Bachelorarbeit, 2012
88 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Die Mensch-Tier-Beziehung im historischen Kontext
2.1 Geschichtliche Entwicklung
2.1.1 Beginn der Menschheit
2.1.2 Beginn der Landwirtschaft
2.1.3 Zeitalter der Antike
2.1.4 Verbreitung des Christentums
2.1.5 Franz von Assisi und Thomas von Aquin - 13. Jahrhundert
2.1.6 Zeitalter der Renaissance
2.1.7 René Descartes – 17. Jahrhundert
2.1.8 Jean-Jacques Rousseau – 18. Jahrhundert
2.1.9 Charles Darwin – 19. Jahrhundert
2.1.10 Albert Schweitzer – 20. Jahrhundert
2.1.11 Zeitalter der Industrialisierung
2.2 Zusammenleben mit Tieren in der heutigen Gesellschaft
2.3 Fazit
3 Theoretische Erklärungsansätze der Mensch-Tier-Beziehung
3.1 Soziobiologischer Erklärungsansatz: Biophilie
3.2 Psychologischer Erklärungsansatz I: Du-Evidenz
3.3 Psychologischer Erklärungsansatz II: Ableitungen aus der Bindungstheorie
3.3.1 Bindungstheoretische Grundlagen
3.3.2 Bindungen zwischen Menschen und Tieren
3.4 Biologischer Erklärungsansatz: Konzept der Spiegelneuronen
3.5 Philosophischer Erklärungsansatz: Subjekttheorie
3.6 Sozialpädagogischer Erklärungsansatz: Lebensqualität
3.7 Fazit
4 Verhaltensaspekte der Mensch-Tier-Beziehung
4.1 Anthropomorphismus
4.2 Interaktion
4.3 Kommunikation
4.3.1 Digitale und analoge Kommunikation
4.3.1.1 Digitale Kommunikation
4.3.1.2 Analoge Kommunikation
4.3.2 Dialogebenen
4.3.2.1 Optische Kommunikation
4.3.2.2 Akustische Kommunikation
4.3.2.3 Haptische Kommunikation
4.3.2.4 Olfaktorische Kommunikation
4.4 Fazit
5 Tiergestützte Interventionen
5.1 Entstehungsgeschichte tiergestützter Interventionen
5.2 Begriffliche Klärung der Bereiche tiergestützter Interventionen
5.2.1 Begriffe im anglo-amerikanischen Raum
5.2.1.1 Animal-Assisted Activities (AAA)
5.2.1.2 Animal-Assisted Therapy (AAT)
5.2.2 Begriffe im deutschsprachigem Raum
5.2.2.1 Tiergestützte Aktivität (TG A)
5.2.2.2 Tiergestützte Förderung (TG F)
5.2.2.3 Tiergestützte Pädagogik (TG P)
5.2.2.4 Tiergestützte Therapie (TG T)
5.2.2.5 Kritik
5.3 Zielgruppen
5.4 Geeignete Tiere
5.5 Fazit
6 Tiere in der Sozialen Arbeit
6.1 Tätigkeitsfelder der Sozialen Arbeit
6.2 Entwicklung der tiergestützten Sozialen Arbeit
6.3 Tiergestützte Interventionen in der Sozialen Arbeit
6.3.1 Tiergestützte Kurzzeittherapie für Menschen mit Behinderung
6.3.2 Resozialisierung in der Jugendstrafanstalt Neustrelitz
6.3.3 Tiergestützte Pädagogik an der Petri Grundschule
6.4 Berührungspunkte der Sozialen Arbeit mit Tieren
6.5 Fazit
7 Möglichkeiten und Grenzen
7.1 Tiere als Unterstützung und Ressource
7.1.1 Personale Ressourcen
7.1.2 Soziale Ressourcen
7.2 Risiken des Tierkontaktes bzw. der Tierhaltung
7.3 Tierschutz
7.4 Das „doppelte Mandat“ der Sozialen Arbeit
7.5 Idealisierung tiergestützter Interventionen
7.6 Professionalitätsproblem in der tiergestützten Sozialen Arbeit
7.7 Fazit
8 Schlussbetrachtung und Ausblick
9 Quellenverzeichnis
9.1 Internet
Diese Bachelor-Thesis untersucht das Potenzial der Mensch-Tier-Beziehung für das Fachgebiet der Sozialen Arbeit. Ziel ist es, historisch-gesellschaftliche Entwicklungen, theoretische Erklärungsansätze sowie Verhaltensaspekte zu analysieren, um daraus Möglichkeiten und Grenzen für den gezielten Einsatz von Tieren in sozialpädagogischen Handlungsfeldern abzuleiten.
3.1 Soziobiologischer Erklärungsansatz: Biophilie
Der Begriff „Biophilie“ umfasst die altgriechischen Wörter „bios“ ‚Leben‘ und „philia“ ‚Liebe‘ und kann mit ‚Liebe zum Leben‘ übersetzt werden. Mit dieser Bedeutung verwendet Erich Fromm den Begriff in der analytischen Sozialpsychologie. Demnach ist Biophilie das lebensfördernde Syndrom, das sich auf die Liebe zum Leben und alles was dem Leben dient bezieht und sich durch kreative Arbeit, Pflege und Hingabe auszeichnet (vgl. Landis 1978, S. 88). Als Gegensatz nennt Fromm die Nekrophilie, das lebenszerstörende Syndrom, „… das sich auf die lustbetonte Anziehungskraft von alldem bezieht, was destruktiv, mechanisch oder tot ist“ (ebd.). Es äußere sich in Gier, Sadismus, Machtkämpfen und Egozentrik. Fromm bezeichnet diese Orientierungen als Charaktertypen, wobei die Biophilie biologisch bedingt ist und die Nekrophilie eine „… sekundäre psychopathologische Alternative (ist), die nur dann auftritt, wenn der Mensch an der Entwicklung der Biophilie gehindert wird“ (ebd.). Eine weitere Verwendung des Begriffes findet sich in der Soziobiologie.
Der US-amerikanische Biologe Edward O. Wilson (1984) weist in seinem Buch „Biophilia: The Human Bond With Other Species“ darauf hin, dass sich in der Evolution Menschen stets zusammen mit anderen Lebewesen entwickelt haben. Aus diesem Grund haben sie eine biologisch begründete Affinität zu dem Leben sowie zu der Natur entwickelt. Erfahrungen, die im Zusammenhang mit der Natur und anderen Lebewesen gesammelt wurden, beeinflussen und manifestieren sich in sozialen und psychischen Prozessen, z.B. in dem Prozess der Bindung. Wie Fromm geht Wilson davon aus, dass Biophilie biologisch bedingt ist. Er beschreibt sie als angeborene Tendenz, den Fokus der Aufmerksamkeit auf das Leben sowie lebensähnliche Prozesse zu richten (vgl. Wilson 1984, S. 1). Nach Wilson hängt die Existenz der Menschen von der Neigung ab, die Vielfalt von Lebewesen und lebenserhaltenden ökologischen Settings zu erkunden und sich mit ihnen zu verbinden (vgl. ebd.). Demnach beeinflusst die Beziehung zu der Natur und zu anderen Lebewesen die menschliche Identität und die persönliche Erfüllung (vgl. Kellert 1993b, S. 42). Wilson ist der Meinung, dass Menschen, die andere Lebewesen verstehen, diesen und auch sich selbst mehr Bedeutung und Wertschätzung entgegenbringen (vgl. Wilson 1984, S. 2).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Präsenz von Tieren in pädagogischen und therapeutischen Handlungsfeldern ein und umreißt die Forschungsfrage nach den Möglichkeiten und Risiken für die Soziale Arbeit.
2 Die Mensch-Tier-Beziehung im historischen Kontext: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung des Verhältnisses zwischen Mensch und Tier von der Antike bis zum Zeitalter der Industrialisierung und reflektiert das heutige Zusammenleben.
3 Theoretische Erklärungsansätze der Mensch-Tier-Beziehung: Hier werden verschiedene wissenschaftliche Theorien aus der Soziobiologie, Psychologie, Biologie, Philosophie und Sozialpädagogik beleuchtet, die erklären, warum Menschen Beziehungen zu Tieren aufbauen.
4 Verhaltensaspekte der Mensch-Tier-Beziehung: Dieses Kapitel befasst sich mit den konkreten Verhaltensweisen von Menschen und Tieren in der Beziehung, insbesondere dem Anthropomorphismus, der Interaktion sowie den Kommunikationsformen.
5 Tiergestützte Interventionen: Es erfolgt ein Überblick über die Geschichte und Begrifflichkeiten tiergestützter Interventionen sowie eine Abgrenzung von Ansätzen wie Therapie, Pädagogik und Förderung.
6 Tiere in der Sozialen Arbeit: Dieses Kapitel untersucht die spezifischen Tätigkeitsfelder der Sozialen Arbeit und wie Tiere dort als Ressource oder im Rahmen von Interventionen eingesetzt werden, illustriert durch Praxisbeispiele.
7 Möglichkeiten und Grenzen: Abschließend werden die Potenziale der Tiernutzung (Ressourcenorientierung) den Risiken (Hygiene, Tierschutz, doppeltes Mandat) gegenübergestellt und die Notwendigkeit einer fachlichen Professionalisierung betont.
8 Schlussbetrachtung und Ausblick: Diese abschließende Betrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine fundierte wissenschaftliche Auseinandersetzung, um Tiere legitimiert in die Soziale Arbeit zu integrieren.
9 Quellenverzeichnis: Dies ist ein Verzeichnis der verwendeten Literatur und Internetquellen für die gesamte Arbeit.
Mensch-Tier-Beziehung, Soziale Arbeit, Tiergestützte Interventionen, Biophilie, Bindungstheorie, Anthropomorphismus, Kommunikation, Lebensqualität, Ressourcenorientierung, Professionalisierung, Tierschutz, Interaktion, Spiegelneuronen, Subjekttheorie.
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Herausforderungen der Mensch-Tier-Beziehung im spezifischen Kontext der Sozialen Arbeit.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Beziehung, theoretische Erklärungsmodelle, Kommunikationsformen sowie der Einsatz von Tieren in der Praxis, inklusive kritischer Reflexionen.
Die Forschungsfrage lautet, welche Möglichkeiten der Einsatz von Tieren für die Disziplin der Sozialen Arbeit bietet und welche Risiken sowie Grenzen dabei zu beachten sind.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse verschiedener Fachdisziplinen wie Psychologie, Biologie, Soziologie und Sozialpädagogik.
Im Hauptteil werden Erklärungsansätze (z.B. Biophilie), Verhaltensaspekte (z.B. Anthropomorphismus) sowie Bereiche tiergestützter Interventionen und deren konkrete Anwendung in der Sozialen Arbeit erörtert.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Mensch-Tier-Beziehung, Soziale Arbeit, tiergestützte Interventionen, Ressourcenorientierung und Professionalisierung.
Die Arbeit betont diese Unterscheidung, da die unpräzise und teilweise „inflationäre“ Verwendung der Begriffe in Deutschland zu fachlicher Verunsicherung und mangelnder Professionalität führt.
Es bezieht sich auf die schwierige Abwägung des Sozialarbeiters, sowohl den Bedürfnissen der Klienten (Hilfe) als auch der professionellen Sorgfaltspflicht und dem Tierschutz (Kontrolle/Schutz des Tieres) gerecht zu werden.
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