Lizentiatsarbeit, 2003
68 Seiten, Note: 5,8 (CH = sehr gut)
Einführung
A. Grundlagen des Liquiditätsrisikos
I. Begriffliche Grundlagen
1. Begriff der Liquidität
2. Originäre Liquiditätsrisiken
3. Derivative Liquiditätsrisiken
II. Das bankbetriebliche Liquiditätsrisiko
1. Exogene Einflussfaktoren
2. Endogene Einflussfaktoren
3. Arten von Zahlungsströmen im Bankgeschäft
III. Liquiditätstheorien und die Normen der Bankaufsicht
1. Liquiditätstheoretische Ansätze
2. Grundsatz II des deutschen BaFin
3. Empfehlungen des Basler Ausschusses
B. Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken
I. Basisinstrumente der Liquiditätsrisikomessung
1. Liquiditätskoeffizienten
2. Ergänzende Risiko-Strukturkennzahlen
3. Liquiditätsduration
II. Die Liquidity at Risk
1. Aufstellen der Zahlungsströme
2. Herleitung der Liquidity at Risk
3. Darstellung anhand eines Beispiels
III. Messung des objektbezogenen Marktliquiditätsrisikos
1. Die Geld-Brief-Spanne als Maßgröße der Marktliquidität
2. Das exogene Marktliquiditätsrisiko
3. Das endogene Marktliquiditätsrisiko
C. Liquiditätsrisikosteuerung
I. Ziele der Liquiditätsrisikosteuerung
1. Optimierung der expected Liquidity
2. Reduzierung der unexpected Liquidity
3. Senkung der Strafkosten
II. Maßnahmen der Liquiditätsrisikosteuerung
1. Risikovermeidung und -begrenzung
2. Risikostreuung
3. Risikoabwälzung
4. Risikovorsorge
III. Aufbau eines Planungs- und Kontrollsystems
1. Planung
2. Kontrolle
3. Reporting
Fazit
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Liquiditätsrisikomanagement in Banken. Ziel ist es, die wachsende Bedeutung dieses Risikobereiches aufzuzeigen und ein modernes, wissenschaftlich fundiertes System zur Messung sowie Steuerung von Liquiditätsrisiken zu entwickeln, welches über einfache statische Normen hinausgeht.
3. Arten von Zahlungsströmen im Bankgeschäft
Abhängig von den Bilanzpositionen sowie dem außerbilanziellen Geschäft ergeben sich die Zahlungsströme, deren möglichst genaue Prognose für das Liquiditätsmanagement unabdingbar ist. Dabei gilt es bei Banken gegenüber Industrieunternehmen die im Allgemeinen erhöhte Unsicherheit zu beachten.
Die Einteilung kann, wie von Wagner et al. vorgeschlagen, auf Basis der beiden Faktoren Betrag und Zeitpunkt erfolgen, welche jeweils bekannt oder unbekannt sein können. Es ergeben sich somit, wie in Abbildung 2 gezeigt, vier Kategorien von Zahlungsströmen.
Zahlungsströme der Kategorie I, bei welchen sowohl Betrag, als auch Zeitpunkt bekannt sind, werden als deterministische Zahlungsströme bezeichnet. Beispielhaft zu nennen sind in diesem Zusammenhang, sofern man von Ausfall- und anderen externen Risiken absieht, Zins- und Tilgungszahlungen aus Krediten sowie Kupon-Zahlungen aus Bonds.
Unter Kategorie II findet man beispielsweise eine Europäische Option, bei welcher der Auszahlungsbetrag im Voraus ungewiss, der Auszahlungszeitpunkt aber fix ist. Diese Zahlungsströme sind zusammen mit jenen in den Kategorien III und IV als nicht deterministisch, beziehungsweise stochastisch zu bezeichnen. Um Zahlungsströme der Kategorie II berücksichtigen zu können, ist die Modellierung des Zahlungsbetrages von Nöten.
A. Grundlagen des Liquiditätsrisikos: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Liquidität sowie Liquiditätsrisiko und erörtert die Bedeutung bankbetrieblicher Faktoren sowie aufsichtsrechtlicher Normen.
B. Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken: Hier werden Instrumente wie Liquiditätskoeffizienten, die Liquidity at Risk sowie Marktliquiditätsrisiken eingehend analysiert und auf ihre Eignung hin bewertet.
C. Liquiditätsrisikosteuerung: Das abschließende Hauptkapitel widmet sich der praktischen Steuerung, der Risikovorsorge sowie dem Aufbau eines integrierten Planungs- und Kontrollsystems für Banken.
Liquiditätsrisiko, Liquiditätsmanagement, Liquidity at Risk, Banksteuerung, Fristentransformation, Marktliquidität, Risikosteuerung, Zahlungsströme, Asset Liability Management, Bankaufsicht, Grundsatz II, Risikostreuung, Notfallplanung, Reporting.
Die Arbeit analysiert das Liquiditätsrisikomanagement in Banken vor dem Hintergrund zunehmender Marktvolatilität und regulatorischer Anforderungen, um effektive Mess- und Steuerungsinstrumente aufzuzeigen.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Liquiditätsrisiken, moderne Methoden zu deren Messung (wie Liquidity at Risk) und die praktische Umsetzung einer aktiven Risikosteuerung.
Das primäre Ziel ist es, ein komplexeres, dynamisches System zur Quantifizierung und Steuerung von Liquiditätsrisiken zu skizzieren, das über statische aufsichtsrechtliche Kennzahlen hinausgeht.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen, die formale Herleitung mathematischer Modelle (z.B. aus der Portfoliotheorie) und die Darstellung anhand von vereinfachten Anwendungsbeispielen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Messmethoden für Liquiditätsrisiken (inklusive Marktliquidität) und Strategien zur Risikosteuerung wie Risikovermeidung, -streuung und -vorsorge.
Die wichtigsten Schlagworte sind Liquiditätsrisiko, Liquidity at Risk, Asset Liability Management, Risikostreuung und Bankaufsicht.
Der Autor stellt dar, dass klassische Ansätze, wenn sie nicht für Liquiditätsrisiken modifiziert werden, das Risiko bei großen Volumina oder in volatilen Märkten oft erheblich unterschätzen.
Da sich Liquiditätskrisen heute extrem schnell entwickeln (oft in Stunden statt Tagen), sind operativ ausgearbeitete Notfallpläne laut Autor zwingend erforderlich, um bei Marktteilnehmern das Vertrauen in die Finanzstabilität zu wahren.
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