Bachelorarbeit, 2011
42 Seiten, Note: 1,7
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
2. Zwei Lebensgeschichten, ein Motiv
2.1. Ernst Theodor Amadeus Hoffmann
2.2. Fjodor Michailowitsch Dostojewski
2.3. Hoffmann, Dostojewski und die Spielsucht
3. E.T.A. Hoffmann: Spieler-Glück
3.1. Die Handlung
3.2. Erzählabsicht und Wirkung
3.3. Sprache und Erzählstruktur
4. Fjodor Dostojewski: Der Spieler
4.1. Die Handlung
4.2. Erzähl- und Spielerstruktur
5. „Spieler-Glück“ und „Der Spieler“ im Vergleich
5.1. Das Spiel und seine Spieler
5.2. „Glückliche“ Spielleidenschaft und Abhängigkeit
5.3. Zwei „Arten“ von Spielern
5.4. Das „Spiel der Fantasie“
5.5. Der Geschlechter-Code
6. Fazit
Die Arbeit analysiert und vergleicht das Motiv der Spielsucht in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Spieler-Glück“ und Fjodor Dostojewskis Roman „Der Spieler“, wobei sie sowohl Parallelen in der Darstellung der Leidenschaft als auch Unterschiede in der literarischen Umsetzung und dem biografischen Kontext der Autoren herausarbeitet.
3.1. Die Handlung
Zu den bis heute nachwirkenden Erfindungen der europäischen Romantik gehört die Spielergeschichte. Zwar wird das Motiv des Spielers schon früher viel behandelt, doch eher in Dramen und Traktaten, die vor den Gefahren der Spielleidenschaft warnen. Zum Zentrum erzählender Fiktion wird der Spieler erst in der Romantik und vor allem in der französischen und russischen Literatur. Hoffmanns Erzählung kann man in seiner Gattung als Gründungsurkunde der Thematik sehen. Um genauer auf den Text eingehen zu können, liegt es nahe, ihn kurz zusammenzufassen.
Der Serapionsbruder Theodor erzählt von einer „wirkliche[n] Begebenheit“ (SG 856), die sich in Pyrmont, einem Badeort, zugetragen hat. „Wer weiß es nicht, daß, zumal zur Badezeit an Badeörtern […] der anziehende Zauber des Spiels unwiderstehlich wird.“ (SG 856).
Die erste Figur der Erzählung ist der Baron Siegfried. Dieser kann keinerlei Begeisterung für Glücksspiele aufbringen, sondern zieht es vor, sich „auf einsamen Spaziergängen“ dem „Spiel seiner Phantasie“ hinzugeben, „oder auf dem Zimmer dieses, jenes Buch zur Hand zu nehmen […]“ (SG 857). Dass ihn die Spielkarten nicht reizen, wird ihm als Geiz ausgelegt, da sich herumgesprochen hat, dass der Baron ein vom Glück gesegneter Mensch ist. Um sich von diesem Urteil freizusprechen, beschließt er, doch eine Spielbank zu besuchen, „mit dem festen Vorsatz […] zu verlieren“ (SG 858).
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die beiden Werke vor und skizziert die Forschungsfrage, die sich mit der literarischen Verarbeitung der Spielsucht bei Hoffmann und Dostojewski befasst.
2. Zwei Lebensgeschichten, ein Motiv: Dieses Kapitel untersucht die Biografie der beiden Autoren und ihre persönliche Berührung mit dem Glücksspiel als Quelle für ihre literarischen Arbeiten.
3. E.T.A. Hoffmann: Spieler-Glück: Hier werden die Handlung, die Erzählabsicht sowie die erzählerische Struktur von Hoffmanns Erzählung detailliert analysiert.
4. Fjodor Dostojewski: Der Spieler: Das Kapitel bietet eine Inhaltsangabe sowie eine Untersuchung der erzählerischen und spielstrukturellen Aspekte in Dostojewskis Roman.
5. „Spieler-Glück“ und „Der Spieler“ im Vergleich: Ein komparativer Teil, der die verschiedenen Aspekte wie Spielertypen, Abhängigkeit, Fantasie und Geschlechterrollen in beiden Werken gegenüberstellt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Bedeutung der Spielsucht als zeitloses Motiv in der Literatur.
Spielsucht, E.T.A. Hoffmann, Fjodor Dostojewski, Spieler-Glück, Der Spieler, Glücksspiel, Literaturanalyse, Romantik, Spielmechanik, Abhängigkeit, Fantasie, Motivvergleich, Roulette, Farospiel, Psychologie des Spielers.
Die Arbeit untersucht das literarische Motiv der Spielsucht und vergleicht dazu die Erzählung „Spieler-Glück“ von E.T.A. Hoffmann mit dem Roman „Der Spieler“ von Fjodor Dostojewski.
Im Zentrum stehen die psychologische Darstellung des Suchtverhaltens, die erzählerischen Strukturen der Werke sowie die autobiografischen Parallelen der Autoren zum Thema Glücksspiel.
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der literarischen Ausgestaltung der Spielsucht herauszuarbeiten und zu zeigen, wie beide Autoren das Motiv als Spiegel menschlicher Abgründe und gesellschaftlicher Bedingungen nutzen.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär textimmanente Interpretationen mit biografiegeschichtlichen und komparativen Ansätzen verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der Autoren und ihrer Werke, gefolgt von einer detaillierten Analyse der jeweiligen Erzählstrukturen und einer vergleichenden Betrachtung verschiedener Motive wie „Spielertypen“ und „Geschlechter-Code“.
Wichtige Begriffe sind Spielsucht, Glücksspiel, Literaturanalyse, Motivvergleich und die spezifischen Werktitel der beiden behandelten Autoren.
Die Arbeit zeigt auf, dass beide Autoren eigene Erfahrungen oder Beobachtungen mit dem Spiel in ihre Texte einfließen ließen, wobei dies bei Dostojewski stärker als direkter Bewältigungsversuch der eigenen Sucht gewertet wird.
Hier wird untersucht, wie Männer und Frauen in den Erzählungen als Spieler oder als mahnende bzw. treibende Kräfte dargestellt werden und welche Rolle die männliche Dominanz an den Spieltischen spielt.
Das „Spiel der Fantasie“ wird als Gegenpol zum realen Glücksspiel betrachtet; die Arbeit analysiert, wie Hoffmann den Dichter als „echten Spieler“ definiert, der im Gegensatz zum rein gewinnsüchtigen Suchtspieler steht.
Die Autorin resümiert, dass beide Werke durch die Einbettung der Spielsucht in komplexe erzählerische Strukturen zeitlose Qualität besitzen und als Sinnbild der Suche nach Intensität in einer oft unbefriedigenden Realität dienen.
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