Magisterarbeit, 2009
93 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffserklärungen und Theorieoptionen in der gegenwärtigen Debatte um die Willensfreiheit
3. Epikur
3.1. Lustlehre Epikurs
3.2. Epikurs Naturphilosophie
3.2.1. Die παρενκλισισ -Lehre
3.2.1.a. Herkunft der Lehre
3.2.1.b. Inhalt der Lehre
3.3. Clinamen und Freiheit
3.3.1. Epikur als Libertarier: Jeffrey S. Purinton
3.3.1.a. Bewertung der Interpretation Purintons
3.3.2. Identität von clinamen und Willensakt: Ernst A. Schmidt
3.3.2.a. Bewertung der Interpretation Schmidts
3.3.3. Clinamen und Charakterentwicklung: Susanne Bobzien
3.3.3.a. Bewertung der Interpretation Bobziens
3.3.4. Clinamen und Fatum: Tim O’Keefe
3.3.4.a. Bewertung der Interpretation O’Keefes
3.4. Zusammenfassung
4. Luthers Lehre vom unfreien Willen
4.1. Luther und Epikur
4.2. Der Problemhorizont in Luthers Denken
4.3. Die Position des Erasmus in De libero arbitrio
4.4. Die Lehre vom unfreien Willen bei Luther
4.4.1. Stellenwert der Frage nach dem freien Willen
4.4.2. Vertritt Luther einen Determinismus?
4.4.3. Gott- und Weltbezug
4.4.4. Spontaneität
4.4.5. Entschiedenheit und Unveränderlichkeit des Willens
4.4.6. Ruhelosigkeit
4.4.7. Sprachanalytische Rekonstruktion der Aussagen Luthers
4.5. Zusammenfassung
4.6. Konsequenzen dieser Lehre
5. Schluss: Vergleich und Einordnung der Positionen Epikurs und Luthers
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Freiheitskonzepte von Epikur und Luther detailliert darzustellen und in die gegenwärtige Debatte um die Willensfreiheit einzuordnen, um zu klären, wie diese Denker das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Determinismus auflösten.
Text von DRN II 253-293
Denique si semper motu conectitur omnis et vetere exoritur <semper> novus ordine certo nec declinando faciunt primordia motus principium quoddam, quod fati foedera rumpat, ex infinito ne causam causa sequatur, 255 libera per terras unde haec animantibus exstat, unde est haec, inquam, fatis avulsa voluntas, per quam progredimur quo ducit quemque voluptas, declinamus item motus nec tempore certo nec regione loci certa, sed ubi ipsa tulit mens? 260 nam dubio procul his rebus sua cuique voluntas principium dat et hinc motus per membra rigantur.
nonne vides etiam patefactis tempore puncto carceribus non posse tamen prorumpere equorum vim cupidam tam de subito quam mens avet ipsa? 265 omnis enim totum per corpus materiai copia conciri debet, concita per artus omnis ut studium mentis conixa sequatur; ut videas initum motus a corde creari ex animique voluntate id procedere primum, 270 inde dari porro per totum corpus et artus.
nec similest ut cum impulsi procedimus ictu viribus alterius magnis magnoque coactu. nam tum materiem totius corporis omnem 275 perspicuumst nobis invitis ire rapique, donec eam refrenavit per membra voluntas. iamne vides igitur, quamquam vis extera multos pellat et invitos cogat procedere saepe praecipitesque rapi, tamen esse in pectore nostro 280 quiddam quod contra pugnare obstareque possit? cuius ad arbitrium quoque copia materiai cogitur interdum flecti per membra per artus et proiecta refrenatur retroque residit.
quare in seminibus quoque idem fateare necessest, esse aliam praeter plagas et pondera causam 285 motibus, unde haec est nobis innata potestas, de nilo quoniam fieri nil posse videmus. pondus enim prohibet ne plagis omnia fiant externa quasi vi; sed ne mens ipsa necessum 290 intestinum habeat cunctis in rebus agendis et devicta quasi cogatur ferre patique, id facit exiguum clinamen principiorum nec regione loci certa nec tempore certo.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der menschlichen Willensfreiheit zwischen determinierter Welt und der Erfahrung persönlichen Anderskönnens.
2. Begriffserklärungen und Theorieoptionen in der gegenwärtigen Debatte um die Willensfreiheit: Klärung zentraler Begriffe wie Handlungs- und Willensfreiheit sowie Typisierung der verschiedenen Determinismus- und Freiheitskonzepte.
3. Epikur: Darstellung der atomistischen Naturphilosophie und der ethischen Zielsetzung Epikurs, sowie Diskussion des "clinamen" als Freiheitsgarant in verschiedenen Interpretationsansätzen.
4. Luthers Lehre vom unfreien Willen: Untersuchung von Luthers theologischem Determinismus und seinem Menschenbild, wobei der unfreie Wille als Korrelat zur Rechtfertigungslehre "sola gratia" analysiert wird.
5. Schluss: Vergleich und Einordnung der Positionen Epikurs und Luthers: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Einordnung beider Denker in die Gruppe der Inkompatibilisten sowie Ausblick auf die Bedeutung ihrer Ansätze.
Willensfreiheit, Determinismus, Epikur, Luther, Clinamen, De servo arbitrio, Inkompatibilismus, Handlungsfreiheit, Theologischer Determinismus, Naturphilosophie, Verantwortung, Selbstgewissheit, Atomismus, Kontingenz, Fatum.
Die Arbeit untersucht das Verständnis von Freiheit und Willen bei den Denkern Epikur und Luther und analysiert, wie diese ihre Positionen gegen deterministische Weltbilder verteidigen.
Die zentralen Themen umfassen die Willensfreiheit, den Determinismus (sowohl naturphilosophisch als auch theologisch), die Rolle der Vernunft sowie die Bedeutung von Verantwortung und moralischer Praxis.
Das Ziel ist es, Epikurs und Luthers Freiheitskonzepte präzise darzulegen, deren Argumente kritisch zu bewerten und sie in den Kontext aktueller philosophischer Debatten einzuordnen.
Es handelt sich um eine philosophische und theologische Analyse, die primäre Quellentexte Epikurs und Luthers interpretiert und diese mit modernen wissenschaftlichen Diskursen und Interpretationen vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Epikurs atomistischer Naturphilosophie inklusive des "clinamen" und eine detaillierte Analyse von Luthers Schrift "De servo arbitrio" vor dem Hintergrund seiner Rechtfertigungstheologie.
Willensfreiheit, Determinismus, Inkompatibilismus, Epikur, Luther, Clinamen, Handlungsfreiheit und theologische Verantwortung.
Epikur nutzt das "clinamen" nicht zur Etablierung eines bloßen Zufalls bei jeder Handlung, sondern als notwendige Bedingung für atomare Interaktion, um ein mechanistisches Weltbild und die moralische Verantwortung zu stützen.
Luther leugnet die Willensfreiheit, da er von einem theologischen Determinismus ausgeht, bei dem der Mensch im Hinblick auf sein Heil vollständig von Gottes Gnade ("sola gratia") abhängig ist, womit eigenmächtige menschliche Beiträge zum Heil ausgeschlossen sind.
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