Magisterarbeit, 2010
106 Seiten
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehen und Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen und Management von Corporate Citizenship
2.1 Annäherung an den Untersuchungsgegenstand und Begriffsdefinition
2.1.1 Abgrenzung zwischen Corporate Citizenship und Corporate Social Responsibility
2.2 Die Entwicklung von Corporate Citizenship in den USA und Europa
2.3 Motive für bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen
2.4 Corporate Citizenship im Wandel wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen des 21. Jahrhunderts
2.4.1 Steuerungsverlust von Nationalstaaten
2.4.2 Bedeutungszunahme von Unternehmen
2.4.3 Veränderung der Beziehung zwischen Wirtschaft und Gesellschaft
2.5 Ziele und Nutzenpotenziale von Corporate Citizenship
2.5.1. Der Business Case: Nutzenpotenziale für Unternehmen
2.5.1.1 Öffentlichkeitsbezogene Vorteile
2.5.1.2 Personalbezogene Vorteile
2.5.1.3 Absatzbezogene Vorteile
2.5.2 Der Social Case: Nutzenpotenziale für Gemeinwohlorganisation und Gesellschaft
2.6 Strategische Ausrichtung von Corporate Citizenship-Aktivitäten
2.7. Systematisierung und Instrumentarium von Corporate Citizenship-Aktivitäten
2.7.1 Der Aktivitäten-Raum von Corporate Citizenship
2.7.2 Corporate Citizenship - Instrumente
2.7.2.1 Corporate Giving
2.7.2.2 Corporate Volunteering
2.7.2.3 Innovative Engagementformen und Instrumente
2.8 Initiativen zur Verbreitung und Unterstützung von Corporate Citizenship
2.8.1 CSR Europe
2.8.2 UN Global Compact
2.9 Probleme und Grenzen von Corporate Citizenship
3. Bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen in Großbritannien
3.1 Entwicklung und Rahmenbedingungen des bürgerschaftlichen Engagements britischer Unternehmen
3.2 Verständnis des Corporate Citizenship-Begriffs in Großbritannien
3.3 Triebkräfte von unternehmerischem bürgerschaftlichem Engagement in Großbritannien
3.3.1 Die britische Regierung
3.3.2 Das britische Königshaus
3.3.3 Zivilgesellschaftliche Akteure und Organisationen
3.3.4 Auszeichnungen und Standards
4. Bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen in Deutschland
4.1 Rahmenbedingungen und Ausgangslage für unternehmerisches bürgerschaftliches Engagement in Deutschland
4.2 Merkmale der praktischen Umsetzung des bürgerschaftlichen Engagements deutscher Unternehmen
4.3 Deutsche Organisationen zur Unterstützung von bürgerschaftlich engagierten Unternehmen
4.3.1 Unternehmen: Partner der Jugend
4.3.2 Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement
4.4 Herausforderungen und Handlungsperspektiven für bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen in Deutschland
4.4.1 Politik und Staat
4.4.2 Unternehmen
4.4.3 Partner der Zusammenarbeit
4.4.4 Mittlernetzwerke und Beratungsorganisationen
5. Abschlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Konzept des Corporate Citizenship (CC) und analysiert, wie Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung strategisch in ihr Geschäftsmodell integrieren können. Angesichts der globalen Veränderungen und der schwindenden Steuerungsfähigkeit des Staates dient Großbritannien als Modellregion für "Best Practice", um Handlungsperspektiven für die deutsche Unternehmenslandschaft abzuleiten.
2.4.1 Steuerungsverlust von Nationalstaaten
Seit Anfang der 1990er Jahre vollzieht sich ein Wandel in der Bedeutung von Sozial- und Wohlsfahrtstaaten. Dieser bezieht sich in erster Linie nicht auf den staatlichen Aufgabenbestand, sondern vor allem auf die abnehmende Steuerungsfähigkeit und Gestaltungsmacht des Staates zur Lösung sozialer und ökologischer Probleme (vgl. Backhaus-Maul 2008, S.18; Schrader 2003, S.71). Bereits 1995 stellen Westebbe/Logan fest:
„Die Leistungen des Staates […] werden zunehmend als unzureichend empfunden […]. Die weltweit entstehenden Probleme gewinnen in einem solchen Maße an Komplexität, daß der Staat allein zu ihrer Bewältigung nicht in der Lage ist. Diese Entwicklung wird dadurch verschärft, daß die finanziellen Ressourcen des Staates nicht mit den Problemen wachsen und daß er durch demokratische Strukturen, politische Rücksichten und verwaltungsrechtliche Vorschriften oft an flexiblem Handeln gehindert ist.“ (Westebbe/Logan 1995, S.11)
Diese Entwicklung hat sich bis heute fortgesetzt. Die öffentlichen Haushalte der meisten westlichen Industrienationen sind von einer strukturellen Finanzschwäche geprägt (vgl. Heuberger/Lang 2006, S.24, Schrader 2003, S.71). Dies läuft nicht zuletzt darauf hinaus, dass die Möglichkeiten des Staates, der Bevölkerung die sozialen Bürgerrechte, wie Bildung, Gesundheit, soziale Sicherung etc., zu garantieren deutlich eingeschränkt werden. Ferner wird auch Kritik an der momentanen Aufgabenerfüllung des Sozialstaates geäußert. Zu dieser gesellt sich eine geringe Bereitschaft von Bürgern und Wirtschaft, die Ausgaben von Steuergeldern für die Lösung gesellschaftlicher Probleme noch weiter zu erhöhen (vgl. Schrader 2003, S.71f.; Lang/Solms Nebelung o.J., S.14). Die abnehmende Bedeutung, die Nationalstaaten zugemessen wird, ist ebenfalls gekennzeichnet durch die deutlich gesunkene Fähigkeit von Staaten, das Handeln von Unternehmen im Sinne des Gemeinwohls zu beeinflussen. In Folge der Globalisierung der Weltwirtschaft sind Unternehmen weitestgehend unabhängig von ihren Produktionsstandorten geworden. So können sie die Standorte, welche ihnen die besten Produktionsbedingungen bieten, in den meisten Fällen frei auswählen und dadurch, im Falle einer Erhöhung von Steuern und Abgaben mit dem Verlassen ihres angestammten Standortes drohen.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Corporate Citizenship und Erläuterung des Aufbaus der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen und Management von Corporate Citizenship: Detaillierte Darstellung der Definitionen, Motive und strategischen Ansätze sowie der Bedeutung des gesellschaftlichen Wandels.
3. Bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen in Großbritannien: Untersuchung der historischen Entwicklung und der spezifischen Triebkräfte im britischen Kontext.
4. Bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen in Deutschland: Analyse der aktuellen deutschen Rahmenbedingungen, Herausforderungen und der Akteurslandschaft.
5. Abschlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion von Handlungsperspektiven für die deutsche Praxis.
Corporate Citizenship, Bürgerschaftliches Engagement, Corporate Social Responsibility, CSR, Unternehmenskultur, Strategisches Management, Business Case, Social Case, Großbritannien, Deutschland, NGO, Public Private Partnership, Stakeholder, Nachhaltige Entwicklung, Philanthropie.
Die Arbeit analysiert das Konzept des Corporate Citizenship (bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen) und bewertet dessen Rolle bei der Lösung gesellschaftlicher Probleme unter Berücksichtigung strategischer Unternehmensinteressen.
Zentrale Felder sind die theoretische Definition von CC, die Bedeutung unternehmerischer Strategien, der Einfluss der Globalisierung sowie der Vergleich zwischen Deutschland und Großbritannien als "Best Practice"-Beispiel.
Ziel ist es, den Handlungsbedarf für deutsche Unternehmen aufzuzeigen und durch den Abgleich mit britischen Strategien konkrete Perspektiven für eine professionellere und strategisch sinnvollere Ausgestaltung von CC-Aktivitäten zu entwickeln.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie die Auswertung relevanter qualitativer und quantitativer Studien, um den Status quo und Entwicklungsmöglichkeiten zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Kapitel 2), eine detaillierte Analyse der britischen Engagement-Kultur (Kapitel 3) und eine umfassende Untersuchung der deutschen Situation sowie potenzieller Handlungsempfehlungen (Kapitel 4).
Corporate Citizenship, bürgerschaftliches Engagement, CSR, strategische Ausgestaltung, Business Case, gesellschaftliche Verantwortung und internationaler Best-Practice-Vergleich.
Großbritannien gilt in Europa als Vorreiter im Bereich Corporate Citizenship, da dort seit Jahrzehnten eine enge Zusammenarbeit zwischen Regierung, Wirtschaft und NGOs existiert und professionelle Standards wie der "CommunityMark" etabliert wurden.
Die Arbeit identifiziert als Hauptproblem, dass CC in Deutschland oft noch als rein philanthropisches, "un-strategisches" Engagement verstanden wird und die systematische Verknüpfung mit der Geschäftsstrategie und die professionelle Erfolgsmessung oft fehlen.
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