Hausarbeit, 2012
18 Seiten, Note: 2,5
1. Historische Kontextualisierung und Fragestellung
2. Subkulturen in Polen
2.1. Solidarnosc
2.2. Orange Alternative und ihr Einfluss
2.3. MROK und szkola-Zeitschrift
3. Subkulturen in anderen sowjetischen Ländern
4. Konklusion der Fragestellung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle subkultureller Bewegungen in Zentraleuropa während der Umbruchphase 1988/89. Das primäre Ziel ist es, den Beitrag von Bürgerinitiativen, Künstlern und informellen Gruppierungen zu analysieren und deren Einfluss auf die „Friedliche Revolution“ sowie den anschließenden politischen Systemwechsel zu erörtern.
2.2 Orange Alternative und ihr Einfluss
Um die Art und Weise des Protestes und Widerstands in Polen in Form der echten Subkulturen darzustellen, werde ich als Beispiel die „Orange Alternative“ vorstellen, da sie als eine der außergewöhnlichsten, aber auch wichtigsten Bewegungen eine Vorreiterrolle ab der zweiten Hälfte der achtziger Jahre einnahm.
Begründer der Orange Alternative ist Waldemar 'Major' Fydrych. Frydrych bekam seinen Spitznamen 'Major' von seiner unfreiwilligen Zeit beim Militär als er die obligatorische Grundausbildung absolvierte und seinen vorgesetzten, als Oberst bezeichnete, während er sich selbst im Dienstrang eines Majors sah und mit einer dementsprechenden Uniform bereits bei der Musterung auftrat. Sein gespielter Enthusiasmus für das Militär, den er bis zur Übertreibung betrieb, brachte ihm die Unzurechnungsfähigkeit ein. Diese Anekdote spiegelt den Charakter und das Schaffen Fydrychs wieder, der diese Art des Sarkasmus auch auf seine Bewegung Orange Alternative übertrug.
Eine wichtige frühere Form des Protestes von Waldemar Fydrych war das „Elfen-“ oder „Zwergengraffiti“. Bei dieser Kunstform wurde ein Punkt an einer Mauer beziehungsweise Wand ausgewählt, wo die Polizei frühere Graffitis der Solidarnosc-Bewegung, die gegen die Regierung gerichtet waren, mit einfachen Farbklecksen übermalt hatte. Auf diesen Farbklecksen, die von der Szene als solche früherer Solidarnoscgraffits erkannt wurden, wurde wiederum ein Zwerg oder ein Elf gemalt oder auch gesprüht. Das Motiv des Elfen sollte die Harmlosigkeit der Figur darstellen, die die Regierung bedroht und der Punkt an dem das Graffiti gemalt wurde, war einerseits ein Zeichen der Solidarität mit der Solidarnosc und natürlich auch eine Gegenbewegung zur Polizei und ihrer simplen Art und Weise von dem Widerstand der Solidarnosc abzulenken. Aus dieser sich stetig wiederholenden Prozedur, weil die Polizei auch irgendwann anfing die Graffitis von Fydrych und seinen Anhängern als etwas zu identifizieren, was sich gegen die Regierung und ihre Arbeit richtete und diese wiederum zu übermalen, ergab sich ein Kampf um Wände und Mauern und den Platz darauf. Vor allem in den Ballungszentren wurde dieses gegenseitige Übermalen sehr intensiv betrieben.
1. Historische Kontextualisierung und Fragestellung: Das Kapitel erläutert die Krisensituation der Sowjetunion Ende der 1980er Jahre und den daraus resultierenden Druck auf die Satellitenstaaten, der den Grundstein für die Umbrüche legte.
2. Subkulturen in Polen: Hier wird der polnische Untergrund analysiert, wobei der Fokus auf dem friedlichen, künstlerisch inspirierten Widerstand liegt.
2.1. Solidarnosc: Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung der Gewerkschaft als einflussreiche Oppositionsbewegung, die durch Streiks maßgeblich zur Schwächung des Regimes beitrug.
2.2. Orange Alternative und ihr Einfluss: Der Text beleuchtet die „Performance-Bewegung“ unter Waldemar Fydrych, die durch absurden Humor und Symbole den staatlichen Kontrollapparat unterwanderte.
2.3. MROK und szkola-Zeitschrift: Diese Sektion kontrastiert radikalere Guerilla-Formationen mit der intellektuellen, auf Schüler und Bildung ausgerichteten Untergrundliteratur.
3. Subkulturen in anderen sowjetischen Ländern: Die Untersuchung wird auf die Ukraine, Tschechoslowakei und Slowenien ausgeweitet, um die Verbreitung ähnlicher Widerstandsmuster in anderen Regionen aufzuzeigen.
4. Konklusion der Fragestellung: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass die subkulturellen Bewegungen primär das gesellschaftliche Bewusstsein und die politische Kultur veränderten, was letztlich den Weg für freie Wahlen ebnete.
Revolution 1989, Subkultur, Solidarnosc, Orange Alternative, Perestrojka, Ostmitteleuropa, Widerstand, Performance-Bewegung, Kommunismus, Sozialismus, Samisdat, Zivilgesellschaft, Systemwechsel, Protestkultur, Friedliche Revolution.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von subkulturellen Gruppen und Bewegungen in osteuropäischen Staaten während des Zusammenbruchs des kommunistischen Systems in den Jahren 1988 bis 1990.
Im Zentrum stehen künstlerische Protestformen, der Aufbau von Gegenöffentlichkeiten durch Untergrundzeitschriften sowie die pazifistischen Widerstandsmethoden als Alternative zu gewaltsamen Umsturzversuchen.
Ziel ist es zu klären, inwieweit subkulturelle Bewegungen durch die Transformation der gesellschaftlichen Wahrnehmung und des politischen Klimas zur friedlichen Beendigung totalitärer Herrschaft in der Region beigetragen haben.
Es handelt sich um eine historische und soziologische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur sowie zeitgeschichtlichen Quellen basiert, um die Zusammenhänge zwischen informellem Widerstand und institutionellem Systemwechsel darzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung polnischer Subkulturen (wie der Orange Alternative) und einen vergleichenden Blick auf ähnliche Phänomene in der Ukraine, der Tschechoslowakei und Slowenien.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Friedliche Revolution", "Systemwechsel", "Orange Alternative", "Widerstand" und "Zivilgesellschaft" definiert.
Ihre Proteste zeichneten sich durch eine bewusste "Politiklosigkeit" aus, indem sie sarkastische Performances, absurde Symbole und Verkleidungen nutzten, um die Autorität des Staates lächerlich zu machen, ohne direkt angreifbare politische Ziele zu formulieren.
Die MROK verfolgte einen deutlich radikaleren, fast militanten Ansatz, der sich als Guerilla-Widerstand verstand und eine direkte Zerschlagung des Kommunismus forderte, was sie inhaltlich in einen Gegensatz zur eher spielerischen, subversiven Taktik der Orange Alternative brachte.
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