Bachelorarbeit, 2011
33 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Das Phänomen Culture Jamming
2.1 Die Methodik des Culture Jamming
2.1.1 Grundprinzipien Verfremdung & Überidentifizierung
2.1.2 Die Techniken des Culture Jamming
2.2 Praxis des Culture Jamming
2.2.1 Übersicht Praxisformen
2.2.2 Gebrauchsart Adbusting/Subvertising
2.3 Culture Jamming als politisches Ausdrucksmittel
3. Rezeption & Wirkung des Adbusting Produkts
3.1 Erweitertes Kommunikationsmodell
3.2 Das Verhältnis von Original und Verfremdung/die gegebene Aufmerksamkeit
3.3 Die erhaltene Aufmerksamkeit
3.4 Der vorausgesetzte Wissensrahmen
3.5 Stilelemente Parodie & Bruch der Erwartungshaltung
3.6 Der übrigbleibende Dekodierungsspielraum
4. Unerwünschte Vereinnahmung und Nebenwirkungen von Adbusting
4.1 Anti-Werbung als integrierter Teil der Konsumwelt
4.2 (Nicht-)Reaktion der kritisierten Konzerne
4.3 Zusätzliche Aufmerksamkeit für die kritisierte Marke
4.4 Imitation der Adbusting Praktiken
5. Analyse praktischer Beispiele
5.1 Das Lidl-Prospekt von Attac
5.2 Absolute End
5.3 Arm sein ist Geil
5.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
6. Resümee
Die Arbeit untersucht die Funktionsweise und Wirkung von Adbusting als Form des Culture Jamming, mit dem Ziel zu analysieren, wie durch das kreative Umdeuten von Werbebotschaften Kritik an Konsumkapitalismus und Konzernpraktiken geübt wird und welche Reaktionen sowie Nebenwirkungen diese Strategien hervorrufen können.
3.1 Erweitertes Kommunikationsmodell
Christian Hartard hat zum Vonstattengehen der Kommunikation im Falle von Culture Jamming Produktionen ein Kommunikationsmodell entworfen, das sich an das grundlegende Encoding-Decoding-Modell von Stuart Hall anlehnt. Angelika Sutter hat das Modell von Hartard in ihrer Arbeit zu Culture Jamming adaptiert und erweitert (Sutter 2010, 78).
Das Modell basiert auf einem Sender-Empfänger Verhältnis. Der vom Sender gesendete Ursprungstext wird vom Culture Jammer ummantelt und zu Text 2 gemacht. Der Culture Jammer enkodiert den Ursprungstext neu, davor dekodiert er aber selbst den Ursprungstext – dies in einer oppositionellen Lesart. Diese ist der Hauptaspekt des Culture Jammings.
Zu den Lesarten: Im Zuge der Dekodierung des Textes wird für den Rezipienten eines Textes (bzw. einer Information) von der Möglichkeit dreier unterschiedlicher Lesarten ausgegangen: Die favorisierte Lesart bzw. der dominant-hegemonialen Ansatz, der eine Dekodierung im Sinne des Senders bedeutet; die ausgehandelten Lesart, die auf adaptiven und oppositionellen Elementen beruht; und die oppositionellen Lesart, bei der der Rezipient den Text zwar versteht, sich selbst aber gegensätzlich zur Intention des Senders lokalisiert. Dies ist die charakteristische Lesart des Ursprungstextes seitens der Culture Jammer (Sutter 2010, 65-66).
1. Einleitung: Diese Einführung definiert die zentralen Begriffe Adbusting und Culture Jamming und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der Funktionsweise und Wirkung dieser subversiven Technik.
2. Das Phänomen Culture Jamming: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, insbesondere die Techniken der Verfremdung und Überidentifizierung sowie verschiedene Praxisformen wie Subvertising.
3. Rezeption & Wirkung des Adbusting Produkts: Hier wird anhand eines erweiterten Kommunikationsmodells analysiert, wie Adbusting-Produkte wahrgenommen werden und welche Rolle der Wissensrahmen und Dekodierungsspielräume dabei spielen.
4. Unerwünschte Vereinnahmung und Nebenwirkungen von Adbusting: Das Kapitel behandelt das Risiko, dass Anti-Werbung als Lifestyle-Produkt vereinnahmt wird und wie Unternehmen auf subversive Kritik reagieren oder diese sogar imitieren.
5. Analyse praktischer Beispiele: Anhand konkreter Fälle (Attac-Lidl-Prospekt, Absolute End, Agenda 2010/Saturn) wird die praktische Anwendung und Wirkung von Adbusting visuell und inhaltlich untersucht.
6. Resümee: Das Schlusskapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und reflektiert über die Möglichkeiten und Grenzen von Adbusting als Mittel der gesellschaftlichen Kritik.
Adbusting, Culture Jamming, Subvertising, Konsumkritik, Markenimage, Verfremdung, Überidentifizierung, Rezeption, Kommunikationsmodell, Parodie, Globalisierungskritik, Konsumkapitalismus, Protest, Aufmerksamkeit, Sozialkritik.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der subversiven Methode des Adbusting, bei der kommerzielle Werbebotschaften gezielt verändert werden, um als Form des Culture Jamming Kritik an Unternehmen und dem Konsumkapitalismus zu äußern.
Die Arbeit beleuchtet die theoretischen Techniken des Culture Jamming, die Rezeption durch Konsumenten, die Gefahren der Vereinnahmung durch den Markt sowie die Wirksamkeit anhand von konkreten Fallbeispielen.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie geht Adbusting vor und welche Wirkung kann diese Vorgangsweise zeigen?
Die Autorin nutzt eine literaturbasierte Analyse theoretischer Konzepte sowie eine visuelle Analyse praktischer Beispiele, angelehnt an die dreiteilige Gliederung nach Panofsky.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Kommunikationsmodelle und Rezeptionsweisen, eine Untersuchung von Nebenwirkungen wie der Co-Optation durch die Werbeindustrie und eine detaillierte Analyse dreier spezifischer Adbusting-Beispiele.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Adbusting, Culture Jamming, Konsumkritik, Verfremdung, Überidentifizierung und die Problematik der Vereinnahmung durch kommerzielle Werbepraktiken definiert.
Während das Lidl-Prospekt durch konkrete Hintergründe und die Imitation der Ästhetik eine klare politische Kritik übt, wird das "Absolute End"-Plakat oft als Bestätigung des Kultstatus der Marke wahrgenommen, da die symbolische Darstellung zu abstrakt bleibt.
Adbusting läuft Gefahr, lediglich Teil der Konsumwelt zu werden, wenn es zur bloßen Lifestyle-Modeerscheinung verkommt oder wenn Unternehmen die subversiven Ästhetiken übernehmen, um durch den Überraschungseffekt eigene Werbezwecke zu verfolgen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

