Bachelorarbeit, 2008
37 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Söldner versus Private Military Companies (PMCs)
2.1. Wer oder was sind Söldner?
2.2. Was sind PMCs?
2.2.1. Definitionen von PMCs
2.2.2. Faktoren für den Aufstieg von PMCs
3. Blackwater Worldwide
3.1. Was ist Blackwater? Das Unternehmen
3.1.1. Greystone Limited
3.2. Wer ist Blackwater? Die Personen
3.2.1. Erik Prince
3.2.2. Cofer Black
3.2.3. Krongard, Behrends, Bremer
4. Blackwater im Irak
4.1. Nadschaf 2004
4.2. Die Konsequenzen aus Nadschaf
4.3. Bagdad 2007 und die rechtliche Situation
5. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den rasanten Aufstieg des privaten Militärdienstleisters Blackwater Worldwide und analysiert dessen Rolle in modernen Konflikten sowie die rechtlichen Implikationen der zunehmenden Privatisierung militärischer Aufgaben durch Staaten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie sich Blackwater von traditionellen Söldnern abgrenzt, welche Faktoren den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens begünstigten und wie sich das Unternehmen in seinem Haupteinsatzgebiet Irak verhält.
1. Einleitung
Die Gesamtwirtschaft eines Staates setzt sich zusammen aus dem öffentlichen und dem privaten Sektor. Allgemein kann man für den öffentlichen Sektor festhalten, dass der Staat für die Bürger bestimmte Dienstleistungen erbringt, die von den Bürgern durch die entrichteten Steuern finanziert werden. Im Gegensatz dazu bieten im privaten Sektor gewinnorientierte Privatunternehmen Güter und Dienstleistungen auf dem Markt an, die von den Verbrauchern erworben werden können. Das bedeutet, dass sich die beiden Sektoren in Bezug auf ihre Finanzierungsquellen, das Verhältnis zwischen Anbietern und Verbrauchern und den rechtlichen Status des Anbieters grundsätzlich voneinander unterscheiden.
Seit den 1990er Jahren erobern privatwirtschaftliche, gewinnorientierte Unternehmen einen Bereich des öffentlichen Sektors, der bis dato ausschließlich dem Staat vorbehalten war – den Bereich des Militärs. Die Unternehmen, die sich in diesem Bereich etablieren, bezeichnet man als Private Military Companies, kurz PMCs.
Die zunehmende Privatisierung des militärischen Bereichs verändert nicht nur das Akteurspektrum in diesem, sondern auch das Wesen von Kriegen. Der Einzug von Begriffen wie Privatisierung und Outsourcing in den täglichen Sprachgebrauch von Verteidigungsministern suggeriert, dass Krieg nicht mehr als ultima ratio verstanden wird – als letztes Mittel nach Ausschöpfung aller anderen Mittel –, sondern als eine Dienstleistung, die von privatwirtschaftlichen Unternehmen im Auftrag von Staaten erbracht wird. Dabei gilt es zu klären, ob PMCs bloß eine moderne Form von Söldnern sind oder ob sich PMCs grundlegend von diesen unterscheiden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Privatisierung des militärischen Sektors ein und stellt die Relevanz der Untersuchung von Blackwater Worldwide sowie die zentrale Forschungsfrage dar.
2. Söldner versus Private Military Companies (PMCs): Das Kapitel definiert Söldner völkerrechtlich und im wissenschaftlichen Kontext, grenzt diese von modernen PMCs ab und untersucht die sozioökonomischen Faktoren, die den weltweiten Aufstieg von PMCs begünstigten.
3. Blackwater Worldwide: Dieser Abschnitt analysiert das Unternehmen Blackwater als privaten Militärdienstleister, beleuchtet seine Tochtergesellschaften sowie die maßgeblichen Personen hinter dem Aufstieg der Firma, darunter Erik Prince und Cofer Black.
4. Blackwater im Irak: Hier werden konkrete Einsätze Blackwaters im Irak, insbesondere die Vorfälle in Nadschaf 2004 und Bagdad 2007, sowie die daraus resultierende Problematik der rechtlichen Immunität und Verantwortlichkeit analysiert.
5. Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst den Aufstieg Blackwaters zusammen und bewertet die zukünftige Rolle des Unternehmens als unverzichtbarer Partner der US-Regierung trotz politischer und rechtlicher Kontroversen.
Blackwater, Private Military Companies, PMCs, Söldner, Outsourcing, Irak, Erik Prince, Privatisierung, Militär, Sicherheitsdienstleister, Völkerrecht, no-bid contracts, Militärstrategie, Konfliktmanagement, asymmetrische Kriege.
Die Arbeit analysiert den Aufstieg des privaten Militärunternehmens Blackwater Worldwide und dessen Transformation zu einem global agierenden Akteur, der für Staaten Sicherheits- und Militärdienstleistungen erbringt.
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung zwischen Söldnern und PMCs, die ökonomischen Treiber des Militär-Outsourcings, die Unternehmenshistorie von Blackwater sowie deren operative und rechtliche Rolle im Irak.
Das Ziel ist es, zu klären, inwieweit sich Blackwater als professionelle Private Military Company von traditionellen Söldnerstrukturen unterscheidet und welche Rolle das Unternehmen in der aktuellen US-Sicherheitsarchitektur spielt.
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analytischen Literaturanalyse, unter Einbeziehung von Völkerrechtstexten, Regierungsberichten und politikwissenschaftlichen Theorien zur Transformation von Kriegführung und Privatisierung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung von PMCs, eine detaillierte Betrachtung der Firmenstruktur und Schlüsselfiguren von Blackwater sowie eine Fallstudie zu den Einsätzen des Unternehmens im Irak inklusive der rechtlichen Auseinandersetzungen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Blackwater, PMCs, Söldner, Outsourcing, Privatisierung, Völkerrecht und no-bid contracts charakterisiert.
Greystone Limited wird als eine speziell auf Barbados angesiedelte Tochtergesellschaft beschrieben, die sich stärker auf offensive Rollen in Konfliktzonen (Singer-Typ 1) konzentriert, während das Mutterunternehmen Blackwater primär post-konflikt-stabilisierende Aufgaben wahrnimmt.
Die rechtliche Situation ist problematisch, da Blackwater-Mitarbeiter durch die CPA-Order No.17 lange Zeit von der irakischen Strafverfolgung immunisiert waren und die US-amerikanischen Gesetze wie UCMJ oder MEJA aufgrund von Zuständigkeitslücken bei privaten Vertragspartnern nur schwer greifen.
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