Referat (Ausarbeitung), 2012
15 Seiten
1. Einführung in die Thematik
2. Formale Unterschiede
3. Inhaltliche Unterschiede
3.1 Die Figur der Medea
3.2. Andere inhaltliche und thematische Unterschiede
4. Ergebnisse des Vergleichs
Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedliche Darstellung des Medea-Mythos bei Euripides und Christa Wolf. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse formaler und inhaltlicher Divergenzen, insbesondere hinsichtlich der Charakterisierung Medeas sowie der Motivation und Ausführung zentraler Handlungsereignisse im Kontext gesellschaftlicher Machtstrukturen.
3.1 Die Figur der Medea
Medea wird bei Euripides und Wolf auf jeweils recht unterschiedliche Weise dargestellt, obwohl ihre Fähigkeiten und Taten, dank des ähnlichen Verlaufs der Geschichte, größere Gemeinsamkeiten haben. Die Unterschiede finden sich hauptsächlich in Motiven und den Charakterzügen ihrer Taten. Hinzukommt, dass Medea in „Medea. Stimmen“ auch Opfer von Gerüchten und erfundenen Geschichten wird, die ihren Ruf schädigen sollen. Im Drama des Euripides dagegen, gibt es nicht die Möglichkeit Gerüchte oder Gespräche außerhalb der Figur von Medea darzustellen, da diese immer Zentrum des Dramas ist und die anderen vorhandenen Charaktere nicht auf der Bühne untereinander interagieren, sondern lediglich mit ihr.
Einer der wesentlichsten Unterschiede zwischen den verschiedenen Versionen der Medea-Figur ist das Motiv des Kindermords. Während sie bei Euripides ihre Kinder tatsächlich eigenhändig umbringt (Planung des Mordes und seine Durchführung befinden sich zwischen den Versen 1062 – 1250)1, ist in dem Roman von Wolf der Tot der Kinder nicht Medeas Handlung „Tot. Sie haben sie (Medeas Kinder) [anm. des Verf.] ermordet. Gesteinigt [...]“2 sondern die der Korinther.
Diese zwei verschiedenen Darstellungen des Mythos sind zwei verschiedene Formen der Interpretation, die auf den Charakter von Medea zurückführen.
1. Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel stellt die beiden Werke vor und skizziert die grundlegenden Unterschiede in Handlung und Entstehungshintergrund.
2. Formale Unterschiede: Hier werden die strukturellen Divergenzen zwischen dem klassischen Drama des Euripides und dem in Stimmen gegliederten Prosaroman von Christa Wolf erläutert.
3. Inhaltliche Unterschiede: Dieses Kapitel analysiert tiefgreifend die variierenden Charakterisierungen der Medea-Figur sowie die spezifischen Rollenbilder und soziopolitischen Themen beider Werke.
3.1 Die Figur der Medea: Dieser Abschnitt konzentriert sich speziell auf die unterschiedliche Motivlage und Darstellung des Kindermords bei Euripides und Wolf.
3.2. Andere inhaltliche und thematische Unterschiede: Hier werden die Rollenverteilungen innerhalb der Gesellschaft und die Einflüsse von Machtstrukturen auf die Protagonisten beleuchtet.
4. Ergebnisse des Vergleichs: Das Schlusskapitel resümiert die Gründe für die Unterschiede und ordnet Medea als weibliche Heldin in ihrem jeweiligen historischen und gesellschaftlichen Kontext ein.
Medea, Euripides, Christa Wolf, Mythos, Patriarchat, Kindermord, Stimmen, Literaturvergleich, Prosaroman, antikes Drama, Geschlechterrollen, Korinth, Identität, Machtstruktur, Rezeption.
Die Arbeit vergleicht die antike Tragödie 'Medea' von Euripides mit dem modernen Prosaroman 'Medea. Stimmen' von Christa Wolf hinsichtlich ihrer inhaltlichen und formalen Unterschiede.
Zentrale Themen sind die Darstellung der Medea-Figur, das Aufbegehren gegen patriarchale Strukturen, die psychologische Tiefe der Charaktere sowie die historische und politische Kontextualisierung des Mythos.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und warum die beiden Autoren den gemeinsamen antiken Mythos unterschiedlich interpretieren und welche Bedeutung dies für das Bild der Medea hat.
Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Textanalyse, bei der sowohl formale Aspekte (Aufbau des Dramas vs. Monolog-Struktur des Romans) als auch inhaltliche Motive gegenübergestellt werden.
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Untersuchung der formalen Unterschiede, gefolgt von einer inhaltlichen Analyse der Medea-Figur und weiterer soziopolitischer Aspekte wie der Geschlechterrollen in Korinth.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Medea, Mythos, Patriarchat, Kindermord, Stimmen, Literaturvergleich und Geschlechterrollen.
Bei Euripides tötet Medea ihre Kinder eigenhändig aus Rache, während bei Christa Wolf der Kindermord als eine von den Korinthern begangene Tat dargestellt wird, um Medea als Sündenbock zu instrumentalisieren.
Die 'Stimmen' dienen als Kapitelstruktur, durch die verschiedene Charaktere in inneren Monologen ihre subjektive Sicht auf die Ereignisse wiedergeben und somit eine vielschichtige Remythisierung ermöglichen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

