Hausarbeit, 2012
11 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 „Interview“ – eine Begriffsbestimmung
2.2 Das biografische Interview
2.2.1 Ursprung
2.2.2 Abgrenzung zum narrativen Interview
2.2.3 Abschnitte
2.3 Die Textsorten im biografischen Interview
2.3.1 „Textsorte“ – eine Begriffsbestimmung
2.3.2 Erzählung
2.3.3 Beschreibung
2.3.4 Argumentation
3. Fazit
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die methodische Ausgestaltung des biografischen Interviews zu analysieren und präzise von anderen Interviewformen der qualitativen Sozialforschung, insbesondere dem narrativen Interview, abzugrenzen. Dabei wird untersucht, wie unterschiedliche Textsorten innerhalb eines biografischen Interviews strukturiert sind und welche Funktionen sie für die Identitätsrekonstruktion erfüllen.
2.2.3 Abschnitte
Bevor jedoch die einzelnen Textsorten und ihre Funktionen genauer betrachtet werden, werden zunächst die drei Abschnitte eines biografischen Interviews nach Schütze dargestellt: Eingangserzählung, narrativer Nachfrageteil, argumentativ-beschreibender Fragteil.
Die Eingangserzählung stellt dabei den ersten Abschnitt des Interviews dar und wird durch eine „autobiographisch orientierte Erzählaufforderung“ (Schütze, 1983, S. 285, zit.nach : Nohl, 2006, S. 24) eingeleitet. Wie schon unter Punkt 2.2.2 erwähnt, steht hier die gesamte Biografie als auch bestimmte Lebensabschnitte wie die Partnerwahl oder ähnliches im Vordergrund. Die „autobiografische Erzählaufforderung“ (ebd.) ist dabei so formuliert, dass sie den Interviewten bittet, von sich und seiner Lebensgeschichte zu erzählen. Daraufhin folgt die „autobiographische Anfangserzählung“(ebd.), welche laut Schütze durch den Forscher nicht unterbrochen werden darf, sofern die Lebensgeschichte Gegenstand der Erzählung ist und verständlich durchgeführt wird.
Der zweite Abschnitt wird durch den narrativen Nachfrageteil bestimmt. Hier werden „bereits angesprochene Themen erneut nachgefragt und auf diese Weise vertieft.“ (Nohl, 2006, S.24). Bedeutsam hierfür ist, dass Erzähltes durch den Forscher wieder aufgegriffen wird und der Interviewte somit Stellen, die bei der Anfangserzählung nicht beendet wurden, vervollständigen kann (Schütze, 1983, S. 285, zit.nach : Nohl, 2006, S. 25). Die unvollständigen Stellen der Anfangserzählung sind dabei auf verschiedene Gründe zurückzuführen. Der Befragte kann diese Stellen der Erzählung als unwichtig eingeschätzt haben oder vermeidet sie, da sie mit schmerzlichen Erinnerungen verbunden sind.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Biografieforschung sowie die Notwendigkeit, das biografische Interview als spezifische Methode näher zu definieren.
2. Hauptteil: Der Hauptteil umfasst die theoretische Begriffsbestimmung des Interviews, die methodische Herleitung des biografischen Ansatzes sowie die detaillierte Analyse der darin vorkommenden Textsorten.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der Erzählung für die Identitätskonstruktion zusammen und reflektiert kritisch über die Anwendbarkeit von Schützes Konzept der Erzählzwänge.
Biografieforschung, biografisches Interview, narratives Interview, qualitative Sozialforschung, Interviewformen, Erzählung, Textsorte, Eingangserzählung, Erzählzwänge, Identitätsrekonstruktion, Beschreibung, Argumentation, Sozialwissenschaften, qualitative Forschung, Methodik
Die Arbeit untersucht die methodische Gestaltung und die verschiedenen Interviewformen innerhalb der qualitativen Biografieforschung, mit einem speziellen Fokus auf das biografische Interview.
Zu den zentralen Themen gehören die Abgrenzung zum narrativen Interview, die Struktur des biografischen Interviews sowie die Analyse der verschiedenen Textsorten, die in einem solchen Interview auftreten.
Das Ziel ist es, das biografische Interview methodisch präzise zu bestimmen, seine Abläufe zu systematisieren und die Bedeutung der darin enthaltenen Textsorten für die Forschung darzulegen.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Literaturanalyse bestehender Konzepte und Definitionen aus der qualitativen Sozialforschung.
Der Hauptteil beleuchtet zunächst den Begriff „Interview“, analysiert dann den Ursprung und die Abschnitte des biografischen Interviews und definiert abschließend die Textsorten Erzählung, Beschreibung und Argumentation.
Wichtige Begriffe sind Biografieforschung, biografisches Interview, Identitätsrekonstruktion, Erzählzwänge und qualitative Sozialforschung.
Legewie sieht das narrative Interview als eine strenge, spezifische Form, während das biografische Interview eher als Sammelbegriff fungiert, der flexibler auf verschiedene Lebensphasen oder die gesamte Biografie angewendet werden kann.
Erzählzwänge bezeichnen Mechanismen wie den Detaillierungszwang, den Gestaltschließungszwang sowie den Relevanzfestlegungs- und Kondensierungszwang, die den Erzähler dazu anhalten, seine Lebensgeschichte strukturiert und inhaltlich gehaltvoll darzulegen.
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