Bachelorarbeit, 2012
36 Seiten, Note: 2,00
1 Einleitung
1.1 Themenstellung und Relevanz der Themenstellung
1.2 Formulierung der Forschungsfrage
1.3 Stand der Literatur
1.4 Methodische Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2 Die Geschichte des Finanzsystems
2.1 Goldwährung
2.2 Das Währungssystem von Bretton Woods
2.3 Klassik, Neoklassik & Keynes
2.3.1 Ökonomische Ideengeschichte
2.3.2 Konjunkturtheorien
3 Der Euro
3.1 Wer oder was befindet sich in einer Krise?
3.1.1 Die PIIGS-Staaten
3.1.2 Fiskalkrise und die Macht der Gläubiger
3.1.3 Fehler des Integrationsprojektes?
3.1.4 Krise des Finanzmarktkapitalismus?
3.2 Reaktionen der Europäischen Union
3.2.1 Entwickeln wir uns in Richtung einer Transferunion?
3.2.2 Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union
3.2.3 Euro-Plus-Pakt, Six-Pack & Strategie Europa 2020
3.3 Diskutierte Maßnahmen zur Krisenbewältigung
4 Weltwährungsordnung
4.1 Währungsreserven
4.2 Feste und flexible Wechselkurse
4.3 Dollar – Federal Reserve System
4.4 Euro – Europäische Zentralbank
4.5 IWF vs. EWF
4.5.1 Internationaler Währungsfonds
4.5.2 Europäischer Währungsfonds
4.6 Finanzmarktsystem
4.6.1 Finanzmärkte und Finanzoligarchen
4.6.2 Das Sonderziehungsrecht
4.6.3 Bancor
4.6.4 International Clearing Union
5 Conclusio
Die Arbeit analysiert die aktuelle Situation des Euro und der Europäischen Union vor dem Hintergrund der Euro-Krise. Ziel ist es zu untersuchen, ob das Währungssystem in seiner gegenwärtigen Form bestehen kann oder ob Anpassungen erforderlich sind, sowie zu bewerten, ob der Euro den US-Dollar als Leitwährung ablösen kann.
3.1.1 Die PIIGS-Staaten
Die PIIGS sind die Staaten Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien. Der Frage, wie es zur Schuldenkrise kam, widmet sich CHARLES BLANKART, welche in Darstellung 1 veranschaulicht wird.
Eine kurze Erklärung der Darstellung. Während unterhalb auf der horizontalen Achse die Zinsen der zehnjährigen Bundesanleihen der BRD auf null gesetzt dargestellt zu sehen sind, sind die Abweichungen der Zinsen der anderen Staaten auf der vertikalen Achse ersichtlich. Die Grafik beginnt links vom Nullpunkt.
Es ist zu beobachten, dass ein PIIGS-Staat für Staatsanleihen vor 1999 um bis zu 500 Basispunkte mehr an Zinsen zu bezahlen hatte als Deutschland. Ab 1999, durch die Einführung des Euro, gingen die Zinsabstände auf beinahe null zurück. Zu diesem Zeitpunkt wären die Chancen für die PIIGS-Staaten gut gestanden, ihre Schulden zurückzubezahlen und dadurch wiederum die Lohnstückkosten zu senken. Oder es hätten Reformen durchgeführt werden können. Allerdings wurde weder jenes noch dieses in Angriff genommen, vielmehr ließ man der Staatsverschuldung freien Lauf. Durch diese wirtschaftspolitischen Fehler war nur noch ein Funken nötig, um eine Staatsschuldenkrise zum Ausbruch zu bringen, was auch einen Monat nach der Lehman-Pleite, nachdem weltweit Bankenrettungen beschlossen wurden, geschah. Die InvestorInnen in Staatsanleihen hinterfragten welche Staaten sich denn überhaupt noch ihrer Schulden bedienen können. Durch die in Darstellung 1 erkennbare Zunahme der Zinsabstände, gerieten die PIIGS-Staaten in die Schusslinie.
Es sanken aber nicht nur die Zinssätze für die Staatsschulden, sondern durch die Intensivierung der Wirtschaftsverflechtungen, kam es zu einem allgemeinen Lohnanstieg. „Dieser allgemeine Lohnanstieg resultierte aus einem Anstieg der Löhne bei handelbaren Gütern, der sich durch den intersektoralen Lohnverbund auch auf die Preise der nicht handelbaren Güter auswirkte.“
Auf diese höheren Zinsabstände hätte die Europäische Kommission (KO) reagieren und sich mit der Frage befassen müssen, was mit einzelnen Mitgliedsstaaten passiert wenn diese insolvent werden. Es vergingen insgesamt 19 Monate in denen die KO Zeit gehabt hätte, den Fall einer Staatsinsolvenz vertragskonform anzugehen – unterließ es aber.
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert die Fragestellungen zur Zukunftsfähigkeit der EU und der Rolle des Euro im Weltwährungssystem.
2 Die Geschichte des Finanzsystems: Hier werden der Goldstandard und das Bretton-Woods-System sowie die ökonomischen Theorien von Klassik, Neoklassik und Keynes skizziert.
3 Der Euro: Dieses Kapitel analysiert die Ursachen der Euro-Krise, insbesondere bei den PIIGS-Staaten, und untersucht die Reaktionen der EU sowie diskutierte Maßnahmen zur Krisenbewältigung.
4 Weltwährungsordnung: Es erfolgt eine Analyse der globalen Währungsreserven, der Rolle der FED sowie eine Gegenüberstellung von IWF und EWF im Kontext der Weltwährungsordnung.
5 Conclusio: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfragen, insbesondere hinsichtlich der Gefahr einer Transferunion und der Zukunft des Euro.
Euro-Krise, Europäische Union, Weltwährungsordnung, PIIGS-Staaten, Europäische Zentralbank, US-Dollar, Leitwährung, Finanzmarktkapitalismus, Stabilität, Transferunion, Goldstandard, Bretton-Woods-System, Sonderziehungsrecht, Bancor, Internationale Clearing Union
Die Arbeit untersucht die aktuelle Situation der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion in der Euro-Krise und beleuchtet die Zukunftsaussichten des Euro sowie seine Rolle im Weltwährungssystem.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Finanzsysteme, die Ursachen der aktuellen Euro-Schuldenkrise, die verschiedenen Rettungsmaßnahmen der EU sowie theoretische Ansätze für eine alternative Weltwährungsordnung.
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, ob die Wirtschafts- und Währungsunion in ihrer derzeitigen Form fortbestehen kann und ob eine Ablösung des US-Dollars durch den Euro als Leitwährung sinnvoll ist.
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche, die aktuelle wissenschaftliche Ansätze und Theorien zur Krisenbewältigung und Währungspolitik vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung (Goldstandard/Bretton Woods), die Analyse der Euro-Krise (insbesondere die PIIGS-Staaten), die kritische Betrachtung der EU-Krisenmaßnahmen und die Untersuchung der globalen Währungsordnung.
Wichtige Begriffe sind Euro-Krise, PIIGS-Staaten, EZB, Transferunion, Leitwährung, Finanzmarktkapitalismus und alternative Reformmodelle wie der Bancor.
Der Verfasser analysiert, ob ein europäischer Währungsfonds lediglich die Banken retten würde, statt die Ursachen der Instabilität in den verschuldeten Mitgliedsstaaten zu beheben.
Der Autor warnt vor einer schleichenden Entwicklung hin zu einer Transferunion und empfiehlt, entweder defizitäre Staaten aus der Eurozone zu entlassen oder ihnen einen freiwilligen Austritt zu ermöglichen.
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