Magisterarbeit, 2003
92 Seiten, Note: 1,3
I. EINLEITUNG
II. BEGRIFFSBESTIMMUNG
II.1. ‚MUSIK’
II.2. ‚PÄDAGOGIK’
II.3. ‚MUSIKPÄDAGOGIK’
II.4. ZUSAMMENFASSUNG
III. MUSIKPÄDAGOGIK IN DER KLASSISCHEN ANTIKE
III.1. PLATON
III.1.1. Platons Verständnis von Musik
III.1.2. Platons Ethoslehre
III.2. DAS ARISTOTELISCHE MODELL DER MUSIKPÄDAGOGIK
III.2.1. Allgemeines
III.2.2. Aristoteles` Modell der Musikpädagogik
III.2.3. Erziehung als Staatssache
III.2.4. Legitimation einer musikalischen Ausbildung
III.2.5. Die Inhalte der aristotelischen Musikerziehung
III.3. ZUSAMMENFASSUNG
III.4. MUSIKPÄDAGOGIK IM WISSENSCHAFTSMODELL
III.4.1. Das Platonische Wissenschaftsmodell
III.4.2. Die Einzelwissenschaften des Aristoteles
III.4.3.Theorie und Praxis der Musik in der Antike
IV. REZEPTIONSMODELLE
IV.1. REZEPTION IM 19. JAHRHUNDERT
IV.1.1. Musikpädagogik im musikwissenschaftlichen System Guido Adlers
IV.1.2. Rezeptionsgedanken
IV.2. REZEPTION IM 20. JAHRHUNDERT: SELBSTÄNDIGKEIT DER MUSIKPÄDAGOGIK
IV.2.1. Das Theorie-Praxis-Problem
IV.2.3. Die Position der Musikpädagogik in der Wissenschaftsstruktur
IV.2.3. Das Problem der Legitimation
IV.3. ZUSAMMENFASSUNG
V. MUSIKPÄDAGOGIK ALS EINZELWISSENSCHAFT
V.1. MUSIKPÄDAGOGIK UND MUSIKWISSENSCHAFT
V.2. PROBLEM DER LEGITIMATION VON MUSIKPÄDAGOGIK
V.3. MUSIKPÄDAGOGIK IM WISSENSCHAFTSSYSTEM
V.3.1. Der wissenschaftliche Gegenstandsbereich der Musikpädagogik
V.3.2. Musikpädagogik und Musikpsychologie
V.3.3. Die Rezeption des Theorie-Praxis-Problems
VI. ZUSAMMENFASSUNG
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und wissenschaftstheoretische Grundlegung der Musikpädagogik, um die Ursachen für die bis heute fehlende Anerkennung als eigenständige Wissenschaft zu identifizieren. Das primäre Ziel ist es, durch eine Analyse von der klassischen Antike bis zur Gegenwart die historischen Abhängigkeiten und strukturellen Probleme, wie die Legitimation und den Theorie-Praxis-Konflikt, offenzulegen.
III.1.1. Platons Verständnis von Musik
Platon versteht grundsätzlich die Musik nicht als natürlich Kunst, sondern als Produkt des Überflusses und steht ihr daher größtenteils negativ gegenüber. Deutlich wird Platons bereits in der Begriffsbestimmung beschriebene doppelte Verständnis von Musik hauptsächlich im zweiten Buch der „Politik“, wo er die Berufe der Musikausübung nennt, unter anderem dienen die Dichtung, Schauspiel, Tanz, Theater und Rhapsodie als Hilfsdisziplinen der musischen Ausübung.
Musik im neuzeitlichen Verständnis als besitzt keinen eigenen Gegenstandsbereich, sondern ist Teil der paideia, einer Form des erzieherischen Strebens. Dementsprechend wird sie bei Platon in erster Linie im Zusammenhang mit Erziehungsprogrammen erwähnt. Ein besseres Verständnis dafür zu erlangen, was Platon unter Musik versteht und welchen Stellenwert sie einnimmt, ist daher um so schwieriger. Er befasst sich nicht in konzentrierter Form mit ihr, sein Verständnis für ihren Stellenwert ergibt sich in erster Linie aus der Entwicklung politischer Theorien. Er zeigt an ihr kein Interesse als Künstler, sondern als Philosoph, Politiker und Erzieher.
Zwar versteht er die musiké sowohl als techné (Kenntnis über die praktische Ausübung von Musik) sowie als psychagogia (das musikalische Phänomen der psychologische Wirkung), es kommt ihm allerdings weniger auf die handwerkliche Technik als auf ihre Wirkung an. Im folgenden sollen nun weniger die einzelnen Elemente der damaligen Musik im engeren Sinn dargelegt als ihr Stellenwert innerhalb der platonischen Philosophie aufgezeichnet werden.
I. EINLEITUNG: Darstellung der Problematik der Musikpädagogik als Wissenschaft und Einführung in den historischen Ansatz der Arbeit.
II. BEGRIFFSBESTIMMUNG: Analyse der Begriffe Musik, Pädagogik und Musikpädagogik zur Klärung ihrer komplexen Wechselwirkungen.
III. MUSIKPÄDAGOGIK IN DER KLASSISCHEN ANTIKE: Untersuchung der antiken Grundlagen bei Platon und Aristoteles als Ausgangspunkt für spätere musikpädagogische Modelle.
IV. REZEPTIONSMODELLE: Vergleich der unterschiedlichen Ansätze von Guido Adler und Michael Alt zur Einordnung der Musikpädagogik in die Wissenschaftsstruktur.
V. MUSIKPÄDAGOGIK ALS EINZELWISSENSCHAFT: Analyse der aktuellen Position der Musikpädagogik im Verhältnis zu Musikwissenschaft und Musikpsychologie sowie das Theorie-Praxis-Problem.
VI. ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der Forschungsergebnisse und Fazit zur Notwendigkeit einer eigenen wissenschaftlichen Profilierung.
Musikpädagogik, Wissenschaftstheorie, Antike, Platon, Aristoteles, Legitimation, Theorie-Praxis-Problem, Musikerziehung, Musikwissenschaft, Musikpsychologie, Bildungskanon, Erziehungswissenschaft, Ethoslehre, Forschungsmethoden, Fachwissenschaft.
Die Magisterarbeit untersucht den historischen und wissenschaftstheoretischen Werdegang der Musikpädagogik, um zu verstehen, warum die Disziplin trotz ihrer langen Tradition Schwierigkeiten hat, wissenschaftliche Anerkennung zu finden.
Die Schwerpunkte liegen auf der antiken Ideengeschichte, der Integration der Musikpädagogik in die Musikwissenschaft im 19. Jahrhundert sowie der Herausbildung einer eigenständigen wissenschaftlichen Identität im 20. Jahrhundert.
Ziel ist es, die Ursachen für das mangelnde wissenschaftliche Selbstverständnis der Musikpädagogik im historischen Rückblick aufzuzeigen und die fortbestehenden Probleme wie Legitimation und Theorie-Praxis-Differenz zu analysieren.
Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie primäre Positionen aus der Antike sowie relevante wissenschaftstheoretische Konzepte des 19. und 20. Jahrhunderts reflektiert und zueinander in Beziehung setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung antiker Modelle bei Platon und Aristoteles, die Analyse der Rezeptionsmodelle von Guido Adler und Michael Alt sowie die Auseinandersetzung mit aktuellen Fragestellungen zur Position der Musikpädagogik als Einzelwissenschaft.
Die wichtigsten Begriffe sind Musikpädagogik, Wissenschaftstheorie, antike Ethoslehre, Legitimation, Theorie-Praxis-Problem und der Bildungskanon.
Die Arbeit belegt, dass viele heutige Probleme der Musikpädagogik – wie der Zwang zur Legitimation über außermusikalische Zwecke – direkt aus den antiken staatsphilosophischen Modellen stammen und bis heute die fachliche Diskussion prägen.
Es ist kritisch, weil die Musikpädagogik oft zwischen der wissenschaftlichen Anforderung an einen reinen Erkenntnisgewinn und der praktischen Notwendigkeit für den Musikunterricht steht, was häufig zu einer funktionalen Unterordnung unter die Psychologie oder Musikwissenschaft führt.
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