung und Behaltung der Sünde“ trug August Hermann Francke am 19. April 1696 im halleschen Stadtteil Glaucha vor. Er bezieht sich darin auf den Berliner Beichtstuhlstreit aus ebendiesem Jahr. Obwohl dieser Konflikt in Berlin stattfand, blieb Francke davon nicht ganz unberührt. Johann Kaspar Schade begann mit der Kritik an der Handhabung des protestantischen Beichtstuhls. Inspiriert und ermutigt durch Schades kritische Gedanken über das evangelische Beichtstuhlwesen, wollte auch Francke eine Reform durchsetzen, was ihm nach einer Prüfung durch die evangelische Kirche auch gelang.
In der Predigt vom 19. April 1696 beschreibt Francke den Umgang mit dem Beichtstuhl in der Gemeinde. Grundlage für die Predigt ist die Perikope über Jesu Bevollmächtigung an die Jünger, in Joh 20,19-23, über den Erlass und das Behalten von Sünde. Im Kern will Francke die Gemeinde zum wahren Beichten auffordern und übt dabei scharfe Kritik an der damaligen Beichtpraxis. Er wirft seinen Zuhörern vor den Besuch des Beichtstuhls als ein Werk zu betrachten, das sie von ihren Sünden befreit. Denn nicht der Gang zur Beichte ist die eigentliche Bekennung zur Sünde, sondern die wahrhaftige Reue, die Gott gegenüber gezeigt wird. Francke gibt vor, was sich die Menschen vor einer Beichte fragen sollten. Dabei geht es um wahre Gottesfurcht und die Liebe zu Gott, zu Jesus Christus und zur Welt. Auch sollte sich jeder fragen, ob er ein wahrer Christ ist und wo seine Prioritäten liegen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenstellung des Seminars zum Sündenverständnis von Francke ein und erläutert die Auswahl der Predigt vom 19. April 1696.
2 August Hermann Francke: Dieses Kapitel skizziert den Lebensweg und die prägenden Stationen des Theologen August Hermann Francke, von seiner Kindheit in Lübeck bis zu seinem Wirken in Halle.
3 Der Pietismus: Hier wird der Pietismus als Erneuerungs- und Frömmigkeitsbewegung innerhalb des 17. Jahrhunderts sowie dessen theologische Ansätze und soziale Auswirkungen beschrieben.
4 Interpretation der Predigt „Die Erlassung und Behaltung der Sünde“: Dieser Abschnitt analysiert die Predigt in vier inhaltlichen Schritten und arbeitet Franckes Kritik an der Beichtstuhlpraxis heraus.
5 August Hermann Franckes Sündenverständnis: Dieses Kapitel fasst das in der Predigt dargelegte Sündenbild zusammen und stellt den engen Zusammenhang von Sünde, Buße und Gnade dar.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Predigtanalyse zusammen und ordnet das Sündenverständnis in den pietistischen Kontext ein.
August Hermann Francke, Pietismus, Sündenverständnis, Beichtstuhlstreit, Buße, Bekehrung, Wiedergeburt, Gnade Gottes, Predigtanalyse, Laienpriestertum, Frömmigkeit, Sündhaftigkeit, Reformation, Theologie, Kirchengeschichte.
Die Arbeit analysiert das Sündenverständnis von August Hermann Francke anhand einer seiner Predigten und bettet diese in den historischen und theologischen Kontext des Pietismus ein.
Die zentralen Themen umfassen die Person Francke, das Wesen des Pietismus, die Kritik an der zeitgenössischen Beichtpraxis sowie die biblische Fundierung von Buße und Bekehrung.
Das Ziel ist die Erarbeitung von Franckes Sündenbegriff, insbesondere im Hinblick auf seinen Appell an die Gemeinde zu wahrhaftiger Reue statt oberflächlicher Beichtrituale.
Die Arbeit nutzt die Analyse und Interpretation einer Primärquelle (Predigttext) im Kontext der entsprechenden Literatur und historischer Rahmenbedingungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Einführung, eine Darstellung des Pietismus, die detaillierte Interpretation der Predigt vom 19. April 1696 sowie eine Zusammenfassung des Sündenverständnisses.
Wichtige Begriffe sind Pietismus, Bekehrung, Sündenverständnis, Beichtstuhl, Gnade und das biblische Verständnis des Laienpriestertums.
Francke sah in der damaligen Praxis eine gefährliche Oberflächlichkeit, bei der Menschen ihre Sünden „abluden“, ohne eine innerliche, wahrhaftige Reue zu empfinden.
Für Francke ist die Bekehrung ein zentraler Akt, bei dem der Mensch seine Sündhaftigkeit erkennt, diese vor Gott bekennt und durch den Glauben an Jesus Christus Vergebung erfährt.
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